Risiken für den Finanzmarkt Österreich können in Extremsituationen sein:
Risiken in der Volkswirtschaft
Risiken durch Anfälligkeit von Finanzunternehmen
Systemische Risiken
Risiken für den Finanzmarkt Österreich können in Extremsituationen sein:
Risiken in der Volkswirtschaft
Risiken durch Anfälligkeit von Finanzunternehmen
Systemische Risiken
Risiken in der Volkswirtschaft, wie z. B. der Konjunkturverlauf – eine Stagnation oder sogar eine nachhaltige Rezession der Wirtschaft könnte zu einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen, der Arbeitslosigkeit und damit zu steigenden Kreditforderungsausfällen für die Banken führen; d. h. die Bank ist gegebenenfalls gezwungen, Reserven aufzulösen und erzielt am Ende weniger Gewinn. Die Kreditvergabe der Banken wird aufgrund von wirtschaftlichen Restriktionen zurückhaltender. Damit gibt es weniger Geld für Investitionen von Unternehmen und auch der Konsum geht zurück, da die Konsumenten mit Arbeitslosigkeit bzw. geringeren Löhnen und Gehältern rechnen müssen. Das verschärft und prolongiert die Rezession.
Potentielle Risiken resultieren daraus, dass Banken aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit und ihrer besonderen Bilanzstruktur im Vergleich zu anderen Unternehmenstypen eher liquiditätsgefährdet sind. Banken stehen durch das Interbankengeschäft und über die Zahlungssysteme in enger Beziehung zueinander, sodass sich die Schwierigkeiten eines einzelnen Instituts bzw. einer einzelnen Bank in weiterer Folge rasch auch auf andere Banken oder sogar auf das gesamte Bankensystem übertragen können (Ansteckungsgefahr).
Eine Krise eines Finanzmarktes (z. B. amerikanische Immobilienmarktkrise) kann auslösen, dass
die Finanzmarktteilnehmer verunsichert sind – Gefahr des Herdenverhaltens
sich die Krise durch den Engpass an liquiden Mitteln auch auf andere Teilmärkte des Finanzmarktes, z. B.: auf den Kreditmarkt ausbreitet (Kreditverknappung oder Kreditklemme).
Der österreichische Finanzplatz ist in Europa und der Weltwirtschaft eng eingebunden. Damit Dominoeffekten vorgebeugt wird, ist es notwendig, jene Regionen zu identifizieren, in denen österreichische Finanzinstitute beträchtliche ungesicherte Forderungen und Beteiligungen besitzen und damit erheblich von der Konjunktur- und Finanzmarktentwicklung dieser Region abhängig sind. Denn die Ansteckungsgefahr der Institute ist aufgrund der komplexen gegenseitigen Kreditbeziehungen zu den Schwerpunktmärkten sehr hoch.
Finanzmarktkrisen haben gezeigt, welche gesellschaftlichen Kosten für weite Teile der Bevölkerung entstehen können. Wenn zum Beispiel eine Bank in eigenem Interesse spekuliert und dabei Verluste realisieren muss, bereinigt sich der Markt im Normalfall von selbst. Das bedeutet Banken werden aufgekauft, fusioniert oder sogar liquidiert, womit es zu einer Konzentration der Bankenlandschaft kommt.
Solche Konzentrationsprozesse, die die besten und zumeist auch größeren Banken überleben lassen, statten die überlebenden Banken mit mehr Marktmacht aus. Eine solche Entwicklung ist möglicher Weise nicht immer im Sinne von Konsumenten und Kartellbehörden, sie stellt aber, verglichen mit den Kosten eines tatsächlichen Bankzusammenbruchs, die deutlich geringere Belastung dar.
Die Risiken für die Stabilität des österreichischen Finanzmarktes werden umfassend analysiert. In einer Krisensituation kann die OeNB als allerletzte Möglichkeit ihre Rolle als Kreditgeber letzter Instanz („Lender of last resort“) wahrnehmen. Das bedeutet, dass im Extremfall nur mehr die Notenbank bereit ist einer Bank Kredit zu gewähren. Das geschieht indem die Notenbank den Kreditinstituten gegen Sicherheiten kurzfristig Kredit gewährt. Als Sicherheiten werden z. B. an Börsen gehandelte Wertpapiere (marktfähige Sicherheiten) oder auch Kreditforderungen dieser Kreditinstitute (nicht-marktfähige Sicherheiten) akzeptiert.
Die Stabilität der Finanzmärkte ist ganz wesentlich vom Verhalten der Marktteilnehmer beeinflusst. Deren Verhalten wird durch Erwartungen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen bestimmt. Einschätzungen dazu liefern die unterschiedlichsten Informationen.
Grafik: Faktoren, die das Verhalten der Finanzmarktteilnehmer beeinflussen

(1) Leitzinssätze: Eine Änderung des Leitzinssatzes bedeutet, dass sich die Kosten, Geld zu leihen bzw. einen Kredit aufzunehmen, ändern. Wenn reichlich Geld im Umlauf ist, werden die Banken niedrigere Zinsen anbieten, um einen Anreiz zu bieten, Geld zu borgen. Ist wenig Geld im Umlauf, steigen die Zinsen, weil die Nachfrage nach Geld größer/gleich als das Angebot ist.
(2)Frühindikatoren: Frühindikatoren (vorlaufende Indikatoren) geben Hinweise auf die zukünftige Entwicklung der Wirtschaftslage. Steigt der Index, ist die Wirtschaft gewachsen. Beispiele für Frühindikatoren sind Aktienkurse, Auftragseingänge, Gewinnerwartungen von Firmen, Geldmengenwachstum, Investitionsabsichten etc.
(3)Langlebige Gebrauchsgüter: Zu den langlebigen Gebrauchsgütern zählen alle Produkte, die für den längerfristigen Gebrauch angeschafft werden, wie z. B.: Maschinen. Je besser die Konjunktur, desto mehr langlebige Güter werden angeschafft.
(4) Veränderungen im Bruttonationalprodukt: Das Bruttonationaleinkommen stellt die Leistung einer Volkswirtschaft innerhalb einer Rechnungsperiode (meist ein Kalenderjahr) unter Berücksichtigung von Steuern, Subventionen, Abschreibungen, Abgaben, u. a. dar. Das Bruttonationaleinkommen wird hierbei als Einkommensindikator einer Volkswirtschaft angesehen, da es die wirtschaftliche Leistung an den Erwerbs- und Vermögenseinkommen misst. Steigt das Bruttonationaleinkommen, ist die Wirtschaft gewachsen.
(5) Privates Wohnungseigentum: Ist das Vertrauen der Bevölkerung in die Entwicklung der Volkswirtschaft hoch, werden mehr Kredite von Privatpersonen für den Hausbau aufgenommen. Private Immobilienkäufe steigen also.
(6) Erzeugerpreis: Als wichtiger Konjunkturindikator für die heimische Wirtschaft hat der Erzeugerpreisindex für Sachgüter die Aufgabe, möglichst kurzfristig (monatlich) die Preisentwicklung aller von einem Wirtschaftszweig hergestellten und am Markt (Gesamt-, Inlands- und Auslandsmarkt) abgesetzten Waren zu messen.
(7) Verbraucherpreis: Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist ein Maßstab für die allgemeine Preisentwicklung bzw. für die Inflation in Österreich. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) ist die Grundlage für die vergleichbare Messung der Inflation in Europa und für die Bewertung der Geldwertstabilität innerhalb der Euro-Zone. Der VPI wird neben seiner Rolle als allgemeiner Inflationsindikator für die Wertsicherung von Geldbeträgen (z. B.: Mieten, Unterhaltszahlungen) verwendet. Er ist aber auch Datenbasis für Lohnverhandlungen.