Fakten zu Österreich und seinen Banken


Die österreichischen Banken in Zentral-, Ost- und Südosteuropa (CESEE) – ein auf Dauer angelegtes Engagement

  • Die CESEE-Region bietet langfristig als Wachstumsmarkt für Bankdienstleistungen großes Potenzial für die österreichischen Banken in dieser Region.

  • Die wirtschaftliche Lage in den einzelnen Ländern der CESEE-Region ist sehr unterschiedlich; auch nach 20 Jahren Transformation hat sich keine homogene Wirtschaftsregion herausgebildet.

  • Langfristig ist die CESEE-Region wieder DIE wirtschaftliche Wachstumsregion in Europa. Nach einem durchschnittlichen Wachstum von 1,5% im Jahr 2010 sollten die zehn EU-Mitgliedstaaten der Region bis 2015 ihren Wachstumsvorsprung gegenüber dem Euroraum wieder auf rund 2 Prozentpunkte ausbauen.

  • Das Engagement der österreichischen Banken in CESEE ist mit rund 209,2 Mrd EUR per September 2010 zwar vergleichsweise hoch, allerdings über die gesamte Region breit diversifiziert. Die Refinanzierung der Tochterbanken österreichischer Bankkonzerne erfolgt zu einem großen Teil über Einlagen.

  • Die Auslandsforderungen der österreichischen Banken (135% des BIP) sind im Vergleich zu anderen Ländern, wie z. B. der Schweiz (289% des nationalen BIP), weiterhin trotz des CESEE-Engagements relativ niedrig.

  • Da sich die österreichischen Banken stark auf die Wachstumsregionen in CESEE konzentrieren, sind sie in aktuellen Krisenmärkten, wie z. B. in Griechenland und in Irland (auf die jeweils rund 0,7% der Auslandsforderungen österreichischer Banken entfallen), nur marginal exponiert.

  • Die operativen Gewinne aus der CESEE-Region stärken das eher schwache Inlandsgeschäft der österreichischen Banken. Obwohl von hohem Wertberichtigungsaufwand belastet, betrug das Periodenergebnis der CESEE-Auslandstochterbanken in den ersten drei Quartalen 2010 rund 1,6 Mrd EUR.

  • Das Geschäftsmodell der österreichischen Tochterbanken in CESEE ist vor allem auf Retailbanking ausgerichtet. Dementsprechend ist der Anteil des Zinsergebnisses an den gesamt Betriebserträgen mit etwa 70% relativ hoch.

  • In den ersten drei Quartalen 2010 erwirtschafteten die österreichischen Banken einen konsolidierten Periodengewinn von rund 4,2 Mrd EUR. Die konsolidierte Kernkapitalquote betrug im September 2010 rund 9,8%.

  • Vorläufigen Schätzungen für das Jahr 2010 zufolge soll sich die (unkonsolidierte) Ertragslage der österreichischen Banken erheblich verbessern. Nach einem Nettogewinn von 0,04 Mrd EUR im Jahr 2009 soll sich der Jahresüberschuss 2010 auf 3,06 Mrd EUR erhöhen.

  • Die Ergebnisse der von der OeNB durchgeführten Herbst-Stresstests 2010 haben einmal mehr gezeigt, dass die Resistenz des österreichischen Bankensystems gegenüber einem allfälligen neuerlichen Ausbruch einer globalen Krise intakt ist. Hinsichtlich der Auswirkungen besteht allerdings eine Differenzierung zwischen den einzelnen Instituten.

  • Die Ergebnisse des CEBS-Stresstests von 2010 im Auftrag des Rates der Wirtschafts- und Finanzminister (ECOFIN) sind für die teilnehmenden österreichischen Banken zufrieden stellend ausgefallen und untermauern somit zusätzlich die Ergebnisse der OeNB. 2011 werden von der EBA erneut Stresstest durchgeführt.



Die österreichische Wirtschaft ist leistungsstark und daher schockresistent

  • Österreich weist gegenüber dem Euroraum einen Wachstumsvorsprung und ein höheres Wohlstandsniveau auf. So lag 2009 das Pro-Kopf-Einkommen 12,9% über dem Euroraum-Durchschnitt.

  • Österreichs Wirtschaft ist breit diversifiziert und verfügt über eine sektoral ausgewogene Wirtschaftsstruktur.

  • Leistungsbilanzüberschüsse (2009: 2,5% des BIP) bestätigen Österreichs internationale Wettbewerbsfähigkeit (Leistungsbilanz des Euroraums 2009: –0,6% des BIP).

  • Der österreichische Außenhandel mit Waren ist sowohl regional als auch nach Gütergruppen stark diversifiziert und – da zu 71,1% mit anderen EU-Mitgliedstaaten abgewickelt – weitgehend frei von Währungsrisiko.

  • Österreich hat sich international als Kapitalgeber etabliert und ist daher nicht auf Kapitalimporte angewiesen. So belief sich 2009 der Kapitalexport auf 4,7 Mrd EUR.

  • Die Nettoverschuldung Österreichs lag 2009 bei 34 Mrd EUR oder 12% des BIP und damit rund 5 Prozentpunkte unter jener des Euroraums insgesamt (Ende September 2009: 17% des BIP).

  • Die moderate Lohnstückkostenentwicklung der letzten Jahre (+1,2%) sichert die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs nachhaltig ab.

  • Angesichts der niedrigen – im EU-Vergleich niedrigsten – Arbeitslosigkeit und der geringen Streikhäufigkeit hält Österreich auch bei der sozialen Stabilität eine Spitzenposition.

  • Die Staatsverschuldung Österreichs ist mit 67,1% (2009) im internationalen Vergleich gering.

  • Trotz expansiver Fiskalpolitik bleibt Österreichs Staatsschuldenquote laut EU-Prognose auch in den Jahren 2010 und 2011 unter dem Euroraum- und EU-Durchschnitt. Laut aktuellen Prognosewerten wird sie 2011 mit 73% etwa 16 Prozentpunkte unter dem Euroraum- und 10 Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt liegen.

  • Österreich weist eine hohe Sparquote (von derzeit 11,0%) auf: das Finanzvermögen der privaten Haushalte ist demnach beträchtlich (440 Mrd EUR bzw. 160% des BIP).

  • Die Verschuldung der privaten Haushalte (94% relativ zum Nettoeinkommen) und Unternehmen (238% des Bruttobetriebsüberschusses bzw. 91% des BIP) ist im internationalen Vergleich moderat und unproblematisch.

  • Am österreichischen Immobilienmarkt kam es im Unterschied zu vielen anderen Ländern in den letzten Jahren zu keiner Überhitzung. Daher leiden weder die privaten Haushalte noch die Banken an den Nachfolgeproblemen einer Immobilienblase.

  • Österreichs Performance – gemessen an den wichtigsten Wirtschaftskennzahlen – liegt weitgehend über dem Euroraum-Durchschnitt.

  • Die Innovationskraft Österreichs übertrifft einer aktuellen internationalen Vergleichsstudie zufolge den EU-Durchschnitt; dies spielt für die künftige wirtschaftliche Entwicklung eine zentrale Rolle.

Stand: 15. Februar 2011

 


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