Glossar

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Carry-Trade

Investmentstrategie am Devisenmarkt auf Basis des Prinzips, Mittel in einem Niedrigzinsland aufzunehmen und in einem Hochzinsland zu veranlagen. Die Investoren profitieren dabei nicht nur vom Zinsvorteil, sondern häufig auch von der Aufwertung der Anlagewährung gegenüber der Kreditwährung, wenn viele Marktteilnehmer eine solche Strategie verfolgen. Zugleich ist diese Strategie riskant, weil ein etwaiger Wertverfall der Anlagewährung den Zinsvorteil wettmachen kann. Das kann im Extremfall eine massive Kapitalflucht und in Folge eine Währungskrise auslösen.


CDS (Credit Default Swap)

Credit Default Swaps sind Kreditderivate, mit denen sich Marktteilnehmer – nach dem Prinzip einer Kreditversicherung – gegen das Ausfallsrisiko (beispielsweise bei Anleihen) absichern können.


Cent

Bezeichnung für die kleinste Währungseinheit des Euroraums, der Vereinigten Staaten von Amerika und (in sprachlichen Abwandlungen) auch anderer Nationen. Die Bezeichnung leitet sich vom lateinischen Wort "centum" = hundert ab. Ein Euro unterteilt sich in 100 Cent.

 


Central Securities Depository (CSD)

Zentrale Einrichtung zur Verwaltung und/oder Verwahrung von Wertpapieren ("Zentralverwahrer").


Centralised Securities Database (CSDB)

Umfangreiche EZB-Datenbank, in der die Wertpapieremissionen und der Wertpapierbesitz  von EU-Ansässigen erfasst wird.


CESEE (Central, Eastern and Southeastern Europe)

Bezeichnet die Gruppe der zentral-, ost- und südosteuropäischen Staaten, insbesondere die Länder des ehemaligen Ostblocks und des ehemaligen Jugoslawien. Zu den EU-Mitgliedstaaten dieser Gruppe gehören Slowenien, Ungarn, Slowakei, die Tschechische Republik, Polen, Estland, Lettland, Litauen, Bulgarien und Rumänien. Die Länder des Westbalkans umfassen Kroatien, Mazedonien, Serbien, Montenegro, Albanien und Bosnien und Herzegowina. Ferner werden Russland, die Ukraine, Weißrussland und Moldawien zu dieser Gruppe gezählt.


Clearing

Zentrale Verrechnung von Aufträgen (Forderungen bzw. Verbindlichkeiten) im Rahmen von Geld- oder Wertpapiertransaktionen vor der Auftragsabwicklung, gegebenenfalls unter Saldierung der Aufträge.


Consolidated Banking Statistics (Konsolidierte Bankenstatistik)

Nach Restlaufzeiten gegliederte konsolidierte Bankenstatistik der OeNB, die in die internationale Bankenstatistik der BIZ einfließt. Gegenstand der Erhebung sind die Auslandsaktiva der in Österreich tätigen Kreditinstitute, einschließlich der Aktiva der Auslandsfilialen und der ausländischen Bankentöchter. Zusätzlich geben diese Daten auch Auskunft über den Risikotransfer (Garantien, Sicherheiten, u. a.) zwischen den einzelnen Ländern sowie über das daraus resultierende Letztrisiko. 


Corporate Governance

Ein rechtlicher und faktischer Ordnungsrahmen für die Leitung und Kontrolle eines Unternehmens. Corporate Governance befasst sich mit der Frage, wie ein Unternehmen möglichst gut und verantwortungsvoll geführt und seine interne Organisation so gestaltet werden kann, dass Fehlentwicklungen möglichst früh erkannt und vermieden werden können. Ziel dabei ist, die Anreizstrukturen verschiedener Interessengruppen eines Unternehmens (im engen Sinn: Management und Eigentümer; im weiteren Sinn: zusätzlich Angestellte, Fremdkapitalgeber, Lieferanten sowie soziales und ökologisches Umfeld) möglichst gut in Einklang zu bringen.


Covered Bonds (gedeckte Schuldverschreibung, Anleihen mit Deckungsstock)

Das zentrale Merkmal ist der zweifache Schutz der Anleger durch (1) Haftung des ausgebenden Finanzinstituts, meist eine Bank und (2) Bedeckung durch einen speziellen Sicherheitenpool bestehend meist aus erstklassigen Hypotheken oder Anleihen des öffentlichen Sektors, auf die die Anleger bevorrechtigt zugreifen können. Damit unterscheiden sie sich sowohl von vorrangigen, aber unbesicherten Bankanleihen als auch von forderungsunterlegten Wertpapieren (Asset-Backed Securites), die über keine Haftung durch den Emittenten verfügen. Eine wichtige Form von Covered Bonds sind Pfandbriefe.


Currency-Board-System

Eine besonders strenge Form der Wechselkursbindung, wobei die Landeswährung in einem festen (oft gesetzlich festgelegten) Verhältnis an eine ausländische Ankerwährung bzw. einen Währungskorb gebunden wird. Mit einem Currency-Board-System verpflichtet sich die jeweilige Zentralbank, jeden beliebigen Betrag in Landeswährung jederzeit in die Ankerwährung zu wechseln. Der jederzeitige Umtausch wird durch eine vollständige Deckung der heimischen Geldmenge durch Devisenreserven sichergestellt.


Cutting-Off-The-Tail-Prinzip

Monetärstatistisches Prinzip des ESZB, wonach die Zentralbanken ihre Datenerhebungen auf systemrelevante Banken beschränken können, insgesamt aber mindestens 95% des inländischen MFI-Sektors (gemessen an der Gesamtbilanzsumme) erfassen müssen.