Glossar

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Obligo

Bezeichnet in der Regel die Höhe der Schuld oder Verbindlichkeit, kann aber auch im Sinn von Gewähr oder Haftung verwendet sein (z. B. „ohne Obligo“ = ohne Gewähr).


OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development, Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)

Internationale Organisation mit Sitz in Paris (Frankreich); 1961 als Nachfolgeorganisation der 1948 zur Abwicklung der Marshallplanhilfe (ERP) ins Leben gerufenen Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (Organization for European Economic Co-operation – OEEC) gegründet. Österreich war sowohl Gründungsmitglied der OEEC als auch der OECD. Der OECD gehören insgesamt 30 demokratisch organisierte Marktwirtschaften an (Stand 1. Januar 2009) und sie kooperiert mit mehr als 100 weiteren Entwicklungs- und Schwellenländern. Ziel der OECD heute ist die Unterstützung von nachhaltigem Wirtschaftswachstum und Beschäftigung und Hebung des Lebensstandards unter Aufrechterhaltung der Finanzmarktstabilität in den Mitgliedstaaten und kooperierenden Staaten. Hauptaufgabe der Organisation ist es, ein Forum zur Verfügung zu stellen, in dem Regierungen ihre Erfahrungen zu wirtschaftspolitischen Fragen austauschen und gemeinsame Lösungsansätze wie z. B. Standards, Richtlinien und Verträge erarbeiten. Weitere Aufgaben der OECD sind das Führen von wirtschaftlichen und sozialen Statistiken, die Analyse und Prognose sowie Veröffentlichungen im Bereich Wirtschaftspolitik. Link: http://www.oecd.org/


Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH (OeBS)

Österreichisches Unternehmen, das für den Druck von Banknoten und die Entwicklung von Sicherheitsmerkmalen zuständig ist. Eigentümerin ist zu 100% die OeNB. Die vollständige Firmenbezeichnung lautet Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH. Link: http://www.oebs.at/


Oesterreichische Kontrollbank (OeKB)

Die OeKB ist ein auf den Bereich Exportwirtschaft und Kapitalmarkt spezialisiertes Kreditinstitut. Link: http://www.oekb.at/de/Seiten/default.aspx


Oesterreichische Nationalbank (OeNB)

Die OeNB ist die Zentralbank der Republik Österreich und als solche auch integraler Bestandteil des Eurosystems und des ESZB. In dieser Funktion ist sie personell, finanziell und institutionell völlig unabhängig. Ihre Hauptziele sind Preisstabilität und Finanzmarktstabilität zu gewährleisten.


Offene Devisenposition (Long, Short)

Sie existiert in zwei Ausprägungen, als Long Position (Besitz von Devisen) und als Short Position (Leerverkauf von Devisen, also Verkauf von Devisen, die der Verkäufer zum Zeitpunkt des Verkaufs selber nicht besitzt).


Offenlegung

Im Sinne von Basel II jene Vorschriften, die die Veröffentlichung (engl. Disclosure) verschiedenster Geschäfts- und Risikoparameter einer Bank regeln, mit dem Ziel, eine erhöhte Transparenz in Bezug auf die Risikosituation der Bank zu schaffen und eine bessere Vergleichbarkeit der Banken zu gewährleisten (Säule 3 – Marktdisziplin).


Offenmarktgeschäfte

Geldpolitische Operation, die auf Initiative der Zentralbank erfolgt und bei der die Zentralbank im Tausch gegen Zentralbankgeld Wertpapiere hereinnimmt oder abgibt. Solche Geschäfte können „endgültig“ (definitiv) oder „auf Zeit“ als befristete Transaktionen erfolgen. Letztere können gemäß einer Rückkaufsvereinbarung als Wertpapierpensionsgeschäft oder auf Verpfändungsbasis abgewickelt werden.

Im Eurosystem sind Offenmarktgeschäfte das wichtigste Instrument zur Steuerung der Liquiditätsversorgung. Das Eurosystem verwendet dabei ausschließlich befristete Transaktionen.


OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries)

1960 gegründetes und seit 1965 in Wien ansässiges Kartell wichtiger Rohöl exportierender Länder. Die Gründungsländer waren Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela; heute zählen auch Algerien, Angola, Ecuador, Katar, Libyen, Nigeria und die Vereinigten Arabischen Emirate zu den Mitgliedern. Die OPEC–Mitgliedstaaten fördern etwa 45% der weltweiten Erdölproduktion und verfügen über drei Viertel der weltweiten Erdölreserven. Die OPEC legt regelmäßig Förderquotenbeschränkungen für ihre Mitglieder fest, um dadurch den Ölpreis zu steuern. Link: www.opec.org


Operationelles Risiko (OpRisk)

Gemäß BWG das Risiko von Verlusten, die durch Unangemessenheit oder Versagen von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder durch externe Ereignisse verursacht werden; dazu zählt u. a. auch das Rechtsrisiko.


Opting-out-Klausel

Ausnahmeregelung zum EU-Vertrag, festgeschrieben im Protokoll über die Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) und der EZB, der zufolge Dänemark und das Vereinigte Königreich nicht verpflichtet sind, den Euro einzuführen.


Option

Das Recht, gegen Zahlung einer Prämie einen Finanztitel oder eine Ware zu einem vorher festgelegten Kurs innerhalb einer festgesetzten Frist oder zu einem bestimmten Zeitpunkt kaufen oder verkaufen zu können.


Optionsscheine

Das verbriefte Recht, innerhalb einer festgesetzten Frist oder zu einem bestimmten Termin einen bestimmten Basiswert (z. B. Aktien, Anleihen, Waren) zu einem im Vorhinein festgelegten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen.


Optisch variables Farbelement (OVI, Farbwechsel)

Sicherheitsmerkmal auf Banknoten. Kippeffekt auf der Rückseite der 50-€- bis 500-€-Banknoten. Beim Kippen gegen eine Lichtquelle wechselt die Wertzahl im rechten unteren Eck von purpurrot auf olivgrün oder braun. Fachleute verwenden in diesem Zusammenhang auch die Abkürzung OVI für „optically variable ink“.


Ordnungsnormen

Die bankaufsichtlichen Ordnungsnormen des Bankwesengesetzes (BWG) umfassen das Mindesteigenmittelerfordernis (inkl. Meldung zum Handelsbuch und zu offenen Devisenpositionen), die Eigenmittel, die Liquidität gemäß, die Großveranlagungen  und die Nichtfinanzbeteiligungen (jeweils laut BWG).


Ordnungsnormenausweis (ONA)

Der Ordnungsnormenausweis (ONA) stellt eine bankaufsichtliche Meldung (ONA-Meldung) im Rahmen des risikoorientierten Meldewesens (ROM) dar.


Outputlücke (Produktionslücke)

Misst den Abstand zwischen der tatsächlichen Produktion einer Volkswirtschaft und ihrem Potenzialoutput – einer Schätzung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft unter der Annahme, dass sämtliche verfügbare Produktionsfaktoren (Arbeit, Kapital, etc.) ausgelastet sind. Eine positive Outputlücke kann auf eine Überhitzung der Wirtschaft und einen bevorstehenden Anstieg der Inflation hinweisen, während eine negative Outputlücke freie Kapazitäten und einen Inflationsrückgang signalisiert.


Over the Counter (OTC)

Im Finanzwesen der außerbörsliche Handel zwischen Finanzmarktteilnehmern.