Anläßlich einer Festveranstaltung in der Oesterreichischen Nationalbank am 8. November 1999 gratulierte Präsident Adolf Wala im Rahmen seiner Begrüßungsworte der Landesgruppe Österreich der Internationalen Strafrechtsgesellschaft (AIDP) zu ihrem 25-jährigen Bestandsjubiläum. Nachfolgend würdigte Bundesminister Dr. Michalek in seiner Eröffnungsansprache die Verdienste des Präsidenten der Landesgruppe, Generalprokurator i. R. Prof. Dr. Otto F. Müller, im Zusammenhang mit der Gründung der AIDP im Jahr 1974. Generalprokurator Dr. Müller unterstrich seinerseits, daß die Vorgängerin der Gesellschaft in ihren Wurzeln auf den großen Strafrechtslehrer und -reformer Franz von Liszt zurückzuführen sei. Deren Reformvorschläge würden die Strafrechtsordnungen vieler Länder bis heute beeinflussen, so auch die österreichische.
Professor M. Cherif Bassiouni, Chicago, trat in seinem Festvortrag zum Thema „Die Geschichte des Internationalen Strafgerichtshofes" für ein rasches Inkrafttreten des Statuts für einen Ständigen Internationalen Strafgerichtshof ein, das am 17. Juli 1998 beschlossen worden war. Mit dem Beschluß sei ein historischer Durchbruch zu einer Ära eines neuen internationalen Strafrechts gelungen. Nun käme es darauf an, daß die Unterzeichnerländer, zu denen auch Österreich gehöre, das Vertragswerk rasch ratifizieren und anwenden. Mit der Einrichtung dieses Strafgerichtshofes würde der Staatengemeinschaft ein Instrument zur weltweiten Ahndung von Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen zur Verfügung stehen und damit ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung des internationalen Friedens geleistet. Professor Bassiouni war als Vorsitzender der Entwurfskommission der Botschafterkonferenz von Rom maßgeblich am Zustandekommen des Statuts für den Ständigen Internationalen Strafgerichtshof, wofür er sich zusammen mit der AIDP seit Jahrzehnten eingesetzt hatte, beteiligt.
An der Festveranstaltung nahmen auch der Präsident des Verfassungsgerichtshofes, Univ.-Prof. Dr. Adamovich, Generalprokurator Dr. Strasser, der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde, El Baradei, der Chef des Sekretariats des Wassenaar Abkommens, die Herren Botschafter Lauriola, Rosa La , Porias und andere hochrangige Vertreter des In- und Auslands teil.