Presseaussendung


OeNB-Konferenz: Financial Crisis – A Never Ending Story?

Wien, 19. 11. 1999


"Financial Crisis – A Never Ending Story" ist der Titel der diesjährigen Ost-West-Konferenz der Oesterreichischen Nationalbank, die am 21.und 22. November in Wien abgehalten wird. Die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten in den letzten Jahren können als überwunden angesehen werden. Die Erfahrungen mit solchen Krisen, die der Weltwirtschaftsentwicklung schweren Schaden zugefügt haben, zu analysieren und geeignete Gegenstrategien für die Zukunft abzuleiten, ist die Zielsetzung dieser Konferenz. International renommierte Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftspolitiker werden im Rahmen der OeNB-Konferenz dazu Stellung nehmen.

 

Nach der Eröffnung der Konferenz durch die Vize-Gouverneurin der Oesterreichischen Nationalbank, Gertrude Tumpel-Gugerell, widmet sich der erste Teil der Konferenz der Geschichte und den Ursachen für Finanzkrisen. Über die Entwicklung in den von Finanzmarktturbulenzen betroffenen asiatischen Ländern berichtet der Direktor des Asien- und Pazifik-Departments des Internationalen Währungsfonds, der Österreicher Hubert Neiss

 

Die Rolle der Bankenaufsicht und die Entwicklung einer neuen internationalen Finanzarchitektur stehen im Mittelpunkt des zweiten Teils des Konferenztages. John Heimann, Direktor des Instituts für Finanzstabilität, wird dabei die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der Bankenaufsicht näher beleuchten. Morris Goldstein (Senior Fellow des renommierten Washingtoner Instituts für internationale Wirtschaft), Staatssekretär RuttenstorferEwald Nowotny (Vize-Präsident der Europäischen Entwicklungsbank), und Svein Andresen, Leiter des Sekretariats des Forums für Finanzstabilität (auch Tietmeyer-Forum genannt) diskutieren darüber im Rahmen einer Podiumsdiskussion. Tommaso Padoa-Schioppa, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank, wird die EZB-Perspektive in Form einer Dinner Speech darlegen. 

 

Das dicht gedrängte Programm am Dienstag, den 23. November, startet mit den Fragen der Ausbreitung von Finanzkrisen, insbesondere der Übertragung von Finanzkrisen auf andere Ländergruppen. Aus dem Blickwinkel der Oesterreichischen Nationalbank wird Gouverneur Klaus Liebscher Stellung nehmen. Sein Beitrag befaßt sich mit der Rolle der Notenbanken im Hinblick auf die Verhinderung, aber auch die Lösung von Finanzkrisen. Ricardo Hausmann, Chef-Ökonom der Inter-Amerikanischen Entwicklungsbank, analysiert die Erfahrungen Lateinamerikas in dieser Hinsicht. Weitere Schwerpunktthemen des zweiten Konferenztages sind die Probleme bei der Früherkennung von Finanzkrisen, die Frage der "richtigen" Wechselkurspolitik der betroffenen Länder und die Effizienz von Kapitalverkehrskontrollen. 

 

Tagungsort: Hotel Hilton, Am Stadtpark, A – 1030 Wien.