Presseaussendung


Präsentation des “Transition Report 1999“ der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung

Wien, 6. 12. 1999


 

Für die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) stellte Herr Martin Raiser, Mitglied des Redaktionsteams und Volkswirt in der EBWE, den “Transition Report 1999“ seines Instituts in der OeNB vor. Der Bericht bietet einen Rückblick auf zehn Jahre des Wandels in den Ländern Mittel- und Osteuropas sowie der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) und eine Analyse des Fortschritts dieser Länder beim Übergang zur Marktwirtschaft. 

 

Der Transition Report verdeutlicht unter anderem, daß die Entwicklung der institutionellen Infrastruktur in den Ländern Mittel- und Osteuropas hinter den Fortschritten bei Liberalisierung und Privatisierung zurückgeblieben ist. Im Bericht wird insbesondere eine Stärkung sowohl der Handlungsfähigkeit als auch der Rechenschaftspflicht des Staates und eine intensivere Förderung von kleineren und mittleren Unternehmen gefordert. Dies seien Schlüsselelemente einer effektiven Reformstrategie für das nächste Jahrzehnt.

 

Mit der Präsentation des “Transition Report“ möchte die OeNB vor dem Hintergrund ihrer international anerkannten Expertise betreffend die im Übergang zur Marktwirtschaft befindlichen Länder Ost-, Mittel- und Südosteuropas auch der EBWE, so wie zuvor auch der UNCTAD mit dem “World Investment Report“, die Möglichkeit bieten, ihre entsprechenden Analysen der Öffentlichkeit vorzustellen.

 

Die OeNB war und ist in hohem Maße an einer stabiltätsorientierten Wirtschaftspolitik interessiert. Da wirtschaftliche Stabilität in Österreich sowie in der Europäischen Union auch von den Entwicklungen im Osten und Südosten unseres Kontinentes abhängt, analysiert die OeNB seit geraumer Zeit intensiv die wirtschaftliche Entwicklung der entsprechenden Länder und baute diesbezüglich eine eigene Kompetenz auf. Heute ist die EU-Integration der ehemaligen Ostblockstaaten zu einer der wichtigsten Herausforderungen geworden.

 

Im Rahmen des Ausbaus der entsprechenden Expertise der OeNB fungiert sie vermehrt als Plattform für einen regen internationalen Gedankenaustausch. Beispielsweise veranstaltet die OeNB einmal im Jahr eine Ost-West Konferenz, deren letzte am 22./23. November unter dem Titel “Financial Crisis – A Never Ending Story?“ statt fand. Darüber hinaus bemüht sich die OeNB erfolgreich, zur Ausgestaltung der Beziehungen des Eurosystems mit den Beitrittskandidaten beizutragen. In ihrer Publikation “Focus on Transition“ informiert die OeNB über aktuelle Entwicklungen in Mittel- und Osteuropa und analysiert Notenbankthemen der Region. Schließlich hat die OeNB einen Schwerpunkt auf dem Gebiet der technischen Kooperation gesetzt. Sie ist beispielsweise in EU-koordinierte Programme wie PHARE und TACIS eingebunden und arbeitet eng mit dem Joint Vienna Institute zusammen.