- Das Betriebsergebnis lag mit 3,55 Mrd EUR um –7,7% unter dem Wert der Vergleichsperiode 1998. Als Hauptgründe können sowohl der gesunkene Saldo aus Finanzgeschäften (-23,8%) sowie die Reduzierung des Nettozinsertrages (-0,9%), als auch der gestiegene Personalaufwand (+3,6%) und Sachaufwand (+4,8%) angeführt werden.
- Der erwartete Jahresüberschuss liegt mit 1,65 Mrd EUR um +1,6% über dem vergleichbaren Schätzwert 1998. Dies ist vorwiegend auf eine Verringerung des erwarteten Wertberichtigungsbedarfs im Kreditbereich sowie auf einen Anstieg des erwarteten außerordentlichen Ergebnisses zurückzuführen.
- Die cost-income-ratio betrug im Jahr 1999 70,6% und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,6%-Punkte verschlechtert.
- Die Nettozinsertragsspanne sank weiter auf 2,23% ab (1998: 2,51%). Der harte Zinswettbewerb in der Kreditwirtschaft hält ungebrochen an.
- Die Eigenkapitalrentabilität (return on equity) betrug in der Berichtsperiode 6,9% und liegt etwa auf dem Niveau der Vorjahre (1998:7,1% und 1997: 7,0%).
Im Jahr 1999 lag das Betriebsergebnis mit 3,55 Mrd EUR um –7,7% unter dem Wert der Vergleichsperiode 1998.
Die Betriebserträge betrugen 12,09 Mrd EUR und erhöhten sich um +0,4%. Die Betriebsaufwendungen stiegen mit +4,1% auf 8,54 Mrd EUR an. In Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme sanken allerdings sowohl die Betriebserträge als auch die Betriebsaufwendungen.
Das Verhältnis der Betriebsaufwendungen zu den Betriebserträgen (cost-income-ratio) betrug im Jahr 1999 70,6% und hat sich somit im Vergleich zum Vorjahr um 2,6%-Punkte verschlechtert.
Der Nettozinsertrag lag mit 6,29 Mrd EUR um –0,9% unter dem Wert der Vergleichsperiode 1998. Der starke Rückgang der letzten Jahre (1998: -2,4%; 1997: -2,8%) konnte, wie bereits zum letzten Berichtstermin zu beobachten war, abgeschwächt werden.
Die Relation Nettozinsertrag zu den gesamten Betriebserträgen nahm weiterhin ab und betrug im Jahr 1999 52,0% (Vergleichsperiode 1998: 52,7%). Ungeachtet dessen bleibt der Nettozinsertrag die wichtigste Ertragsquelle der österreichischen Kreditinstitute. Die Relation Nettozinsertrag zur durchschnittlichen Bilanzsumme lag mit 1,24% unter dem Wert der Vergleichsperiode 1998 (1,36%).
Die Zinsen und zinsähnlichen Erträge lagen mit 22,38 Mrd EUR um –2,6% unter dem Wert der Vergleichsperiode 1998. Die Zinsen und zinsähnlichen Aufwendungen verringerten sich um –3,2% auf 16,09 Mrd EUR.
Der Nettozinsertrag aus dem Inlandsgeschäft lag mit 4,93 Mrd EUR um –11,6% unter dem Wert des Jahres 1998. Der Nettozinsertrag aus dem Auslandsgeschäft (1,35 Mrd EUR) übertraf hingegen mit einem Zuwachs von +77,4% den Wert des Vorjahres deutlich. Die stark angestiegenen Forderungen an ausländische Kunden in EUR sowie die ausländischen festverzinslichen Wertpapiere in EUR sind dafür ausschlaggebend. Mit der Einführung des Euro ist es für österreichische Kreditinstitute einfacher, ihr Kredit- und Wertpapierportfolio international zu diversifizieren.
Im zinsabhängigen aktivseitigen Kundengeschäft verringerte sich in den letzten 12 Monaten die Verzinsung von 5,73% auf 4,99%, auch im vergleichbaren Passivgeschäft ging die Verzinsung von durchschnittlich 3,22% auf 2,76% zurück. Die Nettozinsertragsspanne nahm daher von 2,51% auf 2,23% stark ab. Die Zinserhöhung im Euro-Raum im letzten Quartal 1999 hatte auf die Gesamtentwicklung im Jahr 1999 noch kaum Auswirkungen. Der sehr harte Zinswettbewerb in der Kreditwirtschaft hält ungebrochen an.
Die Erträge aus dem Wertpapier- und Beteiligungsgeschäft betrugen im Jahr 1999 1,36 Mrd EUR und lagen nur geringfügig (–2,0%) unter dem sehr hohen Stand von 1998. Eine genauere Analyse zeigt, dass die Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen (welche ja im Jahr 1998 sehr stark angestiegen waren) um –25,6% gefallen sind. Gesteigert wurden hingegen die Erträge aus Aktien und Anteilsrechten und nicht festverzinslichen Wertpapieren sowie die Erträge aus Beteiligungen.
Der Saldo aus dem Provisionsgeschäft stieg neuerlich und lag um +10,9% höher als im Vorjahr. Er belief sich auf 2,66 Mrd EUR. Analog zu den letzten Quartalen stiegen insbesondere die Provisionserträge aus dem Wertpapiergeschäft (+18,1%). Darin spiegelt sich der Trend - Abkehr von traditionellen Sparprodukten hin zu höher rentierenden Veranlagungsformen – wider. Auch bei den Provisionserträgen aus dem Zahlungsverkehr, aus dem Kreditgeschäft, dem Devisen–, Sorten– u. Edelmetallgeschäft und dem sonstigen Dienstleistungsgeschäft konnten Zuwächse erzielt werden. Die Relation Saldo aus dem Provisionsgeschäft zu den Betriebserträgen beträgt im Jahr 1999 22,0%. In der Vergleichsperiode 1998 betrug die Relation 19,9%. Der Trend in Richtung zinsunabhängiges Einkommen kann nach wie vor beobachtet werden.
Der positive Saldo aus Finanzgeschäften war mit 0,50 Mrd EUR im Jahr 1999 um –23,8% deutlich geringer als in der Vergleichsperiode 1998. Dies ist vorwiegend auf den Rückgang des Saldos aus dem Devisen-, Sorten-, u. Edelmetallgeschäft zurückzuführen (–52,1%). Die mit der Euro-Einführung erwarteten Einbußen im Devisengeschäft sind somit eingetreten. Der Saldo aus sonstigen Finanzgeschäften erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um +17,8%.
Auf der Aufwandsseite sind die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen um beachtliche +4,0% auf 7,10 Mrd EUR angestiegen. Der Personalaufwand betrug 4,40 Mrd EUR. Insbesondere bei den Löhnen und Gehältern, bei der Dotierung der Pensionsrückstellung und beim Aufwand für die Altersversorgung waren Steigerungen zu beobachten. Allerdings betrug die Relation der Personalaufwendungen zu den Betriebsaufwendungen im Jahr 1999 51,5% und verringerte sich damit gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres (51,8%). Die sonstigen Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand) stiegen im Jahr 1999 um +4,8% auf 2,70 Mrd EUR an. Wie bereits zum letzten Berichtstermin erwähnt, sind trotz eines straffen Kostenmanagements vor allem die Vorkehrungen zur Lösung des Jahr 2000-Problems, die Umstellung auf den Euro, die Investitionen in die Informationstechnologie (z. B. Internet-Banking) und der in diesem Zusammenhang vermehrte Einsatz von Fremdpersonal als Grund für diesen Anstieg zu nennen.
Für das gesamte Geschäftsjahr 1999 erwartet sich die Kreditwirtschaft ein Betriebsergebnis von 3,48 Mrd EUR (1998: 3,85 Mrd EUR).
Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich wird mit 1,80 Mrd EUR um –17,6% deutlich unter dem geschätzten Wert der Vergleichsperiode angesetzt, der in Folge der russischen Finanzkrise im Vorjahr besonders hoch war. Hierbei sind die erwarteten Wertberichtigungen für Forderungen an Kreditinstitute (–79,6%) sowie die erfolgten Direktabschreibungen von Forderungen (–35,3%) am stärksten zurückgegangen. Die erwarteten Wertberichtigungen für Forderungen an Kunden erhöhten sich um +0,17 Mrd EUR bzw. +9,1%.
Bei Wertpapieren und Beteiligungen werden neuerlich mehr Wertberichtigungen aufgelöst als gebildet; es wird ein Saldo von 0,29 Mrd EUR erwartet, welcher 1999 ertragswirksam werden soll (Schätzung 1998: 0,48 Mrd EUR). Die Abschwächung gegenüber dem Vergleichstermin ist vorwiegend auf eine deutliche Verringerung der bereits realisierten Veräußerungsgewinne (–36,4%) zurückzuführen.
Damit ergibt sich ein erwartetes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 1,97 Mrd EUR, welches sich gegenüber dem Vergleichsjahr 1998 um –8,1% verschlechtert hat.
Im Jahr 1999 wird ein außerordentlicher Ertrag in der Höhe von 0,02 Mrd EUR erwartet, während im Vorjahr zum Jahresende ein außerordentlicher Aufwand in Höhe von 0,21 Mrd EUR erwartet wurde.
Die für das Jahr 1999 erwarteten Steuern betragen 0,34 Mrd EUR (1998: 0,30 Mrd EUR). Daraus resultierend rechnen die österreichischen Kreditinstitute für das Jahr 1999 mit einem Jahresüberschuss von 1,65 Mrd EUR, welcher mit +1,6% über dem erwarteten Wert der Vergleichsperiode 1998 liegt (1998: 1,63 Mrd EUR).
Die Eigenkapitalrentabilität (return on equity) betrug in der Berichtsperiode 6,9% und liegt etwa auf dem Niveau der Vorjahre (1998:7,1% und 1997: 7,0%).