- Im 1. Quartal 2000 lag das Betriebsergebnis mit 1,13 Mrd EUR um +31,7% signifikant über dem Wert der Vergleichsperiode 1999. Sämtliche Ertragskomponenten haben sich verbessert. Der Saldo aus Provisionen hat sich deutlich erhöht und trägt nahezu ein Viertel zu den gesamten Betriebserträgen bei. Nach starken Rückgängen des Nettozinsertrages konnte erstmals wieder ein Anstieg beobachtet werden, er trägt aber nur noch 50% zu den Betriebserträgen bei.
- Trotz Erhöhung des erwarteten Wertberichtigungsbedarfes im Kreditbereich sowie der Verringerung des ertragswirksamen Saldos aus der Auflösung von Wertpapieren auf fast Null liegt der erwartete Jahresüberschuß mit 1,90 Mrd EUR um +21,8 % über dem vergleichbaren Schätzwert des Vorjahres.
- Die cost-income-ratio lag im 1. Quartal 2000 bei 65,4% und hat sich somit im Vergleich zum 1. Quartal des Vorjahres deutlich verbessert.
Im 1.Quartal 2000 lag das Betriebsergebnis mit 1,13 Mrd EUR um +31,7% deutlich über dem Wert der Vergleichsperiode 1999.
Die Betriebserträge stiegen um +13,4% auf 3,25 Mrd EUR. Die Betriebsaufwendungen erhöhten sich mit +5,7% auf 2,12 Mrd EUR etwas schwächer. In Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme stiegen die Betriebserträge um +0,02%-Punkte, die Betriebsaufwendungen gingen im selben Ausmaß zurück (-0,02%-Punkte).
Das Verhältnis der Betriebsaufwendungen zu den Betriebserträgen (cost-income-ratio) betrug im 1. Quartal 2000 65,4% und hat sich im Vergleich zum 1. Quartal des Vorjahres um 4,8%-Punkte deutlich verbessert.
Der Nettozinsertrag lag mit +7,3% deutlich über dem Wert der Vergleichsperiode 1999. Damit kann nach starken Rückgängen in den letzten Jahren erstmals wieder ein Anstieg des Nettozinsertrages beobachtet werden.
Dennoch nimmt die Relation Nettozinsertrag zu den gesamten Betriebserträgen nach wie vor ab und betrug zum Berichtstermin 50,0% (Vergleichsperiode 1999: 52,9%). Damit ist der Nettozinsertrag zwar noch immer die mit Abstand wichtigste Ertragsquelle der österreichischen Kreditinstitute, trägt aber erstmals nur mehr zur Hälfte zu den Betriebserträgen bei.
Die Relation Nettozinsertrag zur durchschnittlichen Bilanzsumme lag mit 0,30% nur geringfügig unter dem Wert der Vergleichsperiode 1999 (0,31%).
Die Zinsen und zinsähnlichen Erträge lagen mit 6,19 Mrd EUR um +9,9% deutlich über dem Wert der Vergleichsperiode 1999. Die Zinsen und zinsähnlichen Aufwendungen erhöhten sich mit +10,8% auf 4,56 Mrd EUR.
Der Nettozinsertrag aus dem Inlandsgeschäft lag mit 1,26 Mrd EUR um +2,4% über dem Wert des Jahres 1999. Der Nettozinsertrag aus dem Auslandsgeschäft (0,36 Mrd EUR) übertraf hingegen mit einem Zuwachs von +28,8% den Wert des Vorjahres deutlich.
In den letzten 12 Monaten verringerte sich im zinsabhängigen aktivseitigen Kundengeschäft die Verzinsung von 5,29% auf 5,15%, im vergleichbaren Passivgeschäft ging die Verzinsung von durchschnittlich 2,94% auf 2,84% zurück. Die Nettozinsertragsspanne nahm folglich von 2,35% auf 2,31% geringfügig ab. Im Vergleich zum 1.-4. Quartal 1999 erhöhte sich jedoch die Verzinsung im aktivseitigen Zinsgeschäft um +0,16%-Punkte, sowie die Verzinsung im entsprechenden Passivgeschäft um +0,08%-Punkte. Somit konnte sich die Nettozinsertragsspanne im Vergleich zum 1.-4. Quartal 1999 um 0,08%-Punkte verbessern. Die Zinserhöhung im letzten Quartal des Jahres 1999 im EUR-Raum zeigt somit erste Auswirkungen.
Im 1. Quartal 2000 beliefen sich die Erträge aus dem Wertpapier- und Beteiligungsgeschäft auf 0,32 Mrd EUR und lagen signifikant (+19,7%) über dem Wert des Vergleichsquartals 1999. Dabei stiegen insbesondere die Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie die Erträge aus Aktien und Anteilsrechten und nicht festverzinslichen Wertpapieren.
Der Saldo aus dem Provisionsgeschäft stieg erneut, erreichte einen Stand von 0,80 Mrd EUR und lag mit +24,2% deutlich höher als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Eine genauere Analyse zeigt, daß speziell die Provisionserträge aus dem Wertpapiergeschäft wuchsen. Als Ursache hierfür ist zum einen der im 1. Quartal 2000 noch anhaltende Börseboom, zum anderen der Trend – Umschichtung von traditionellen Sparprodukten hin zu höher rentierenden Veranlagungsformen (Wertpapiere und Investmentfonds) – zu nennen.
Die Relation Saldo aus dem Provisionsgeschäft zu den Betriebserträgen betrug im 1. Quartal 2000 24,7% und erhöhte sich gegenüber der Vergleichsperiode 1999 um beachtliche +2,1%-Punkte. Damit beläuft sich der Anteil der von den österreichischen Kreditinstituten in den ersten 3 Monaten des Jahres 2000 erwirtschafteten Provisionserträge auf nahezu ein Viertel der gesamten Betriebserträge. Der Trend in Richtung zinsunabhängige Erträge kann damit weiterhin – verstärkt – beobachtet werden.
Der positive Saldo aus Finanzgeschäften betrug im 1. Quartal 2000 0,19 Mrd EUR und konnte – nach starken Rückgängen im Vorjahr – mit +24,7% deutlich gesteigert werden. Dies ist überwiegend auf den Anstieg von Geschäften in Wertpapieren, die nicht wie Finanzanlagen bewertet werden und den Anstieg des Saldos aus dem Devisen-, Sorten- und Edelmetallgeschäft zurückzuführen. Anhand der starken Schwankungen im Laufe der letzten Jahre im Bereich des Finanzergebnisses erkennt man die hohe Volatilität dieser Erträge und deren Abhängigkeit von den Entwicklungen auf den Finanzmärkten.
Auf der Aufwandsseite sind die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen um +5,7% auf 1,76 Mrd EUR angestiegen. Der Personalaufwand belief sich auf 1,08 Mrd EUR und lag um +0,8% über dem Wert der Vergleichsperiode 1999. Die Relation zu den Betriebsaufwendungen betrug 50,6% und verringerte sich um 2,4%-Punkte gegenüber dem 1. Quartal 1999. Die sonstigen Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand) stiegen im 1. Quartal 2000 um beachtliche +14,4%. Als Grund für diesen Anstieg sind die weiterhin hohen Investitionen in die Informationstechnologie (Stichwort: Internet-Banking sowie neue Core Bank Systeme) zu nennen. Diese Aufwendungen sind als Investitionen in die Zukunft zu sehen.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2000 erwarten die österreichischen Kreditinstitute ein Betriebsergebnis von 3,92 Mrd EUR.
Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich wird mit 1,41 Mrd EUR um +1,7% über dem Schätzwert des Vorjahres angesetzt. Dabei sind insbesondere die erfolgten Direktabschreibungen von Forderungen, die erwarteten Wertberichtigungen von Wertpapieren, die nicht wie Finanzanlagen bewertet werden sowie die erwarteten Wertberichtigungen für Forderungen an Kreditinstitute angestiegen. Die erwarteten Wertberichtigungen zu Forderungen an Kunden verringerten sich hingegen.
Bei den Wertpapieren und Beteiligungen wird auch für das Jahr 2000 eine Nettoauflösung von Wertberichtigungen erwartet, wenn auch in vernachlässigbarem Ausmaß.
Damit ergibt sich ein erwartetes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 2,52 Mrd EUR. Dies hat sich gegenüber dem Vergleichsquartal 1999 um rund ein Viertel signifikant verbessert.
Im Jahr 2000 wird ein a.o. Aufwand in der Höhe von 0,20 Mrd EUR erwartet . Die erwarteten Steuern betragen 0,41 Mrd EUR.
Daraus resultierend rechnen die österreichischen Kreditinstitute für das Jahr 2000 mit einem Jahresüberschuß von 1,90 Mrd EUR, welcher mit +21,8% markant über dem Wert der Vergleichsperiode 1999 (1,56 Mrd EUR) liegt.