Presseaussendung


Die österreichische Zahlungsbilanz in den Monaten Jänner bis April 2000

(auf Basis von Zahlungsströmen; "Cash-Basis")

Wien, 20. 6. 2000



Im April 2000 wies die Leistungsbilanz auf Cash-Basis ein Defizit von 0,53 Mrd Euro (7,3 Mrd S)) auf, gegenüber 0,35 Mrd Euro (rd. 5 Mrd S) im April des Vorjahres.

Für Jänner bis April 2000 zeigte die Leistungsbilanz mit 1,23 Mrd Euro (rd. 17 Mrd S) ein um 0,21 Mrd EURO (rd. 3 Mrd S) höheres Defizit als im Vorjahresvergleichszeitraum.

Die nunmehr seit dem 2. Halbjahr 1999 beobachtete relativ hohe Ausweitung der Exporte und Importe hielt auch im Berichtszeitraum an. Die Importzahlungen stiegen von Jänner bis April 2000 mit 17 % etwas stärker als die Exporterlöse mit 16 %, wodurch sich das Defizit der Warenzahlungen um 0,62 Mrd Euro ausweitete. Diese zweistelligen Zuwachsraten spiegeln zum Teil Basiseffekte wider, die in den ersten beiden Monaten dieses Jahres aufgetreten waren.

Die positiven Tendenzen bei allen anderen Teilbilanzen der Leistungsbilanz konnten diese Entwicklung nur zum Teil kompensieren.

Das Aktivum der Dienstleistungen nahm im Vorjahresvergleich um 0,16 Mrd Euro auf 2,37 Mrd Euro zu, was auf die positive Entwicklung in einigen Positionen wie z. B. bei Patenten und Lizenzen zurückzuführen war. Der Reiseverkehrsüberschuss nahm hingegen aufgrund der vergleichsweise weniger günstigen Entwicklung im April geringfügig ab.

Das um 105 Mio Euro geringere Defizit bei den Einkommen gegenüber der Vergleichsperiode Jänner bis April 1999 ist vor allem auf höhere Nettoeinnahmen aus Portfolioinvestitionen und Sonstigem zurückzuführen, der um 148 Mio Euro geringere Abgang aus Laufenden Transfers auf geringe öffentliche Transfers.

Die Kapitalbilanz schloß insgesamt mit einem Nettokapitalimport von 0,40 Mrd Euro (rd. 5 ½ Mrd S).

Im Bereich Direktinvestitionen ergab sich ein Nettokapitalimport von 0,09 Mrd Euro gegenüber einem geringfügigen Nettokapitalexport von 7 Mio Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Nettoinvestitionen des Auslandes in Österreich lagen mit 0,82 Mrd Euro um 0,18 Mrd Euro über dem Wert der Vergleichsperiode, die österreichischen Investitionen im Ausland mit 0,73 Mrd Euro um 0,08 Mrd Euro.

Österreicher kauften in der Berichtsperiode Jänner bis April 2000 ausländische Wertpapiere im Wert von 11,57 Mrd Euro, ausländische Anleger erwarben inländische Wertpapiere in Höhe von 11,50 Mrd Euro. Daraus resultiert ein minimaler Kapitalexport aus Portfolioinvestitionen in Höhe von 0,08 Mrd Euro verglichen mit 1,22 Mrd Euro im Vorjahresvergleichszeitraum.

Die Transaktionen in den übrigen Positionen der Kapitalbilanz führten zu einem Nettokapitalexport von insgesamt 0,42 Mrd Euro gegenüber einem Nettokapitalimport von 1,60 Mrd Euro in den ersten vier Monaten 1999.


Zahlungsbilanzdaten
in Mrd EUR
 
  AprilJänner bis April
2000199920001999
 
Leistungsbilanz −0,53−0,35−1,23−1,02
Warenzahlungen −0,29−0,39−2,58−1,96
Eingänge 6,465,5923,1419,94
Ausgänge 6,765,9725,7221,90
Dienstleistungen 0,080,252,372,21
Eingänge 1,631,588,077,45
Ausgänge 1,551,335,705,23
hievon: Reiseverkehr −0,050,091,671,68
Eingänge 0,680,754,163,94
Ausgänge 0,730,662,492,26
Einkommen −0,09−0,02−0,48−0,59
Eingänge 0,890,773,602,83
Ausgänge 0,990,794,083,41
Laufende Transfers −0,22−0,20−0,53−0,68
Eingänge 0,170,141,010,92
Ausgänge 0,390,341,541,60
 
Vermögensübertragungen −0,040,00−0,07−0,06
 
Kapitalbilanz −0,92−0,45−0,400,37
Direktinvestitionen −0,120,220,09−0,01
Portfolioinvestitionen −1,10−0,45−0,08−1,22
Sonstige Investitionen 0,140,28 −0,840,42
Finanzderivate 0,14−0,080,42−0,15
Offizielle Währungsreserven1)0,02−0,420,011,33
 
Statistische Differenz 1,490,801,690,70
 


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