(6.-7. November 2000)
"Completing Transition – The Main Challenges" ist der Titel der diesjährigen Ost-West-Konferenz, die am 6. und 7. November in Wien abgehalten wird. Eine große Zahl renommierter Wirtschaftspolitiker und Wirtschaftswissenschafter, darunter die obersten Repräsentanten der drei internationalen Organisationen IWF, WTO und EBRD geben dieser Tagung ihren besonderen Stellenwert.
Die Tagung wird diesmal gemeinsam von der OeNB und dem Joint Vienna Institute, einer angesehenen internationalen Ausbildungsinstitution mit Sitz in Wien, veranstaltet. Erstmals seit Beginn der Transformation expandieren heute die Wirtschaften praktisch aller mittel- und osteuropäischen Staaten einschließlich Russlands und der GUS. Der schwierige Annäherungsprozess der Beitrittskandidaten an die EU schreitet weiter fort. Welche Herausforderungen gibt es auf dem Weg zu entwickelten Marktwirtschaften noch anzupacken oder zu bewältigen? Wie differenziert ist die Situation in einzelnen Ländern und Regionen?
Die Konferenz wird am 6. November durch Gertrude Tumpel-Gugerell, Vize-Gouverneurin der Oesterreichischen Nationalbank, und Lindsay Wolfe, Direktor des Joint Vienna Institute, eröffnet. Mike Moore, Generaldirektor der WTO, hält die Eröffnungsansprache. Der erste Teil der Tagung, an dem John Odling-Smee, IWF-Regionaldirektor, und Experten aus Polen, der Slowakei und Armenien teilnehmen, widmet sich einer Standortbestimmung im Transformationsprozess – Wo stehen wir? Andrei Illarionov, Wirtschaftsberater des russischen Präsidenten Putin, analysiert die gegenwärtige Situation in Russland. Im Mittelpunkt der zweiten Sitzung, die von Erik Berglöf, Professor der Stockholm School of Economics, geleitet wird, steht die Reform des Unternehmenssektors. Danach wird über Herausforderungen im Bereich der Reform des Finanzsektors und der Steuerreform diskutiert. Hier nehmen u. a. Lajos Bokros, Direktor bei der Weltbank und ehem. ungarischer Finanzminister, Andreas Wörgötter, Abteilungsleiter im Economics Department der OECD und Pavel Mertlik, Vizepremierminister für Wirtschaftspolitik und Finanzminister der Tschechischen Republik, teil. Horst Köhler, neuer Managing Director des Internationalen Währungsfonds – der in dieser Funktion zum ersten Mal in Wien weilt – wird die Einschätzungen des Internationalen Währungsfonds darlegen.
Das Programm des zweiten Tages startet mit einer Sitzung über aktuelle Fragen der Geldpolitik. An ihr nehmen u. a. Pierre van der Haegen, Generaldirektor der Europäischen Zentralbank und György Suranyi, Gouverneur der Ungarischen Nationalbank, teil. Sodann geht es um Fragen der Integration in die globale Wirtschaft. Unter dem Vorsitz von Miguel-Rodriguez Mendoza, Stellvertretender Generaldirektor der WTO diskutieren Michael Landesmann, Professor an der Universität Linz und Direktor des WIIW und andere Experten. Aus dem Blickwinkel der Oesterreichischen Nationalbank nimmt Gouverneur Klaus Liebscher Stellung zu den Reform- und Integrationsprozessen in Europa. In der letzten Sitzung erörtern u. a. Simon Commander, Direktor des Center for New and Emerging Markets an der London Business School und Andras Inotai, Generaldirektor des Instituts für Weltwirtschaft, Budapest, Fragen der künftigen Entwicklung der Transformation: Wohin – von hier aus? Jean Lemierre, Präsident der EBRD, präsentiert die Einschätzung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in einer Schlussansprache.
Während der diesjährigen Ost-West-Konferenz wird erstmals der Olga Radzyner Award (Preis) für ausgezeichnete Forschungsleistungen junger Ökonomen aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa verliehen. Der Olga Radzyner Award wurde von der Oesterreichischen Nationalbank zum Gedenken an die im vergangenen Jahr bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommene ehemalige Leiterin der Auslandsanalyseabteilung der OeNB und Pionierin der Osteuropaanalyse der Bank, Frau Olga Radzyner, geschaffen.
Tagungsort: Hotel Marriot, Parkring 12a, A-1010 Wien