Das JVI ist ein Ausbildungsinstitut speziell für Beamte und staatliche Experten aus Reformländern, für die wirtschaftspolitische Seminare und Fachkurse veranstaltet werden. Fünf internationale Organisationen – die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Weltbank), der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) – gründeten das JVI 1992 zusammen mit dem österreichischen Finanzministerium und der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Die Welthandelsorganisation (WTO) trat 1999 als sechste internationale Trägerorganisation hinzu.
- Das Schulungsangebot des JVI ist auf Grund seiner Praxisorientierung konkurrenzlos – die Vortragenden kommen aus den internationalen und österreichischen Trägerorganisationen und vermitteln Erfahrung aus erster Hand bei der Konzeption und Umsetzung von wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen.
- Bis Mitte 2000 haben mehr als 12 000 Teilnehmer an JVI-Kursen vom Lehrprogramm und vom Networking mit ihren Amtskollegen in anderen Reformländern profitiert.
- Studien zeigen, dass 80% aller Kursteilnehmer innerhalb nur eines Jahres nach der Schulung befördert werden. Die Befragten geben fast ausnahmslos ihre Teilnahme an JVI-Kursen als Grund für ihre Beförderung an.
Seit Gründung des JVI gibt es eine intensive und fruchtbare Zusammenarbeit mit den österreichischen Trägerorganisationen. Das Finanzministerium und die OeNB stellen die Räumlichkeiten und Ausstattung zur Verfügung, organisieren Lehr- und Freizeitveranstaltungen und leisten einen wesentlichen inhaltlichen Beitrag zum Ausbildungsprogramm. Die OeNB veranstaltet vier Seminare im Jahr, weitere zwei werden gemeinsam mit dem Finanzministerium abgehalten. Außerdem steuert Österreich ein einwöchiges Segment zum 14 Wochen dauernden umfassenden Kurs bei, der mit einer wirtschaftspolitischen Rundreise durch Österreich abschließt. Der finanzielle Beitrag der österreichischen Trägerorganisationen beträgt rund 1 Mio US-Dollar jährlich.
Im Vorjahr ist das Mandat des JVI um weitere fünf Jahre bis 2004 verlängert worden. Angesichts der Ergebnisse einer Studie im Auftrag des IWF, wonach der Ausbildungsbedarf Mittel- und Osteuropas bei etwa 3 500 Personen pro Jahr liegt, ist eine Weiterführung des JVI auch nach 2004 sinnvoll und gerechtfertigt. Österreich wird daher das JVI weiter unterstützen und sich für einen schnellen Beschluß über die langfristige Investitionsstrategie und über das langfristige Ausbildungsprogramm des JVI einsetzen.