Die österreichische Konjunktur entwickelte sich im bisherigen Jahresverlauf 2000 äußerst dynamisch. Im zweiten Quartal 2000 wuchs das reale BIP um 3,8% im Jahresabstand, nach 3,9% im ersten Quartal. Am deutlichsten ist der Konjunkturaufschwung in der Sachgütererzeugung abzulesen, die sich – gemessen am Produktionsindex – im ersten Halbjahr 2000 um 12,4% gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet hat. Die derzeit günstige Konjunkturlage sollte sich auch in den nächsten Monaten ungebrochen fortsetzen. Dies signalisieren sowohl die jüngsten nationalen als auch internationalen Prognosen.
Wichtigste Stützen der heimischen Konjunktur sind die Investitionen und der Außenhandel, der vor allem von der guten internationalen Konjunkturlage und der Wechselkursentwicklung des Euro profitiert. Einem Wachstum der realen Exporte (laut VGR) von 9,6% im ersten Halbjahr 2000 steht ein reales Importwachstum von nur 5,5% gegenüber. Allerdings hat sich gemäß den vorliegenden Leistungsbilanzdaten für das erste Halbjahr 2000 auf Cash-Basis in den Monaten Mai und Juni eine Änderung im Außenhandel insofern vollzogen, als nun – bedingt durch die Ölpreishausse – die nominellen Importe weit schneller wachsen als die Exporte. Die Bruttoanlageinvestitionen weiteten sich im ersten Halbjahr im Jahresabstand um 4,5% aus und legten damit den Grundstein für ein zukünftig zu erwartendes höheres Wachstum des potenziellen Outputs. Auf Grund der gestiegenen verfügbaren Nettoeinkommen floriert auch der private Konsum, der im ersten Halbjahr real um 3,5% gewachsen ist und damit einen gewichtigen Teil zum derzeitigen Wirtschaftswachstum beiträgt.
Beflügelt durch den konjunkturellen Aufschwung und durch verstärkte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen hat sich auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter verbessert. Sowohl die national berechnete Arbeitslosenquote als auch die Arbeitslosenquote gemäß EU-Konzept lagen mit 5,8 und 3,4% im Zeitraum Jänner bis September 2000 wesentlich unter den Vergleichswerten des Vorjahres (6,7 und 3,9%).
Die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflationsrate ist – ausgehend von 1,6% im Mai – im Juni sprunghaft auf 2,4% im Jahresabstand gestiegen, zeigte jedoch mit Werten von 2,0% im Juli und 1,9% im August wieder eine leicht fallende Tendenz. Hauptsächlich verantwortlich für den jüngsten Teuerungsschub sind die stark gestiegenen Treibstoffpreise, die Energieabgabe auf Strom per Anfang Juni sowie eine Reihe von Gebührenerhöhungen bei öffentlichen Dienstleistungen. Preisdämpfend hingegen wirkten weitere Verbilligungen bei den Telekommunikationsleistungen.