- Für die ersten drei Quartale des Jahres 2000 meldeten die in Österreich tätigen Kreditinstitute eine starke Steigerung des Betriebsergebnisses in der Höhe von +33,2% auf 3,43 Mrd EUR. Vor allem die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen, der Saldo aus Provisionen und der Nettozinsertrag konnten gesteigert werden.
- Das für das Jahr 2000 erwartete Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beträgt 2,84 Mrd EUR und lag mit +58,3% deutlich über dem vergleichbaren Schätzwert 1999. Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich, jedoch auch der ertragswirksame Saldo aus der Auflösung von Wertpapieren, wurden geringer als im Vorjahr erwartet.
- Die cost-income-ratio betrug zum Berichtszeitpunkt 65,6% und konnte sich im Vergleich zum 1. bis 3. Quartal 1999 um 5%-Punkte verbessern.
Für die ersten neun Monate des Jahres 2000 meldeten die in Österreich tätigen Kreditinstitute eine starke Steigerung des Betriebsergebnisses in der Höhe von +33,2% auf 3,43 Mrd EUR. Das Verhältnis Betriebsergebnis zur Bilanzsumme betrug zum Berichtszeitpunkt 0,61% und konnte gegenüber dem Vorjahr nach oben korrigiert werden (+0,1%-Punkte).
Die Relation Betriebsergebnis zu den risikogewichteten Aktiva) betrug im 1. bis 3. Quartal 2000 1,21% und hat sich gegenüber der Vergleichsperiode 1999 merklich verbessert (+0,17%-Punkte).
In den ersten drei Quartalen des Jahres 2000 erhöhten sich die Betriebserträge um +13,8% auf 9,98 Mrd EUR. Die Betriebsaufwendungen stiegen mit +5,7% auf 6,55 Mrd EUR geringer an. Die cost-income-ratio betrug zum Berichtszeitpunkt 65,6% und konnte sich im Vergleich zum 1. bis 3. Quartal 1999 um 5%-Punkte verbessern.
In Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme stiegen die Betriebserträge um +0,04% Punkte an, die Betriebsaufwendungen gingen um −0,06%-Punkte zurück. Das Verhältnis Betriebserträge zu den risikogewichteten Aktiva verringerte sich allerdings gegenüber dem Vorjahr (−0,01%-Punkte).
Der Nettozinsertrag betrug 5,02 Mrd EUR und lag mit +6,8% deutlich über dem Wert der Vergleichsperiode 1999. Die Relation Nettozinsertrag zu den gesamten Betriebserträgen nahm allerdings nach wie vor ab. Sie betrug zum Berichtstermin 50,3% und verringerte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres (−3,3%-Punkte). Die Relation Nettozinsertrag zur durchschnittlichen Bilanzsumme betrug 0,90% und lag damit unter dem Wert der Vergleichsperiode 1999 (0,94%).
Die Zinsen und zinsähnlichen Erträge lagen mit einem Stand von 20,72 Mrd EUR um +4,16 Mrd EUR bzw. +25,1% über dem Wert der Vergleichsperiode 1999. Demgegenüber erhöhten sich die Zinsen und zinsähnlichen Aufwendungen mit +3,84 Mrd EUR bzw. +32,4% auf +15,71 Mrd EUR betragsmäßig schwächer.
Der Nettozinsertrag aus dem Inlandsgeschäft lag um +14,8% über dem Wert des 1. bis 3. Quartals 1999. Der Nettozinsertrag aus dem Auslandsgeschäft verringerte sich um −23,3% gegenüber dem Vorjahreswert.
Infolge der Zinserhöhung im EUR-Raum erhöhte sich im zinsabhängigen Kundengeschäft in den letzten zwölf Monaten die Verzinsung von 5,07% auf 5,39%, auch im vergleichbaren Passivgeschäft stieg die Verzinsung von 2,77% auf 3,00%. Die Nettozinsertragsspanne erhöhte sich daher von 2,30% auf 2,39%.
Die Erträge aus dem Wertpapier- und Beteiligungsgeschäft beliefen sich auf 1,29 Mrd EUR. Sie stiegen somit mit +44,8% deutlicher als in den ersten neun Monaten des Vorjahres an. Analog zu den letzten Quartalen wurde der Anstieg vorwiegend von Erträgen aus Anteilen an verbundenen Unternehmen getragen). Auch die Erträge aus Aktien und anderen Anteilsrechten und nicht festverzinslichen Wertpapiere sowie die Erträge aus Beteiligungen konnten gesteigert werden.
Der Saldo aus dem Provisionsgeschäft betrug 2,32 Mrd EUR und übertraf das Aufkommen des 1. bis 3. Quartals 1999 um beachtliche +20,1%. Wesentlichen Anteil an der Ertragsdynamik hatten die Provisionserträge aus Wertpapieren. Auch in allen anderen Segmenten des Provisionsertrages (Dienstleistungsgeschäft, Zahlungsverkehr, Devisen-, Sorten-, und Edelmetallgeschäft und Kreditgeschäft) konnten trotz schwierigen Umfeldes Zunahmen erzielt werden. Die Relation Saldo aus dem Provisionsgeschäft zu den Betriebserträgen betrug im 1. bis 3. Quartal 2000 23,3% und erhöhte sich gegenüber der Vergleichsperiode 1999 (+1,2%-Punkte).
Der positive Saldo aus Finanzgeschäften belief sich im 1. bis 3. Quartal 2000 auf 0,41 Mrd EUR. Trotz ungünstiger Rahmenbedingungen – geprägt durch ein höheres Zinsniveau auf den Anleihenmärkten und hohen Volatilitäten auf den internationalen Aktienmärkten – konnte der positive Saldo aus Finanzgeschäften um +10,1% höher als in der Vergleichsperiode des Vorjahres gesteigert werden. Insbesondere der Saldo aus Geschäften mit Wertpapieren, die nicht wie Finanzanlagen bewertet werden und Teil des Handelsbestandes sind, konnte gesteigert werden. Beim Saldo aus sonstigen Finanzgeschäften und beim Saldo aus Devisen-, Sorten- u. Edelmetallgeschäft konnten geringfügige Anstiege beobachtet werden. Der Anteil des volatilen Handelsergebnisses an den gesamten Betriebserträgen betrug zum Berichtstermin 4,1%.
Auf der Aufwandsseite waren die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen um +5,4% auf 5,42 Mrd EUR angestiegen.
Dabei stiegen die Personalaufwendungen mit +3,7% stärker als in der Vergleichsperiode des Vorjahres an. Die Relation der Personalaufwendungen zu den gesamten Betriebsaufwendungen betrug jedoch im 1. bis 3. Quartal 2000 50,9% und verringerte sich gegenüber der Vergleichsperiode 1999 (−1,0%-Punkte).
Die sonstigen Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand) stiegen im 1. bis 3. Quartal 2000 um +8,3% auf 2,09 Mrd EUR an. Sie machen bei kontinuierlicher Aufwärtsentwicklung inzwischen 31,9% des gesamten Betriebsaufwandes aus. Wie bereits in vergangenen Presseaussendungen berichtet, sind die umfangreichen Investitionen in die Informations- und Kommunikationstechnik zum Ausbau der elektronischen Bankendienstleistungen und zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit sowie der damit verbundene vermehrte Einsatz von Fremdpersonal in diesem Zusammenhang als Schlagworte zu nennen.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2000 erwarten die in Österreich tätigen Kreditinstitute ein Betriebsergebnis von 4,33 Mrd EUR (1999: 3,33 Mrd EUR).
Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich wird mit 1,60 Mrd EUR um −3,9% unter dem geschätzten Wert der Vergleichsperiode 1999 angesetzt. Er errechnet sich zum überwiegenden Teil aus den erwarteten Forderungen an Kunden und aus den bereits erfolgten Direktabschreibungen von Forderungen. Demgegenüber stehen in erster Linie die erwarteten Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen und aus Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und für Kreditrisiken.
Aus der Auflösung/Dotation von Wertberichtigungen auf Wertpapiere und Beteiligungen wird ein Saldo von 0,11 Mrd EUR erwartet, welcher im Jahr 2000 ertragswirksam werden soll (Schätzung 1999: 0,13 Mrd EUR).
Nach Berücksichtigung von Risikokosten und Bewertungsmaßnahmen ergibt sich ein erwartetes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 2,84 Mrd EUR. Dies wird gegenüber den ersten 3 Quartalen des Jahres 1999 mit +58,3% signifikant besser eingeschätzt.
Für das Jahr 2000 wird ein a.o. Aufwand in der Höhe von 0,12 Mrd EUR erwartet, während im Vorjahr zum Ende des 3. Quartals ein a. o. Ertrag von 0,06 Mrd EUR erwartet wurde. Die im Jahr 2000 erwarteten Steuern betragen 0,46 Mrd EUR (Vergleichsquartal 1999: 0,35 Mrd EUR). Daraus folgend rechnen die österreichischen Kreditinstitute für das Jahr 2000 mit einem Jahresüberschuss von 2,26 Mrd EUR, welcher mit +50,8% klar über dem erwarteten Wert der Vergleichsperiode 1999 (1,50 Mrd EUR) liegt.