- Die in Österreich tätigen Kreditinstitute meldeten für das Jahr 2000 eine starke Steigerung des Betriebsergebnisses im Ausmaß von +27,4% auf 4,52 Mrd EUR. Vor allem der Saldo aus Provisionen, die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen und der Nettozinsertrag konnten gesteigert werden.
- Die Relation Nettozinsertrag zu den gesamten Betriebserträgen lag mit 49,8% erstmals unter der 50%-Marke.
- Bei den Provisionserträgen aus dem Wertpapiergeschäft konnte ein überproportionales Wachstum (+42,9%) beobachtet werden.
- Der return on equity betrug zum Berichtszeitpunkt 9,5% und konnte gegenüber der Vergleichsperiode 1999 mit +2,5%-Punkten klar gesteigert werden.
Im Jahr 2000 betrug das vorläufige Betriebsergebnis1) der in Österreich tätigen Kreditinstitute 4,52 Mrd EUR und lag mit +27,4% deutlich über dem Wert der Vergleichsperiode 1999. Das Verhältnis Betriebsergebnis zur Bilanzsumme betrug zum Berichtszeitpunkt 0,82% und erhöhte sich gegenüber dem Jahr 1999 um +0,1%-Punkte.
Die Relation Betriebsergebnis zu den risikogewichteten Aktiva) betrug im Jahr 2000 1,67% und hat sich gegenüber der Vergleichsperiode 1999 mit +0,26%-Punkten verbessert. Aus dieser Kennzahl ist ersichtlich, daß im Verhältnis zum eingegangenen Risiko mehr Erträge erzielt werden konnten.
Die Betriebserträge stiegen um +11,9% an, die Betriebsaufwendungen erhöhten sich hingegen mit +5,4% deutlich geringer. Die cost-income-ratio betrug zum Berichtszeitpunkt 66,6% und hat sich gegenüber der Vergleichsperiode 1999 um 4,1%-Punkte verbessert. In Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme stiegen die Betriebserträge an (+0,1%-Punkte), die Betriebsaufwendungen gingen im selben Ausmaß zurück . Das Verhältnis Betriebserträge zu den risikogewichteten Aktiva erhöhte sich gegenüber der Vergleichsperiode 1999 um +0,21%-Punkte.
Der Nettozinsertrag betrug 6,73 Mrd EUR und lag mit +7,1% klar über dem Wert der Vergleichsperiode 1999. Die Relation Nettozinsertrag zu den gesamten Betriebserträgen nahm allerdings deutlich ab und betrug im Jahr 2000 49,8% (1999: 52,0%). Somit liegt der Anteil des Nettozinsertrages an den gesamten Betriebserträgen erstmals unter der 50%-Marke. Die Zinskomponente ist jedoch immer noch der weitaus größte Ertragsbestandteil, hat aber in den letzten Jahren kontinuierlich von ihrer Dominanz verloren. Die Relation Nettozinsertrag zur durchschnittlichen Bilanzsumme lag mit 1,22% unter dem Wert der Vergleichsperiode 1999 (1,24%).
Die Zinsen und zinsähnlichen Erträge lagen mit 27,51 Mrd EUR um +5,13 Mrd EUR oder +22,9% über dem Vergleichswert 1999. Die Zinsen und zinsähnlichen Aufwendungen erhöhten sich mit +4,68 Mrd EUR oder +29,1% auf 20,77 Mrd EUR betragsmäßig schwächer. Diese Entwicklung resultiert aus einem im Vergleich zum Jahr 1999 höheren Zinsniveau im EUR-Raum.
Im zinsabhängigen aktivseitigen Kundengeschäft erhöhte sich in den letzten 12 Monaten die Verzinsung von 4,99% auf 5,42%, auch im vergleichbaren Passivgeschäft stieg die Verzinsung von 2,76% auf 3,05% an. Die Nettozinsertragsspanne erhöhte sich daher von 2,23% auf 2,37%.
Die Erträge aus dem Wertpapier- und Beteiligungsgeschäft betrugen im Jahr 2000 1,82 Mrd EUR und lagen um +33,9% höher als in der Vergleichsperiode 1999. Wie bereits zu den letzten Berichtsterminen zu beobachten war, wurde der Anstieg fast ausschließlich von Erträgen aus Anteilen an verbundenen Unternehmen getragen. Eine Steigerung konnte auch bei den Erträgen aus Aktien und Anteilsrechten und nicht festverzinslichen Wertpapieren verzeichnet werden, allerdings weit geringer als in der Vergleichsperiode 1999. Bei den Erträgen aus Beteiligungen war hingegen ein Rückgang zu beobachten. Dieser Ertragsrückgang kann mit dem Rückzug zahlreicher Kreditinstitute aus bankfremden Beteiligungen und Konzentration auf das Kerngeschäft begründet werden.
Der Saldo aus dem Provisionsgeschäft belief sich auf 3,18 Mrd EUR und verbesserte sich im Jahr 2000 mit einem Plus von +17,4% besonders kräftig. Die Dynamik lieferten insbesondere die Provisionserträge aus dem Wertpapierbereich. Sie erreichten mit einem Plus von +42,9% die mit Abstand stärkste Steigerung in den letzten Jahren. Auch im Bereich der Provisionsaufwendungen aus dem Wertpapiergeschäft konnten Zunahmen (+52,5%) beobachtet werden. Trotzdem erzielte der Nettoprovisionsertrag aus dem Wertpapierbereich eine deutliche Steigerung gegenüber den Vergleichsperiode 1999 (+0,36 Mrd EUR bzw. +39,3%). Aus der Umschichtung von Spareinlagen in höher rentierende Veranlagungsformen ergibt sich ein Wachstumspotential, welches das Provisionsergebnis in die Höhe treibt. Auch in den Segmenten Dienstleistungsgeschäft, Zahlungsverkehr, Devisen-, Sorten- und Edelmetallgeschäft sowie Kreditgeschäft konnten im Jahr 2000 Zunahmen erzielt werden. Die Relation Saldo aus dem Provisionsgeschäft zu den Betriebserträgen betrug im Jahr 2000 23,5%, in der Vergleichsperiode 1999 lag diese noch bei 22,4%.
Der positive Saldo aus Finanzgeschäften belief sich im Jahr 2000 auf 0,51 Mrd EUR. Er konnte somit gegenüber der Vergleichsperiode 1999 um +13,4% nach oben korrigiert werden und hat die Ertragsentwicklung im Jahr 2000 spürbar gestützt. Insbesondere beim Saldo aus sonstigen Finanzgeschäften konnte eine positive Entwicklung beobachtet werden. Somit war der Handel mit besonderen außerbilanzmäßigen Finanzgeschäften vorwiegend für die Ertragsdynamik im volatilen Bereich des Eigenhandels verantwortlich. Der Anteil des Handelsergebnisses an den gesamten Betriebserträgen betrug zum Berichtstermin 3,8%.
Auf der Aufwandsseite waren die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen um +4,3% sichtbar angestiegen. Im Bereich der Personalaufwendungen war eine moderate Steigerung von +1,8% auf 4,48 Mrd EUR zu beobachten. Die Relation der Personalaufwendungen zu den gesamten Betriebsaufwendungen sank im Jahr 2000 unter die 50%-Grenze auf 49,7% (1999: 51,5%). Die sonstigen Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand) erhöhten sich im Jahr 2000 kräftig, und zwar um +8,5% auf 2,93 Mrd EUR. Sie tragen mittlerweile zu 32,5% (Vergleichsperiode 1999: 31,6%) zu den gesamten Betriebsaufwendungen bei. Wie bereits in vorangegangenen Presseaussendungen erwähnt, zwingen die Veränderungen in der Finanzbranche – Stichwort Internet als Wettbewerbsfaktor – die Banken zu hohen Investitionen im IT-Bereich. Die von seiten der Kreditinstitute in diesem Zusammenhang geplanten Einsparungen konnten zum großen Teil noch nicht realisiert werden, die hohen Entwicklungs- und Investitionskosten schlagen sich jedoch bereits jetzt zu Buche.
Das für das gesamte Geschäftsjahr 2000 erwartete endgültige Betriebsergebnis der in Österreich tätigen Kreditinstitute betrug 4,39 Mrd EUR (1999: 3,48 Mrd EUR)). Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich wird mit 1,94 Mrd EUR angesetzt, was eine klare Ausweitung um +7,5% gegenüber dem geschätzten Wert der Vergleichsperiode bedeutet. Der Wertberichtigungsbedarf setzt sich weitgehend aus den erwarteten Forderungen an Kunden und den bereits erfolgten Direktabschreibungen zusammen.
Demgegenüber stehen vorwiegend die erwarteten Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen und aus Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und für Kreditrisiken. Bei Wertpapieren und Beteiligungen wurden neuerlich mehr Wertberichtigungen aufgelöst als gebildet; es wird ein für 2000 ertragswirksamer Saldo von 0,42 Mrd EUR erwartet (Schätzung 1999: 0,29 Mrd EUR). Damit ergibt sich ein erwartetes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 2,88 Mrd EUR. Dies wird gegenüber der Vergleichsperiode 1999 mit +46,3% deutlich besser eingeschätzt. Für das Jahr 2000 wird ein a.o. Aufwand von 0,09 Mrd EUR erwartet, die erwarteten Steuern betragen 0,45 Mrd EUR. Daraus resultierend rechnen die in Österreich tätigen Kreditinstitute mit einem Jahresüberschuß von 2,34 Mrd EUR, welcher mit +41,4% signifikant über dem Wert der Vergleichsperiode 1999 (1,65 Mrd EUR) liegt.
Die Eigenkapitalrentabilität (return on equity) betrug zum Berichtszeitpunkt 9,5% und konnte gegenüber der Vergleichsperiode 1999 mit +2,5%-Punkten klar gesteigert werden.