Presseaussendung


Die österreichische Zahlungsbilanz in den Monaten Jänner bis März 2001

(auf Basis von Zahlungsströmen; "Cash-Basis")

Wien, 23. 5. 2001


Für den Zeitraum Jänner bis März 2001 wies die österreichische Leistungsbilanz mit -0,43 Mrd. Euro (6 Mrd. S) ein um 0,26 Mrd. Euro niedrigeres Defizit auf als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.


 

Die Verringerung des Leistungsbilanzdefizits lässt sich durch geringere Defizite in der Einkommensbilanz und der Bilanz der laufenden Transfers erklären. Das Defizit der Bilanz der Warenzahlungen wurde wie im Vergleichszeitraum 2000 durch Überschüsse aus der Dienstleistungsbilanz abgedeckt und beeinflusste daher den Trend des Gesamtergebnisses nicht. Nach schwächeren Zuwachsraten der Zahlungen für Warenimporte und der Erlöse für Warenexporte im März errechnen sich für den Berichtszeitraum Zuwachsraten der Exporte von 8 % und der Importe von 9 %. 

 

Der Überschuss der Dienstleistungen erhöhte sich um 0,32 Mrd. Euro auf 2,61 Mrd. Euro. Der Reiseverkehr ergab bei um 3 % höheren Einnahmen und um 6 % höheren Ausgaben ein geringfügig besseres Ergebnis als in den ersten drei Monaten 2000. Stärker als der Reiseverkehr wuchsen die Nettoeinnahmen aus dem internationalen Personentransport (+53 Mio. Euro). Auch eine Reihe von anderen Dienstleistungspositionen, wie vor allem die Leistungen zwischen verbundenen Unternehmen sowie die Positionen Versicherungs- bzw. Finanzdienstleistungen verzeichneten günstigere Ergebnisse. 

 

Der negative Saldo der Einkommensbilanz sank um 0,10 Mrd. Euro auf 0,29 Mrd. Euro, wofür überwiegend die höheren Zuflüsse der Einkommen aus Direktinvestitionen verantwortlich waren; das Defizit der Einkommen aus Portfolioinvestitionen nahm dagegen zu.

 

Der ebenfalls negative Saldo der Bilanz der Laufenden Transfers hat sich gegenüber der Vergleichsperiode Jänner bis März 2000 auf 0,15 Mrd. Euro halbiert. 

 

Die Kapitalbilanz zeigte im Bereich der Portfolioinvestitionen in der Berichtsperiode einen Nettokapitalimport von 0,56 Mrd. Euro gegenüber 1,02 Mrd. Euro in den ersten drei Monaten 2000. Größter Einflussfaktor für dieses Ergebnis waren die grenzüberschreitenden Wertpapiergeschäfte im Bereich der festverzinslichen Titel, die in beiden Richtungen die Vorjahresvergleichswerte deutlich übertrafen: Mit 8,49 Mrd. Euro haben österreichische Investoren in den ersten drei Monaten 2001 ein deutlich größeres Volumen an ausländischen Festzinstiteln erworben als im Vergleichszeitraum 2000 (5,87 Mrd. Euro). 

 

Andererseits wurden österreichische festverzinsliche Wertpapiere im Ausmaß von 10,82 Mrd. Euro (Jänner bis März 2000: 9,82 Mrd. Euro) an das Ausland abgesetzt. Ausländische Investmentzertifikate und Aktien wurden mit 2,28 Mrd. Euro in geringerem Ausmaß von österreichischen Anlegern erworben als in der Vergleichsperiode 2000 (3,15 Mrd. Euro). 

 

Die Nettowerte der Direktinvestitionen (Neuinvestitionen abzüglich Desinvestitionen) waren im Berichtszeitraum mit jeweils rund 0,40 Mrd. Euro in beide Richtungen etwa gleich hoch. 

 

Die Sonstigen Investitionen schlossen mit einem Kapitalexport von 3,17 Mrd. Euro, wobei die Entwicklung von den Banken dominiert wurde. 

 

Die offiziellen Währungsreserven nahmen in der Berichtsperiode transaktionsbedingt um rd. 2 Mrd. Euro ab.



Zahlungsbilanzdaten
in Mrd EUR
 
 MärzJänner bis März
2000200120002001
 
Leistungsbilanz−0,19−0,32−0,70−0,43
Warenzahlungen−0,88−0,98−2,29−2,60
Eingänge6,186,3816,6718,05
Ausgänge7,067,3618,9620,66
Dienstleistungen0,680,892,292,61
Eingänge2,192,256,447,03
Ausgänge1,511,364,154,42
hievon: Reiseverkehr0,490,461,711,72
Eingänge1,161,123,483,60
Ausgänge0,670,661,771,87
Einkommen0,13−0,01−0,39−0,29
Eingänge1,051,382,713,58
Ausgänge0,921,393,103,87
Laufende Transfers−0,12−0,22−0,31−0,15
Eingänge0,190,160,840,98
Ausgänge0,310,381,151,13
 
Vermögensübertragungen0,020,00−0,02−0,04 
 
Kapitalbilanz−0,58−0,130,52−1,45 
Direktinvestitionen0,240,300,21−0,03
Portfolioinvestitionen−1,310,831,020,56
Sonstige Investitionen0,41−2,48−0,98−3,17
Finanzderivate0,080,450,28−0,76
Offizielle Währungsreserven1)0,010,78−0,011,95 
 
Statistische Differenz0,760,450,201,92