Presseaussendung
Die österreichische Zahlungsbilanz in den Monaten Jänner bis April 2001
(auf Basis von Zahlungsströmen; "Cash-Basis")
Wien, 22. 6. 2001
Die österreichische Leistungsbilanz zeigt für den Zeitraum Jänner bis April 2001 ein Defizit in Höhe von 0,67 Mrd. Euro, das damit nur rund halb so hoch wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres war.
Die Warenzahlungen ergaben per Saldo ein gegenüber den ersten vier Monaten 2000 leicht erhöhtes Defizit; wie im Vergleichszeitraum 2000 wurde es durch Überschüsse der Dienstleistungsbilanz nahezu ausgeglichen. Die Einkommensbilanz und die Bilanz der laufenden Transfers schlossen mit verringerten negativen Salden.
Im einzelnen wurden weiterhin hohe Zuwachsraten bei Exporterlösen und Importzahlungen (jeweils +15 %) beobachtet, wodurch sich das Defizit der Warenzahlungen wegen des höheren Niveaus der Importe um 0,33 Mrd. Euro ausweitete. Saldiert mit dem Überschuss der Dienstleistungsbilanz ergab sich – fast unverändert gegenüber dem Vergleichszeitraum 2000 – ein negativer Saldo in Höhe von 0,20 Mrd. Euro. Der Reiseverkehrsüberschuss – als wichtigste Einzelkomponente der Dienstleistungen – war im Vorjahresvergleich leicht höher (1,73 Mrd. Euro gegenüber 1,67 Mrd. Euro in den ersten vier Monaten 2000), wobei die Reiseverkehrsausgaben mit +9 % etwas stärker stiegen als die –einnahmen mit +7%.
Gemäß den auf Zahlungsströmen basierenden ersten Auswertungen ist das Defizit der Einkommensbilanz um 0,39 Mrd. auf 0,09 Mrd. Euro gesunken; diese Entwicklung war auf Saldenverbesserungen der Einkommen aus Direktinvestitionen sowie aus sonstigen Investitionen zurückzuführen.
Das Defizit der Laufenden Transfers war mit 0,37 Mrd. Euro ebenfalls geringer als im Vergleichszeitraum 2000.
In der Kapitalbilanz standen Nettokapitalimporten aus dem Wertpapierbereich - österreichische Wertpapiere wurden in höherem Ausmaß an das Ausland abgesetzt als ausländische Titel von österreichischen Anlegern erworben – und aus Direktinvestitionen Nettokapitalexporte im Bereich der Sonstigen Investitionen gegenüber.
Im Rahmen der Portfolioinvestitionen zeigte sich weiterhin ein Trend zu Rentenwerten: österreichische festverzinsliche Wertpapiere wurden im Ausmaß von 11,73 Mrd. Euro (Jänner bis April 2000: 11,02 Mrd. Euro) an ausländische Anleger abgesetzt. Auf der anderen Seite umfasste der Erwerb ausländischer Wertpapiere durch Österreicher festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 8,07 Mrd. Euro (Vergleichszeitraum 2000: 7,26 Mrd. Euro) und ausländische Anteilspapiere in Höhe von 3,09 Mrd. Euro (Vergleichszeitraum 2000: 4,31 Mrd. Euro).
Die Direktinvestitionen Österreichs im Ausland lagen mit 0,60 Mrd. Euro leicht unter dem Wert der ausländischen Direktinvestitionen in Österreich (0,66 Mrd. Euro).
Die Kapitalexporte im Bereich der Sonstigen Investitionen waren im wesentlichen durch Finanzströme des Bankensystems bestimmt.
Die offiziellen Währungsreserven nahmen in der Berichtsperiode transaktionsbedingt um 2,58 Mrd. Euro ab.
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