- Internationale Verflechtung der österreichischen Unternehmen steigt zwar, bleibt aber weiterhin unterdurchschnittlich
- Bis Ende 2000 dürfte der Wert der ausländischen Investitionen in Österreich rd. 30 ½ Mrd Euro erreicht haben, jener der österreichischen Direktinvestitionen im Ausland jedoch erst 22 1/2 Mrd Euro.
- Österreich ist ein attraktiver Standort für ausländische Unternehmen
- Rund 30% der Auslandsinvestitionen österreichischer Firmen gehen nach Mittel- und Osteuropa, verglichen mit nur 2% weltweit
Die Firmenübernahmen der letzten Zeit lassen vereinzelt Ängste über einen „Ausverkauf Österreichs“ aufkommen. Dem ist aber entgegenzuhalten, das der wirtschaftliche Aufholprozeß Österreichs in den 80iger und 90iger Jahren ohne die großen ausländischen Direktinvestitionen – als Beispiele seien nur Motorenwerke von General Motors und BMW in Aspern und Steyr, der Automobilcluster in der Steiermark mit Magna, Daimler/Chrysler, sowie die Chip Werke bei Graz und Villach genannt – nicht so erfolgreich gewesen wäre. Darüber hinaus sind ausländische Direktinvestitionen ein Indikator für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes. Österreich kann hier mit gut ausgebildeten Arbeitskräften, die daher auch hoch produktiv sind und somit mit günstigen Lohnstückkosten produzieren, einer guten Infrastruktur und monetärer, wirtschaftlicher und sozialer Stabilität punkten.
Besonders groß sei der Rückstand bei den aktiven Direktinvestitionen, d. h. den Beteiligungen österreichischer Firmen im Ausland. Zwar habe seit der Ostöffnung ein rasanter Aufholprozess eingesetzt, dennoch sei Österreich – im Gegensatz zu den meisten hochentwickelten Industriestaaten – netto immer noch ein Investitionsnehmer. Die wichtigsten Gründe dafür seien die klein- und mittelbetriebliche Struktur der österreichischen Wirtschaft mit ihrem hohen Anteil an Familienunternehmen, der bis in die 80er Jahre bedeutende Anteil der verstaatlichten Industrie, die geringe Börsenkapitalisierung wie auch die bis zur Ostöffnung gegebene Randlage am Eisernen Vorhang.
Weltspitze sei Österreich allerdings inzwischen als Investor in Mittel- und Osteuropa. Während weltweit nur 2% aller Auslandsbeteiligungen auf diese dynamische Region entfallen, sind es für Österreich rund 30%. In den Nachbarländern liegt Österreich damit auch absolut gesehen unter den drei wichtigsten Auslandsinvestoren.