- Die Bilanzsumme der Kreditinstitute erhöhte sich seit Beginn des Jahres nur um +1,0% gegenüber +9,9% im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
- Auch die Direktkredite wuchsen nur noch um +3,1% und damit beinahe halb so stark wie in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der Boom der Fremdwährungskredite hat sich im heurigen Jahr deutlich abgeschwächt.
- Die Einlagen erhöhten sich seit Beginn des Jahres um +2,2% und somit wesentlich stärker als noch im Vorjahr (+1,3%). Vor allem das Sparbuch erlebt trotz der Abschaffung der Sparbuchanonymität derzeit eine Renaissance. So wuchsen die Spareinlagen heuer bereits um +0,8%, während sie in den Vorjahren (zuletzt um –3,1%) gesunken waren.
Seit Beginn des Jahres erhöhte sich die Gesamtbilanzsumme der in Österreich tätigen Kreditinstitute um +5,82 Mrd EUR oder +1,0%. Noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres war ein rund zehn Mal so großes Bilanzsummenwachstum von +51,76 Mrd EUR oder +9,9% gemeldet worden. Bei Bereinigung dieser Zahlen um Sondereffekte im Zusammenhang mit der Umstrukturierung der größten österreichischen Bank reduziert sich die Verlangsamung des Bilanzsummenwachstums allerdings auf rund 6%.
Seit Beginn des Jahres wuchsen die Direktkredite – analog zur sich abkühlenden Konjunktur1) – nur noch um +6,95 Mrd EUR (+3,1%) und damit beinahe halb so stark wie in der Vergleichsperiode des Vorjahres (+13,57 Mrd EUR oder +6,4%). Auch der Boom der Fremdwährungskredite hat sich im heurigen Jahr deutlich abgeschwächt: Wuchsen sie im Vorjahr noch um +8,51 Mrd EUR (+25,7%), so lag der heurige Anstieg nur noch bei +2,89 Mrd EUR oder +7,3%. Der Zuwachsrückgang der Direktkredite in Euro fiel hingegen lange nicht so stark aus: Diese stiegen im Vorjahr zwar um +5,06 Mrd EUR (+2,8%), heuer aber immerhin noch um +4,05 Mrd EUR oder +2,2%. Der Anteil der Kredite in Fremdwährungen an den gesamten vergebenen Direktkrediten erhöhte sich somit seit Beginn des Jahres nur noch geringfügig um +0,7 Prozentpunkte auf 18,3% gegenüber einem Plus von +2,8 Prozentpunkten im Vorjahr.
Der Anteil der Fremdwährungsausleihungen an den gesamten Ausleihungen war im September 2001 von allen volkswirtschaftlichen Sektoren bei den privaten Haushalten mit 22,7% am höchsten. An zweiter Stelle rangierten die Unternehmungen (19,4%), wobei deren Wachstumsdynamik deutlich schwächer als jene der privaten Haushalte ausgeprägt war.
51% aller Fremdwährungsausleihungen wurden in Schweizer Franken gehalten, rund 8 Prozentpunkte weniger als noch zu Beginn des Jahres. Der Anteil der Kredite in Japanischen Yen ist hingegen seit 1999 stark im Steigen begriffen und erhöhte sich seit Beginn des Jahres von 34% auf 42%.
Die Einlagen erhöhten sich seit Beginn des Jahres um +3,92 Mrd EUR oder +2,2% und somit wesentlich stärker als noch im Vorjahr (+2,23 Mrd EUR oder +1,3%). Der Grund hiefür lag vor allem bei den Spareinlagen: Sanken diese im Vorjahr – analog zu den letzten Jahren – noch um -3,80 Mrd EUR (–3,1%), so wuchsen sie heuer bereits um +0,95 Mrd EUR (+0,8%). Angesichts der nicht erst seit dem Terroranschlag am 11. September äußerst angespannten Situation auf den internationalen Kapitalmärkten und dem damit einhergehenden Bedürfnis vieler Privater, sichere Erträge zu lukrieren, scheint das Sparbuch trotz der Abschaffung der Sparbuchanonymität derzeit eine Renaissance zu erleben. Dies, obwohl der durchschnittliche Zinssatz für Spareinlagen bis 12 Monaten Laufzeit seit Jahresbeginn um 0,45 Prozentpunkte auf 2,77% und jener für Spareinlagen über 12 Monate Laufzeit um 0,42 Prozentpunkte auf 3,19% gesunken ist.
Seit Jänner dieses Jahres wuchs das Volumen der Derivativgeschäfte um +229,96 Mrd EUR (+29,22%), während der Zuwachs in der Vergleichsperiode des Vorjahres nur bei +183,25 Mrd EUR oder +27,9% gelegen war. Der Großteil des Zuwachses stammte aus Zinsoptionen (+147,06 Mrd EUR) sowie Zinsswaps (+61,73 Mrd EUR bzw. +14,0%). Generell war beim Handel mit Zinsderivaten seit Beginn der Währungsunion eine Zunahme festzustellen. Mit Stand September 2001 lag das Verhältnis der Derivativgeschäfte zur Bilanzsumme bei 178,9%.
Zum 30. September 2001 hielten die in Österreich tätigen Kreditinstitute 40,01 Mrd EUR an Eigenmittel und somit um +2,58 Mrd EUR oder 6,9% mehr als noch zu Beginn des Jahres. Die (unkonsolidierte) Eigenmittelausstattung in Prozent der Bemessungsgrundlage stieg um +0,5 Prozentpunkte auf 14,3%. Da die risikogewichteten Aktiva2) mit einem Plus von +13,94 Mrd EUR (+5,8%) deutlich stärker als die Bilanzsumme (+1,0%) wuchsen, stieg auch die Kennzahl der risikogewichteten Aktiva in Prozent der Bilanzsumme in den ersten neun Monaten 2001 um +2,0 Prozentpunkte auf 44,8%.