IWF-Generaldirektor Köhler, Finanzminister Grasser und OeNB-Gouverneur Liebscher unterzeichnen Übereinkommen (Memorandum of Understanding) über die Weiterführung des Joint Vienna Institute in Wien
Am 13. März 2002 unterzeichneten der Generaldirektor des Internationalen Währungsfonds, Horst Köhler, der österreichische Finanzminister, Karl-Heinz Grasser, und der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, Klaus Liebscher, in Wien ein Memorandum of Understanding über das Joint Vienna Institute (JVI). In diesem Memorandum, auf dessen Basis Österreich gemeinsam mit dem IMF die Kosten des Instituts tragen und ein neues Gebäude zur Verfügung stellen wird, wird der dauerhafte Bestand des JVI in Wien vereinbart.
Das Joint Vienna Institute bietet auf multilateraler Basis Ausbildung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter v. a. aus Zentralbanken und Finanzministerien der Transformationsländer an. Der geographische Schwerpunkt liegt dabei auf den Ländern Mittel, Ost- und Südosteuropas sowie den GUS-Staaten, aber auch China und Vietnam sind vertreten. Das Kursprogramm umfasst Themen der angewandten Wirtschaftspolitik mit besonderer Relevanz für den Transformationsprozess, wobei sowohl die internationalen Trägerorganisationen – allen voran der IWF – und österreichische Institutionen die konkrete Ausgestaltung und Darbietung der Kurse übernehmen. Die Dauer der Kurse reicht je nach Inhalt von einer bis zu 14 Wochen.
Mehr als 13.500 Teilnehmer aus 33 Ländern haben bislang die Kurse dieser multilateralen Institution besucht und mit dem erworbenen Know-how die Umstrukturierung der Wirtschaft und öffentlichen Verwaltungen in ihren Ländern unterstützt. Die erfolgreiche Absolvierung der angebotenen Lehrgänge gilt vielfach als „Gütesiegel“ und hat bereits bei vielen Teilnehmern den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere in ihren Heimatländern gelegt. Insbesondere der 14-wöchige „Applied Economic Policy“-Kurs hat sich in diesem Zusammenhang einen guten Namen gemacht.
Das in Wien angesiedelte Institut wurde 1992 auf österreichische Anregung als gemeinsame Initiative des IMF, der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der Europäischen Bank für Wiederaufbau (EBRD) und Entwicklung, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Weltbankgegründet. Die Welthandelsorganisation (WTO) trat 1999 bei.
Das Memorandum of Understanding stellt die Basis dafür dar, dass Österreich künftig eine tragende Säule dieser internationalen Institution bildet und dadurch den Transformationsprozess in für Europa wesentlichen Regionen fördert.
Presseaussendung
IWF, BMF, OeNB: Übereinkommen betreffend Joint Vienna Institute in Wien
Wien, 14. 3. 2002
Verleger, Herausgeber und Hersteller:
Oesterreichische Nationalbank
Mag. Wolfdietrich Grau
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