Diese Studie bietet einen aktuellen Überblick über die Nutzung von Zahlungskarten und die Struktur der Zahlungstransaktionen privater Haushalte in Österreich. Damit wird ein letztes Gesamtbild der Zahlungstransaktionen der „Schilling-Ära“ vor der Einführung des Euro als Bargeld dokumentiert, das auf einer 1996 erstmals erstellten Studie aufbaut und umfassend das Zahlungsverhalten privater Haushalte charakterisiert. Die Analyse illustriert auf Basis verschiedener, von der Oesterreichischen Nationalbank in Auftrag gegebener Umfragen mehrere interessante Ergebnisse:
- Trotz der teilweise rasanten Entwicklung bei den Bankomatzahlungen und der hohen Wachstumsraten beim Quick-System ist in Österreich Bargeld immer noch das mit Abstand wichtigste Zahlungsmittel. Gemessen an der Anzahl der Zahlungen entfällt auf Bargeld immer noch ein Anteil von 93%, in Prozent des gesamten Zahlungsvolumens entsprechen die Transaktionen mit Banknoten und -münzen einem Anteil von 81%. Im Vergleich mit 1996 ist es zwar zu dem erwarteten Substitutionsprozess von den Bargeldzahlungen zu den unbaren Zahlungsformen gekommen, interessanterweise sind jedoch auch signifikante Nutzungsverschiebungen innerhalb der unbaren Zahlungsformen zu verzeichnen. Insbesondere wurden Kreditkarten- und Scheckzahlungen durch Zahlungen mittels Bankomatkarte substituiert.
- Die Untersuchung der Zahlungskartenverbreitung und –nutzung zeigt, dass die Point-of-Sale (POS)-Zahlungen nach wie vor stark wachsen. Noch höhere Wachstumsraten werden derzeit beim Quick-System erzielt, dessen Nutzung aber immer noch vergleichsweise gering ist. Aus den Umfrageergebnissen über die beabsichtigte zukünftige Nutzung der Karten geht hervor, dass mit einer deutlich zunehmenden Verwendung von Zahlungskarten gerechnet werden kann.
- Schließlich wird in der Studie mittels Diskriminanzanalyse untersucht, welche Faktoren für die Entscheidung, eine bestimmte Zahlungsform zu wählen, ausschlaggebend sind. Als Trennvariablen zur Unterscheidung der beiden Gruppen werden Kenngrößen wie das Alter, die Schulbildung, das persönliche Einkommen, die Bargeldhaltung, usw. gewählt. Untersuchungen dieser Art können als Unterstützung bei der Erkennung künftiger Trends über die Beweggründe zur zukünftigen Wahl einer bestimmten Zahlungsform herangezogen werden. Die Resultate zeigen, dass der künftige Erwerb einer Zahlungskarte bzw. die Nutzung von Internetbanking vor allem mit dem Alter, der Schulbildung und dem persönlichen Einkommen zusammenhängen.
Die Publikation „Berichte und Studien 1/2002“ wird hier ab Dienstag, den 19. März 2002, im Internet auf der Homepage der Oesterreichischen Nationalbank zur Verfügung gestellt werden.