Presseaussendung


Info zu aktuellen Zinssätzen und gesetzlichen Regelungen

OeNB launchte Plattform für Zinsklauseln

Wien, 19. 3. 2002


Im Jahr 2001 hat sich die Zahl der Privatkredite in Österreich auf etwa 600.000 belaufen. Bei mehr als zwei Drittel der Privatkredite wurde ein Zinssatz vereinbart, der angepasst werden kann (variabler Zinssatz). Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) bietet nun Kreditnehmern und allen Interessierten eine unabhängige Internet-Plattform rund um das Thema Zinsklauseln unter http://zinsklauseln.oenb.at an. 

Für Kreditnehmer mit einem variablen Zinssatz ist die Zinssatzentwicklung natürlich besonders interessant, da diese als Grundlage für die Berechnung der aktuellen Kreditzinsen herangezogen wird. Die OeNB bietet nun alle Informationen zum Thema Zinssätze übersichtlich und leicht verständlich an. Man kann sich auch für das kostenlose Benachrichtigungsservice der OeNB anmelden und bekommt dann laufend die aktuelle Zinssatzentwicklung per E-Mail zugeschickt.

Neben der Zinssatzentwicklung informiert http://zinsklauseln.oenb.at über die Verbraucherschutzbestimmungen im Bankwesengesetz (BWG) und im Konsumentenschutzgesetz (KSchG) sowie die Hintergründe zum Zustandekommen der verschiedenen Zinssätze. Zur Abrundung finden User ein Glossar zur Erklärung finanztechnischer Begriffe. 

Änderungen durch Teilnahme an europäischer Wirtschafts- und Währungsunion:

Durch die Teilnahme an der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion wurden die geldpolitischen Instrumente der OeNB durch die des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) ersetzt. So wurden unter anderem auch die Leitzinssätze der OeNB (Diskont- und Lombardsatz), die in einer Reihe von Gesetzen und Verordnungen aber auch in vielen Verträgen als Bezugsgröße verwendet wurden, mit 1. Jänner 1999 durch Nachfolgezinssätze (Basis- und Referenzzinssatz), ersetzt. 

Zinsänderungsklauseln in Verträgen nach dem 1. Jänner 1999: 

Zinsänderungsklauseln bei Kreditverträgen, die nach dem Beitritt zur europäischen wirtschafts- und Währungsunion abgeschlossen wurden, verweisen in erster Linie auf die Zinssätze der Europäischen Zentralbank (EZB), die Zwischenbankenzinssätze EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate) und EONIA (Euro Overnight Index Average) oder auf die so genannte Sekundärmarktrendite.