Presseaussendung


Entwicklung der inländischen Investmentfonds

Stand: Dezember 2001

Wien, 9. 4. 2002


Quelle: OeNB Investmentfondsstatistik;
Fefsi Quartalsstatistik Investmentfonds

Kernaussagen:

  • Trotz ungünstigerer Konjunkurdaten und den Turbulenzen infolge des Anschlages vom 11. September war im Berichtsjahr die Veranlagungsbereitschaft in Investmentfonds weiterhin hoch. Auf Basis des Veranlagungsvolumens Dezember 2000 erreichte das im Jahr 2001 in Investmentfonds neu investierte Kapital mit +7,62% (+6,3 Mrd EUR) etwa die Wachstumsrate der Spareinlagen (+7,83%).
  • Gegenüber Ende 2000 erhöhte sich das in Investmentfonds veranlagte Volumen um +3,8 Mrd. EUR bzw. +4,6%. Damit veranlagten die 23 österreichischen Kapitalanlagegesellschaften mit ihren insgesamt 1720 aufgelegten Fonds per Dezember 2001 ein Volumen von 86,8 Mrd. EUR.
  • Bedingt durch die weltweit ungünstige Börsenentwicklung wiesen Österreichs Investmentfonds im Jahr 2001 insgesamt einen geringen Wertverlust von -9 Mio. EUR aus. Dies entspricht einer Performance von -0,009%.
  • Der langjährige Trend massiv steigender Aktienveranlagungen konnte sich nach einer Stagnation im Jahr 2000, im Berichtsjahr ebenfalls nicht fortsetzen.
  • Die seit Jahren zu beobachtende Verlagerungstendenz von Inlands- zu Auslandsveranlagungen war abgeschwächt auch im Berichtsjahr festzustellen.      

Trotz der ungünstigen Konjunkturentwicklung und den Turbulenzen infolge des Anschlages vom 11. September zeigte sich 2001 in Österreich weiterhin eine sehr hohe Veranlagungsbereitschaft in Investmentfonds. Auf Basis des Veranlagungsvolumens 2000 erreichte das im Jahr 2001 in Investmentfonds neu investierte Kapital mit +7,62% (+6,33 Mrd. EUR) knapp die Wachstumsrate des Spareinlagenvolumens (+7,83%) 1)

Dabei floss der überwiegende Anteil (94% der Gesamtneuveranlagung) in Fonds für Privatanleger, den so genannten Publikumsfonds. Die institutionellen Investoren zeigten sich im Berichtsjahr sehr verhalten. Ihr Anteil an der Gesamtneuveranlagung betrug lediglich 6%. Knapp die Hälfte der Mittelzuflüsse konzentrierten sich auf das erste Quartal, das noch vom freundlichen Anlageklima zu Jahresbeginn geprägt war, sowie auf das 4. Quartal, das von der Hoffnung auf eine Erholung der Märkte nach den massiven Rückschlägen im September getragen war. 

2001 wurden 2,6 Mrd. EUR in Form von Ausschüttungen an die Anleger ausbezahlt. Bedingt durch die weltweit ungünstige Börsenentwicklung wiesen Österreichs Investmentfonds im Berichtsjahr insgesamt einen geringen Kurswertverlust von -9 Mio. EUR aus. Dies entspricht, gemessen am Vermögensbestand Dezember 2000, einer Gesamtperformance von -0,009%. 

Per Dezember 2001 veranlagten die 23 österreichischen Kapitalanlagegesellschaften mit ihren 1720 aufgelegten Investmentfonds einen Vermögensbestand von 86,8 Mrd. EUR was einem Anstieg des veranlagten Volumens von +3,8 Mrd. EUR 2) bzw. +4,6% gegenüber Dezember 2000 entspricht.

Wie in den anderen europäischen Ländern, war durch die Unsicherheit der Märkte, die Entwicklung des veranlagten Volumens deutlich verhaltener als in den Vorjahren, wenngleich die österreichische Fondsbranche eine doppelt so hohe Zuwachsrate erzielen konnte wie der europäische Durchschnitt (EU-Gesamt ohne Österreich +2,26%). 

Die Marktdurchdringung mit Investmentfonds in Österreich ist im europäischen Vergleich relativ hoch. Österreich nimmt hinter Luxemburg, Irland und Frankreich mit einem Pro-Kopf-Fondsveranlagungsvolumen von rund 10.700 EUR Platz 4 in der europäischen Rangliste ein. Dabei nehmen Luxemburg und Irland eine Sonderstellung ein, da sie sich als Zentren für internationale Investmentgesellschaften etabliert haben. So entfällt z. B. rund ein Viertel der im Euroraum verwalteten Volumina auf Luxemburg. In diesen beiden Ländern dominieren nicht die inländischen Veranlagungsvolumen, sondern Zuflüsse aus anderen europäischen Ländern in dort aufgelegte Fonds. 

Ende 2001 wurden in österreichische Publikumsfonds ein Volumen von 70,1 Mrd. EUR und in Fonds, die für institutionelle Investoren aufgelegt wurden (Spezialfonds), ein Volumen von 28,6 Mrd. EUR verwaltet. Bei der Entwicklung des Vermögensbestandes der beiden Fondskategorien zeigte sich ein gegenläufiger Trend. Während die Publikumsfonds eine Erhöhung des Vermögensbestandes um 7,1 Mrd. EUR (+11,3%) verzeichneten, nahmen die Spezialfonds geringfügig um -0,4 Mrd. EUR (-1,4%) ab. 

Hinsichtlich der Veranlagungsstruktur der Investmentfonds ergibt sich mit 59% weiter eine Dominanz der Rentenwerte, gefolgt von Aktien und Beteiligungspapieren mit einem Anteil von 19% und Investmentzertifikaten mit 17%. 

Vom gesamten Vermögenszuwachs entfiel im Jahr 2001 mit +3,9 Mrd. EUR mehr als die Hälfte auf Investmentzertifikate, wobei vor allem die inländischen Investmentzertifikate mit +3,0 Mrd. EUR zu diesem hohen Anstieg beitrugen. Die Rentenwerte erhöhten sich um 2,9 Mrd. EUR (43% des Vermögenszuwachses). Aktien und Beteiligungspapiere verzeichneten trotz der starken Kurswertverluste eine, wenn auch nur geringe, Zunahme von +0,5 Mrd. EUR (7% des Vermögenszuwachses). 

Bedingt durch die seit dem 2. Quartal 2000 nachgebenden Aktienmärkte endete die seit Jahren zu beobachtende Tendenz des massiv steigenden Aktienanteils am Veranlagungsportfolio der Investmentfonds. Im Berichtsjahr entwickelten sich nur 74 (17%) von den insgesamt 441 aufgelegten Aktienfonds positiv, was folglich zu einer nur sehr verhaltenen Volumenszunahme der Aktien und Beteiligungspapiere von +2,6% führte. Von den gemischten Fonds waren 35% positiv und bei den Rentenfonds wiesen 89% der Zertifikate per Dezember 2001 einen höheren Wert als per Jahresende 2000 auf. 

Wie in den Vorjahren setzte sich auch 2001 die Verlagerungstendenz von Inlands- zu Auslandsveranlagungen fort. Wurden mit Dezember 1999 erstmalig mehr Geldmittel im Ausland als im Inland veranlagt, so ist diese Tendenz bis zum Berichtsquartal ungebrochen. 

Das Verhältnis Inlandsveranlagungen zu Auslandsveranlagungen betrug per Dezember 2001 33,9% zu 66,1% (Dezember 2000 38,0% zu 62,0%). 


1) Siehe auch "Die aktuelle Zahl"

2) Veranlagtes Volumen 2001 = veranlagtes Volumen 2000 + neu investiertes Kapital – Ausschüttungen +/- Kursgewinne/Kursverluste

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