Quelle: OeNB Investmentfondsstatistik
Fefsi Quartalsstatistik Investmentfonds
- Trotz langsamer Konjunkturerholung und sehr volatilem Börseklima: hohe Veranlagungsbereitschaft in Investmentfonds.
- Per März 2002 verwalteten die 23 österreichischen Kapitalanlagegesellschaften mit ihren 1770 aufgelegten Investmentfonds einen Vermögensbestand von 104,8 Mrd. EUR.
- Moderater Anstieg der Aktien- und Beteiligungspapiere.
- Trend zu Auslandsveranlagungen hält an.
Trotz der sehr langsamen Konjunkturerholung und dem sehr volatilen Börseklima war die Veranlagungsbereitschaft in Investmentfonds sehr hoch. So erhöhte sich im ersten Quartal 2002 das in inländischen Investmentzertifikaten veranlagte Volumen 1) um +5,1 Mrd. EUR (+5,9%). Der Zuwachs war damit dreimal so hoch als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (+1,7 Mrd. EUR bzw. +2,0%). Damit stieg der von Fefsi 2) veröffentlichte Vermögensbestand der Investmentfonds (exklusive Dachfonds und Spezialfonds) in Österreich etwas steiler an als in den restlichen EU-Ländern. Das starke Interesse an Investmentfonds spiegelt auch ein Vergleich mit der Einlagenentwicklung der Nichtbanken wider. So zeigte die Summe aus Sicht-, Termin- und Spareinlagen bei Kreditinstituten gegenüber Dezember 2001 eine Abnahme von ?0,75 Mrd. EUR, wobei die Abnahme der Termineinlagen von –1,7 Mrd EUR maßgeblich für diese Entwicklung verantwortlich war.
Per März 2002 verwalteten die 23 österreichischen Kapitalanlagegesellschaften mit ihren 1770 aufgelegten Investmentfonds einen Vermögensbestand von 104,8 Mrd. EUR.
Bereinigt um die vor allem in Dachfonds enthaltenen inländischen Investmentzertifikate, die eine Doppelzählung bei der Betrachtung des veranlagten Volumens darstellen würden, betrug das Investitionsvolumen in inländischen Investmentfonds 91,9 Mrd EUR.
Ende März 2002 wurden in Publikumsfonds ein Volumen von 72,1 Mrd EUR und in Fonds, die für institutionelle Investoren aufgelegt wurden (Spezialfonds), ein Volumen von 32,7 Mrd. EUR verwaltet. Bei der Entwicklung des Vermögensbestandes der beiden Fondskategorien zeigte sich im ersten Quartal 2002 bei den Publikumsfonds ein Anstieg des Vermögensbestandes um +1,9 Mrd EUR (+2,7%) und bei den Spezialfonds eine Erhöhung von +4,1 Mrd. EUR (+14,5%). Der starke Anstieg der Spezialfonds wurde hauptsächlich durch 8 neu aufgelegte Fonds mit einem Volumen von 2,5 Mrd EUR verursacht.
Insgesamt waren zum Berichtstermin 1.058 Fonds in Form von Publikumsfonds aufgelegt. Diese setzten sich aus 370 Aktienfonds, 307 Rentenfonds, 368 gemischte Fonds und 13 Geldmarktfonds zusammen. Gegliedert nach Anlageschwerpunkten wiesen bei den Publikumsfonds die Rentenfonds mit 39,1 Mrd. EUR einen Anteil von 54,3% auf, gefolgt von den gemischten Fonds mit 16,0 Mrd EUR (22,3%) und den Aktienfonds mit 15,8 Mrd EUR bzw. einem Anteil von 21,9%.
Geldmarktfonds hatten mit 1,11 Mrd EUR (1,5%) ein weiterhin sehr geringes Volumen, wenngleich im ersten Quartal 2002 ein Volumensanstieg von 15,2% beobachtet werden konnte.
Hinsichtlich der Veranlagungsstruktur der Investmentfonds ergibt sich mit 59% weiter eine Dominanz der Rentenwerte, gefolgt von Aktien und Beteiligungspapieren mit einem Anteil von 20% und Investmentzertifikaten mit 17%.
Vom gesamten Vermögenszuwachs entfiel im ersten Quartal 2002 mit +3,4 Mrd EUR mehr als die Hälfte der Zunahmen auf Rentenwerte, wobei ausschließlich die ausländischen Rentenwerte mit +3,8 Mrd. EUR zu diesem hohen Anstieg beitrugen. Die inländischen Rentenwerte nahmen hingegen um ?0,45 Mrd. EUR ab. Aktien und Beteiligungspapiere erhöhten sich um +1,8 Mrd EUR (30% des Vermögenszuwachses). Auch in diesem Veranlagungssegment bestand mit +1,9 Mrd EUR ausschließlich Interesse an ausländischen Werten. Investmentzertifikate wiesen eine Zunahme von +1,3 Mrd EUR bzw. +7,5% auf.
Wie in den Vorjahren setzte sich auch im ersten Quartal 2002 die Verlagerungstendenz von Inlands- zu Auslandsveranlagungen fort. Wurden mit Dezember 1999 erstmalig mehr Geldmittel im Ausland als im Inland veranlagt, so ist diese Tendenz bis zum Berichtsquartal ungebrochen. Nur im 1. Quartal 2001 stieg die Inlandsveranlagung, was hauptsächlich durch die massiven Kursverluste der ausländischen Aktien und Beteiligungspapiere verursacht wurde. In den folgenden Quartalen verlagerte sich die Veranlagung jedoch wieder zugunsten des Auslandes und setzte sich im ersten Quartal 2002 verstärkt fort. Insgesamt war im Vergleich zum Ultimo 2001 eine Verlagerung von +2,9 Prozentpunkten zugunsten des Auslandes zu beobachten.
Das Verhältnis Inlandsveranlagungen zu Auslandsveranlagungen betrug damit per März 2002 31,0% zu 69,0% (Dezember 2001: 33,9% zu 66,1%).
1) Veranlagtes Volumen März 2002 = veranlagtes Volumen Dezember 2001 + neu investiertes Kapital ? Ausschüttungen +/- Kursgewinne/Kursverluste.
2) Fédération Européenne des Fonds et Sociétés d’Investissement.