Presseaussendung


Gemeinsame Veranstaltung der OeNB, Wr. Wirtschaftskammer und der Kammer der Wirtschaftstreuhänder zu Basel II

Wien, 3. 12. 2002


Die Oesterreichische Nationalbank hielt gemeinsam mit der Wiener Wirtschaftskammer und der Kammer der Wirtschaftstreuhänder am 3.12.2002 im Wiener Austria Center eine Informationsveranstaltung zu Basel II ab, an der mehr als eintausend Vertreter von Klein- und Mittelbetrieben teilnahmen. Neben OeNB Vize-Gouverneurin Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell diskutierten auch der Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien AG, Dkfm. Peter Püspök, Komm.Rat Wilfried Haas (Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk), Mag. Hans Hammerschmied (Hammerschmied, Hohenegger & Partner) und Dr. Karl Fröstl (UNICO Unternehmensberatung & Industrie-Consulting GmbH) über die neuen Eigenmittelbestimmungen von Basel II.

In seiner Einleitung betonte der Vize-Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Komm.Rat Michael Hochenegg, dass die Wirtschaftskammer die Sorgen der Betriebe im Zusammenhang mit Basel II sehr ernst nehme und deshalb rechtzeitig Maßnahmen gesetzt habe, damit auch kleine und mittlere Unternehmen in Zukunft Kredite zu leistbaren Konditionen erhalten würden. Dies werde unter anderem auch deshalb möglich, weil Kredite an KMUs ähnlich wie Privatkredite beurteilt werden.

„Lediglich 8% jener Betriebe, die Auswirkungen von Basel II erwarten, haben bereits entsprechende Vorbereitungsmaßnahmen gesetzt. Der Informationsstand der Klein- und Mittelbetriebe zu Basel II muss verbessert und Vorbereitungen auf die neuen Herausforderungen so schnell wie möglich gesetzt werden!“, regte die Vize-Gouverneurin der Oesterreichischen Nationalbank, Gertrude Tumpel-Gugerell, an. Sie gab einen Überblick über die drei Säulen von Basel II: 1. Eigenmittelerfordernisse, 2. Aufsichtsbestimmungen und 3. Offenlegungspflichten und hob hervor, dass mit Basel II ein wichtiger Beitrag zur Stabilität des Finanzplatzes und damit der Planungssicherheit der Unternehmen geleistet werden.

GD Dkfm. Püspök, Obmann der Sparte Bank und Versicherung, zog aus Basel II die Konsequenz, dass es zu einem neuen Dialog zwischen Kunde und Bank kommen müsse. Die Partnerschaft müsse sich auf laufende Kommunikation sowie klare Beurteilungs- und Entscheidungsprozesse gründen. In der Diskussion forderte der Vize-Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, Dr. Alfred Brogyányi, die Erstellung einer Basel II-Eröffnungsbilanz und mehr Professionalität und Transparenz im Rechnungswesen.