Der vorliegende Bericht basiert auf Daten der Quartalsberichtsmeldung September 2002. In dieser Meldung werden die Ertragsdaten der in Österreich tätigen Kreditinstitute auf unkonsolidierter Basis erfasst.
- Abnahme des Betriebsergebnisses um -1,7% auf 3,01 Mrd EUR
- Rückgänge beim Saldo aus Finanzgeschäften, bei den sonstigen betrieblichen Erträgen und beim Saldo aus dem Provisionsgeschäft; der Nettozinsertrag und die Erträge aus Beteiligungen konnten gesteigert werden
- Für das gesamte Geschäftsjahr 2002 wird ein deutlich geringerer Jahresüberschuss erwartet
In den ersten 3 Quartalen des Jahres 2002 ergab sich bei den in Österreich tätigen Kreditinstituten eine Verringerung des Betriebsergebnisses in der Höhe von -1,7% auf 3,01 Mrd EUR. Damit setzte sich die bereits zum Halbjahr 2002 beobachtete rückläufige Entwicklung des Betriebsergebnisses auch im 3. Quartal fort. Das Verhältnis Betriebsergebnis zur durchschnittlichen Bilanzsumme betrug zum Berichtszeitpunkt 0,52% und verringerte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um -0,02%-Punkte. In den ersten 9 Monaten des Jahres 2002 erhöhten sich die Betriebserträge mit +0,7% auf 10,0 Mrd EUR. Die Betriebsaufwendungen stiegen allerdings mit +1,8% auf einen Stand von 6,98 Mrd EUR deutlich stärker an. Somit verschlechterte sich die cost-income-ratio gegenüber September 2001 um 0,7%-Punkte und betrug zum Berichtszeitpunkt 69,9%.
Im 1.-3. Quartal 2002 betrug der Nettozinsertrag 5,31 Mrd EUR, lag mit +3,0% über dem Wert der Vergleichsperiode 2001 und hat damit die Gesamterträge der in Österreich tätigen Kreditinstitute klar gestützt. Die Relation Nettozinsertrag zu den gesamten Betriebserträgen belief sich zum Berichtszeitpunkt auf 53,1% und konnte mit +1,2%-Punkte markant gesteigert werden. Das Verhältnis Nettozinsertrag zur durchschnittlichen Bilanzsumme blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Die Zinsen und zinsähnlichen Erträge lagen mit einem Stand von 17,71 Mrd EUR um -14,2% unter dem Wert der Vergleichsperiode 2001. Zugleich reduzierten sich auch die Zinsen und zinsähnlichen Aufwendungen, und zwar mit -19,9% auf 12,40 Mrd EUR deutlich stärker als die entsprechenden Erträge.
Der positive Saldo aus Finanzgeschäften betrug im 1.-3. Quartal 0,33 Mrd EUR und reduzierte sich gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres mit -17,6% deutlich. Dies ist in erster Linie auf den Rückgang des Saldos aus dem Devisen-, Sorten- u. Edelmetallgeschäft (-0,05 Mrd EUR), aber auch auf die Verringerung von Geschäften in Wertpapieren, die nicht wie Finanzanlagen bewertet werden (-0,03 Mrd EUR), zurückzuführen. Der Anteil des volatilen Eigenhandels an den gesamten Betriebserträgen belief sich zum Berichtszeitpunkt auf 3,3% (1.-3. Quartal 2001: 4,0%).
Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit -6,2% unter dem Wert der Vergleichsperiode des Vorjahres und beliefen sich auf 0,95 Mrd EUR. Diese Entwicklung kann auf eine deutliche Reduzierung der anderen betrieblichen Erträge (-0,07 Mrd EUR), welche insbesondere die Erträge aus banknahen und -fremden Tätigkeiten umfassen, zurückgeführt werden.
Auf der Aufwandsseite stiegen die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen um +1,9% auf 5,82 Mrd EUR an (1.-3. Quartal 2001: +5,3%). Dabei erhöhten sich die Personalaufwendungen mit +2,9% auf einen Stand von 3,52 Mrd EUR. Die Relation der Personalaufwendungen zu den gesamten Betriebsaufwendungen betrug zum Berichtszeitpunkt 50,4% und hat sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 0,6%-Punkte gesteigert. Die sonstigen Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand) stiegen im 1.-3. Quartal 2002 mit +0,4% auf 2,30 Mrd EUR deutlich langsamer als in der Vergleichsperiode 2001 (1.-3. Quartal 2001: +9,7%) an. Die Relation Sachaufwand zu den gesamten Betriebsaufwendungen betrug 33,0% und reduzierte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um -0,5%-Punkte.
Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände beliefen sich auf 0,54 Mrd EUR (+0,03 Mrd EUR bzw. +6,3%). Dies ist auf die hohe Investitionstätigkeit in den vergangenen Jahren zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich um -0,02 Mrd EUR bzw. -2,8% und betrugen 0,62 Mrd EUR.
Für das Geschäftsjahr 2002 erwarten die in Österreich tätigen Kreditinstitute ein Betriebsergebnis von 3,95 Mrd EUR (2001:3,98 Mrd EUR). Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich beträgt 2,08 Mrd EUR und wird mit +8,0% deutlich über dem Wert der Vergleichsperiode 2001 angesetzt. Er errechnet sich zum überwiegenden Teil aus den erwarteten Wertberichtigungen zu Forderungen an Kunden (2,10 Mrd EUR). Hier schlugen in erster Linie die gestiegenen Unternehmensinsolvenzen und Vorsorgen für gefährdete Kreditengagements nieder. Im Bereich der Wertpapiere und Beteiligungen wird zum Berichtszeitpunkt 1.-3. Quartal 2002 erwartet, dass ein sehr geringer Saldo von 0,001 Mrd EUR im Jahr 2002 ertragswirksam werden soll. Dies steht im Kontrast zum Vorjahr, wo in diesem Bereich mit einem überdurchschnittlich hohen Beitrag gerechnet wurde.
Nach Berücksichtigung sämtlicher Risikokosten und Bewertungsmaßnahmen werden die Ertragserwartungen für das Jahr 2002 deutlich nach unten revidiert. Es ergibt sich ein erwartetes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 1,87 Mrd EUR (Vergleichsperiode 2001: 2,41 Mrd EUR). Für das Jahr 2002 wird per Saldo ein a. o. Aufwand von 0,17 Mrd EUR erwartet, welcher deutlich über dem Vergleichswert des Jahres 2001 liegt (Vergleichsquartal 2001: 0,06 Mrd EUR). Die für das Geschäftsjahr 2002 außerhalb der normalen Geschäftstätigkeit anfallenden erwarteten Aufwendungen stellen somit eine klare Belastung für die Ertragslage dar. Die erwarteten Steuern betragen 0,37 Mrd EUR (Vergleichsquartal 2001: 0,43 Mrd EUR). Daraus folgend rechnen die in Österreich tätigen Kreditinstitute für das Jahr 2002 mit einem Jahresüberschuss von 1,33 Mrd EUR, welcher mit -30,7% markant unter dem erwarteten Wert des Vorjahres liegt (September 2001: 1,92 Mrd EUR).