Pressedienst


Entwicklung der inländischen Investmentfonds

Stand: September 2002

Wien, 16. 1. 2003


Quelle: OeNB Investmentfondsstatistik Fefsi1) Quartalsstatistik Investmentfonds

 

Trotz nachgebender Kurse an den internationalen Aktienbörsen wurden im dritten
Quartal 2002 in inländische Investmentfonds 1,24 Mrd. EUR neu investiert.



  • Per September 2002 verwalteten die 22 österreichischen Kapitalanlagegesellschaften mit ihren 1.824 aufgelegten Investmentfonds einen Vermögensbestand (verwaltetes Volumen)  von 101,4 Mrd. EUR.
  • Das netto in Investmentfonds investierte Kapital (veranlagtes Volumen unter Ausklammerung der Fonds in Fonds-Veranlagungen) verringerte sich im 3. Quartal um 0,64 Mrd. EUR bzw. 0,7% und betrug per Ende September 2002 88,9 Mrd. EUR.
  • Dieser Rückgang im dritten Quartal war die Folge von Kurswertverlusten im Ausmaß von 1,51 Mrd. EUR und Ausschüttungen von 0,39 Mrd. EUR. Dem gegenüber standen im 3. Quartal jedoch Nettomittelzuflüsse von 1,24 Mrd. EUR. 
  • Insgesamt ergab sich von Dezember 2001 bis September 2002 ein leichter Anstieg des veranlagten Volumens von 2,09 Mrd. EUR bzw. 2,41%.
  • Gemessen am Vermögensbestand Dezember 2001 errechnete sich bis Ende September 2002 eine kapitalgewichtete Gesamtperformance aller 1.824 österreichischen Investmentfonds (Publikumsfonds und Spezialfonds) von -5,8%.

Vermögensbestand der österreichischen Investmentfonds Ende September 2002: 101,4 Mrd. EUR

Zum Berichtstermin verwalteten 22 österreichische Kapitalanlagegesellschaften mit 1824 aufgelegten Investmentfonds einen Vermögensbestand von 101,4 Mrd. EUR (Ende 2001: 98,7 Mrd. EUR).

In Publikumsfonds wurde Ende September 2002 ein Volumen von 68,8 Mrd. EUR und in Spezialfonds, die für institutionelle Investoren aufgelegt wurden, ein Volumen von 32,6 Mrd. EUR verwaltet.



Dynamischere Entwicklung der Veranlagungen in Investmentfonds im Vergleich zu den Primäreinlagen und zu anderen europäischen Ländern

Die in den ersten 3 Quartalen des Berichtsjahres von Privaten und institutionellen Investoren getätigten Neuveranlagungen überstiegen mit 9,11 Mrd. EUR das Investitionsvolumen des Jahres 2001 bereits um 2,21 Mrd. EUR und dies in einem Umfeld nachgebender Aktienmärkte und einer unsicheren Konjunkturentwicklung. Auf Private entfiel ein Volumen von 4,77 Mrd. EUR (+6,8%) und auf institutionelle Investoren ein Betrag von 4,34 Mrd. EUR (+15,2%).

Im Berichtsquartal Juli bis September 2002 allerdings verringerte sich mit 1,24 Mrd. EUR der Nettomittelzufluss gegenüber den Vorquartalen erneut. Im zweiten Quartal 2002 hatte der Nettomittelzufluss noch 2,81 Mrd. EUR betragen, im ersten Quartal 2002 sogar noch 5,06 Mrd. EUR. 

Während Privatanleger im 3. Quartal 40% ihrer Gesamtneuveranlagung in Aktienfonds investierten, zeigten institutionelle Investoren eine vorsichtigere Haltung. Hier lag mit 43% das Schwergewicht der Neuinvestitionen in Mischfonds.

Der Vergleich mit der Entwicklung der Primäreinlagen spiegelt die dynamischere Entwicklung bei den Veranlagungen in Investmentfonds wider. Die Summe aus Sicht-, Termin- und Spareinlagen bei Kreditinstituten zeigte nämlich gegenüber dem Stand Ende Juni 2002 eine Abnahme von 0,46 Mrd. EUR (-0,2%). Gegenüber Dezember 2001 nahmen die Primäreinlagen sogar um 1,99 Mrd. EUR (-1,1%) ab.


Grafik 2: Kapitalzufluss in Investmentfonds und Entwicklung der Einlagen bei Kreditinstituten

Auch der Vergleich mit anderen europäischen Ländern zeigt die starke Verfassung der österreichischen Fondsbranche. Während sich in den restlichen EU-Ländern eine Abnahme von 5,4% ergab, reduzierte sich das von FEFSI (Fédération Européenne des Fonds et Sociétés d’Investissement) veröffentlichte Veranlagungsvolumen (exkl. Spezial- und Großanlegerfonds) im 3. Quartal in Österreich lediglich um 0,9%. Gegenüber Dezember 2001 zeigte sich in den restlichen EU-Ländern eine Abnahme von 9,48% während sich in Österreich eine Zunahme von 1,17% ergab.

Grafik 3: Entwicklung des Veranlagungsvolumens im EU-weiten Vergleich

Kursverluste auch im dritten Quartal

Kursverluste in der Höhe von 1,51 Mrd. EUR und Ausschüttungen von 0,39 Mrd. EUR überstiegen die Neuinvestitionen von 1,24 Mrd. EUR, sodass sich das in inländischen Investmentfonds netto veranlagte Volumen im dritten Quartal 2002 um 0,64 Mrd. EUR bzw. 0,7% reduzierte. Das von Privaten und institutionellen Investoren in inländischen Investmentfonds veranlagte Kapital (Fonds/Fonds Veranlagungen bleiben dabei außer Betracht) belief sich Ende September 2002 auf 88,9 Mrd. EUR.

Grafik 1: Veranlagungsvolumen und Anzahl der Investmentfonds

Insgesamt, bedingt durch die noch stärkeren Nettomittelzuflüsse im ersten und zweiten Quartal, ergab sich von Dezember 2001 bis September 2002 ein leichter Anstieg des veranlagten Volumens von 2,09 Mrd. EUR bzw. 2,41%.


Gesamtperformance der österreichischen Investmentfonds bis Ende September 2002 negativ

Von den insgesamt 481 Aktienfonds entwickelten sich von Dezember 2001 bis September 2002 473 Fonds (98%) negativ. Von den gemischten Fonds waren 86% negativ und auch bei den Rentenfonds wiesen 15% der Fonds eine negative Performance auf, wobei bei international anlegenden Fonds beträchtliche Währungsverluste (EUR/USD Dezember 2001 bis September 2002: -10,7%) die negative Kursentwicklung verstärkten. 

Gemessen am Vermögensbestand Dezember 2001 ergab sich bis Ende September 2002 eine kapitalgewichtete Gesamtperformance aller 1.824 österreichischen Investmentfonds (Publikumsfonds und Spezialfonds) von -5,8%. Dabei verzeichneten Aktienfonds eine negative Performance von -34,4%, Mischfonds ein Minus von -7,0%. Rentenfonds wiesen einen Kursgewinn von +5,2% auf, und Geldmarktfonds (im Sinne der EZB Verordnung 2001/13) zeigten von Dezember 2001 bis September 2002 eine positive Performance von +3,0%.


Rentenwerte dominieren nach wie vor das Veranlagungsspektrum der österreichischen Investmentfonds; Inlandsveranlagungen nahmen wieder geringfügig zu

Hinsichtlich der Veranlagungsstruktur der Investmentfonds dominierten mit einem Anteil von 64,3% die Rentenwerte, gefolgt von Investmentzertifikaten mit 16,0% sowie Aktien und Beteiligungspapieren mit 14,5%. 

Ausländische Rentenwerte expandierten in den ersten drei Quartalen 2002 um 7,46 Mrd. EUR, inländische Rentenwerte nahmen hingegen um 0,26 Mrd. EUR ab. Aktien und Beteiligungspapiere (vor allem ausländische) verringerten sich um 4,01 Mrd. EUR (-21,5%). Auch bei den Investmentzertifikaten zeigte sich eine Abnahme der ausländischen Werte (- 1,03 Mrd. EUR bzw. -21,3%), während die inländischen Fonds sogar eine geringe Zunahme von 0,55 Mrd. EUR bzw. 4,6% aufwiesen.


Grafik 4: Entwicklung der Veranlagungsstruktur der Investmentfonds


Veranlagungsstruktur der Investmentfonds
 
 Berichts­quartal
2002/09
Anteil in %Berichts­quartal
2001/12
Anteil in %kum. Veränderung
absolutin %
 
Rentenwerte1)65.18364,357.97958,77.20412,4
Aktien und Beteiligungspapiere14.65814,518.66718,9−4.009−21,5
Investmentzertifikate16.2691616.74617−477−2,9
sonstige 5.2675,25.3415,4−73−1,4
Vermögensanlagen      
Fondsvolumen insgesamt101.37710098.7331002.6442,7
 

Bedingt durch die starken Kurs- und Währungsverluste der ausländischen Werte, insbesondere der ausländischen Aktien und Beteiligungspapiere, wurde die Verlagerungstendenz von Inlands- zu Auslandsveranlagungen beginnend mit dem zweiten Quartal 2002 unterbrochen. Insgesamt war im Berichtsquartal eine Verlagerung von 0,5 Prozentpunkten (2.Quartal +0,7 Prozentpunkte) in Richtung Inlandsveranlagung zu beobachten.

Das Verhältnis Inlandsveranlagungen zu Auslandsveranlagungen betrug per September 2002 32,2% zu 67,8%.


Herausgeber:

Oesterreichische Nationalbank

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1) Fédération Européenne des Fonds et Sociétés d’Investissement