Presseaussendung


Entwicklung der inländischen Investmentfonds

Stand: Dezember 2002

Wien, 3. 4. 2003


Quelle: OeNB Investmentfondsstatistik Fefsi1) Quartalsstatistik Investmentfonds 


Österreichische Investmentfonds haben 2002 ihre Belastungsprobe bestanden. Trotz nachgebender Kurse an den internationalen Aktienbörsen und schwacher Konjunkturentwicklung wurde im Jahr 2002 in inländische Investmentfonds 10,64 Mrd. EUR neu investiert.
 


 

  • Per Dezember 2002 verwalteten 22 österreichische Kapitalanlagegesellschaften mit 1.837 aufgelegten Investmentfonds einen Vermögensbestand (verwaltetes Volumen) von 102,7 Mrd. EUR. 
  • Das netto in Investmentfonds investierte Kapital (veranlagtes Volumen unter Ausklammerung der Fonds in Fonds-Veranlagungen) erhöhte sich im 4. Quartal um +1,17 Mrd. EUR bzw. +1,3% und betrug per Ende Dezember 2002 90,1 Mrd. EUR. Dieser Anstieg im 4. Quartal resultierte aus Kurswertgewinnen im Ausmaß von +1,40 Mrd. EUR, abzüglich Ausschüttungen von -1,76 Mrd. EUR und einem Mittelzufluss von +1,53 Mrd. EUR.
  • Insgesamt ergab sich von Dezember 2001 bis Dezember 2002 ein Anstieg des veranlagten Volumens von +3,26 Mrd. EUR bzw. +3,76%. Diese Zunahme ergab sich aus Neuinvestitionen von +10,64 Mrd. EUR abzüglich Kurswertverlusten von -4,28 Mrd. EUR und Ausschüttungen von -3,10 Mrd. EUR. 
  • Von Dezember 2001 bis Ende Dezember 2002 errechnete sich eine kapitalgewichtete durchschnittliche Gesamtperformance aller österreichischen Investmentfonds (Publikumsfonds und Spezialfonds) von -4,5%.   


Vermögensbestand der österreichischen Investmentfonds Ende Dezember 2002: 102,7 Mrd. EUR

Von 1.1.2002 bis 31.12.2002 Zunahme des Vermögensbestandes um 3,98 Mrd. EUR bzw. 4,03%. Volumensanstieg der Spezialfonds, leichte Abnahme der Publikumsfonds. 

Zum Berichtstermin verwalteten die 22 österreichischen Kapitalanlagegesellschaften mit ihren 1837 aufgelegten Investmentfonds einen Vermögensbestand (verwaltetes Volumen) von 102,7 Mrd. EUR (Ende 2001: 98,7 Mrd. EUR). 

Der Vermögensbestand an inländischen Investmentzertifikaten zeigte, nach Abnahmen durch die starken Kurseinbrüche an den internationalen Aktienmärkten im zweiten und im dritten Quartal, im vierten Quartal einen leichten Anstieg um +1,33 Mrd. EUR bzw. +1,32%. 

Insgesamt ergab sich für das Gesamtjahr 2002 durch den starken Anstieg im ersten Quartal eine Zunahme des Vermögensbestandes von +3,98 Mrd. EUR bzw. +4,03%. Diese Zunahme wurde zur Gänze in der Kategorie Spezialfonds (+4,10 Mrd. EUR bzw. +14,35%) durch neu aufgelegte Fonds getragen. Bei den Publikumsfonds zeigte sich von Dezember 2001 bis Dezember 2002 eine Abnahme des Vermögensbestandes um -0,13 Mrd. EUR (-0,18%). 

Ende Dezember 2002 wurden in Publikumsfonds ein Volumen von 70,00 Mrd. EUR und in Fonds, die für institutionelle Investoren aufgelegt wurden (Spezialfonds), ein Volumen von 32,71 Mrd. EUR verwaltet.



Zunahme des in Investmentfonds investierten Kapitals im vierten Quartal um +1,17 Mrd. EUR bzw. +1,31%. Von 1.1.2002 bis 31.12.2002 Zunahme des investierten Kapitals um 3,26 Mrd. EUR bzw. 3,76%

Kursgewinne in der Höhe von +1,40 Mrd. EUR, Neuinvestitionen von +1,53 Mrd. EUR abzüglich Ausschüttungen von -1,76 Mrd. EUR erhöhten das in inländischen Investmentfonds investierte Kapital (veranlagtes Volumen unter Ausklammerung der Fonds in Fonds-Veranlagungen) im vierten Quartal 2002 um +1,17 Mrd. EUR bzw. +1,31%. Damit belief sich das von Privaten und institutionellen Investoren in inländischen Investmentfonds veranlagte Kapital per Ende Dezember 2002 auf 90,1 Mrd. EUR.

Grafik1: Veranlagungsvolumen und Anzahl der Investmentfonds
Insgesamt, bedingt durch die noch stärkeren Nettomittelzuflüsse im ersten und zweiten Quartal, ergab sich von Dezember 2001 bis Dezember 2002 ein Anstieg des veranlagten Volumens von 3,26 Mrd. EUR bzw. 3,76% (Neuinvestitionen von +10,64 Mrd. EUR, abzüglich Kursverluste von -4,28 Mrd. EUR, abzüglich Ausschüttungen von -3,10 Mrd. EUR).

Dynamischere Veranlagung in österreichischen Investmentfonds sowohl im Vergleich zu Primäreinlagen als auch zu Fondsveranlagungen in anderen europäischen Ländern

Bemerkenswert war, dass trotz nachgebender Aktienmärkte und unsicherer Konjunkturentwicklung von Dezember 2001 bis Dezember 2002 von Privaten und institutionellen Investoren ein Volumen von 10,64 Mrd. EUR neu in Investmentzertifikaten veranlagt wurde. Damit wurde das Gesamtinvestitionsvolumen von 2001 im Jahr 2002 um 3,73 Mrd. EUR übertroffen. Auf Publikumsfonds entfiel ein Volumen von 5,66 Mrd. EUR (+8,1%) und auf institutionelle Investoren ein Betrag von 4,98 Mrd. EUR (+17,5%).


Grafik2: Kapitalzufluss in Investmentfonds und Entwicklung der Einlagen bei Kreditinstituten

Der Vergleich mit der Entwicklung der Primäreinlagen spiegelt die dynamischere Entwicklung bei den Veranlagungen in Investmentfonds wider. Wenn auch die Summe aus Sicht-, Termin- und Spareinlagen bei Kreditinstituten im vierten Quartal durch die Zuzählung der Zinsen eine verhältnismäßig hohe Zunahme von 2,14% zeigte (ohne Anrechnung der Zinsen Anstieg von +0,71%) stand bei Betrachtung des gesamten Jahres 2002 eine Einlagenzunahme bei Kreditinstituten von 2,11 Mrd. EUR bzw. 1,10% einem Nettomittelzufluss in Investmentfonds von +10,64 Mrd. EUR bzw. +12,25% gegenüber

Auch der Vergleich mit anderen europäischen Ländern zeigt die starke Verfassung der österreichischen Fondsbranche. Während im 4. Quartal das von FEFSI (Fédération Européenne des Fonds et Sociétés d’Investissement) veröffentlichte Veranlagungsvolumen (exkl. Spezialfonds) im gesamten EU-Raum nur um +0,66% anstieg, erhöhte sich das Veranlagungsvolumen in Österreich um +1,78%. Gegenüber Dezember 2001 zeigte sich in den EU-Ländern eine Abnahme von -8,70% während sich in Österreich eine Zunahme von +2,97% ergab.



Grafik3: Entwicklung des Veranlagungsvolumens im EU-weiten Vergleich

Im europäischen Vergleich hohes Pro-Kopf- Fondsveranlagungsvolumen in Österreich

Die Marktdurchdringung mit Investmentfonds in Österreich ist im europäischen Vergleich relativ hoch. Österreich nimmt hinter Luxemburg, Irland und Frankreich mit einem Pro-Kopf-Fondsveranlagungsvolumen von rund 7.815 EUR Platz 4 in der europäischen Rangliste ein. Dabei kommt Luxemburg und Irland, die sich als Zentrum für internationale Investmentgesellschaften etabliert haben, eine Sonderstellung zu.

Grafik4: Pro Kopf Veranlagungsvolumen in Investmentfonds

Kursgewinne im vierten Quartal, Gesamtperformance der österreichischen Investmentfonds bis Ende Dezember 2002 negativ

Bemerkung zur Gesamtperformance2)

 

Von Dezember 2001 bis Ende Dezember 2002 ergab sich eine kapitalgewichtete durchschnittliche Gesamtperformance aller österreichischen Investmentfonds (Publikumsfonds und Spezialfonds) von -4,5%. Dabei verzeichneten Aktienfonds eine negative Performance von -34,4%, Mischfonds ein Minus von -6,0%. Rentenfonds wiesen einen Kursgewinn von +7,2% auf, und Geldmarktfonds (im Sinne der EZB Verordnung 2001/13) zeigten von Dezember 2001 bis September 2002 eine positive Performance von +4,1%.



Rentenwerte dominieren nach wie vor das Veranlagungsspektrum der österreichischen Investmentfonds; Auslandsveranlagungen nahmen im Berichtsjahr 2002 geringfügig zu

Hinsichtlich der Veranlagungsstruktur der Investmentfonds dominierten mit einem Anteil von 64,0% (65,75 Mrd. EUR) die Rentenwerte, gefolgt von Investmentzertifikaten mit 16,0% (16,48 Mrd. EUR) sowie den Aktien und Beteiligungspapieren mit 14,1% (14,44 Mrd. EUR).

Grafik5: Entwicklung der Veranlagungsstruktur der Investmentfonds


Entwicklung der inländischen Investmentfonds Stand: Dezember 2002
Veranlagungsstruktur der Investmentfonds in Mio EUR
 
 Berichts­quartalAnteilBerichts­quartalAnteilQuartals­verände­rungQuartals­verände­rungAnteil an der Quartals­veräde­rung
2002/12in %2002/09in %absolutin %in %
 
Rentenwerte1)65.74764,0065.18364,305630,9042,20
Aktien und Beteiligungspapiere14.44014,1014.65814,50−218−1,50−16,30
Investmentzertifikate16.47816,0016.26916,002091,3015,60
sonstige Vermögensanlagen6.0475,905.2675,2078014,8058,50
Fondsvolumen insgesamt102.712100,00101.377100,001.3341,30100,00

Der Vermögenszuwachs des Berichtsjahres 2002 wurde, bedingt durch die starken Kursverluste an den Aktienbörsen, mit +7,77 Mrd. EUR von den Rentenwerten getragen, wobei ausschließlich die ausländischen Rentenwerte mit +8,48 Mrd. EUR zu diesem hohen Anstieg beitrugen. Inländische Rentenwerte nahmen hingegen um -0,72 Mrd. EUR ab. 

Aktien und Beteiligungspapiere verringerten sich um -4,23 Mrd. EUR (-22,6%), wobei die inländischen Aktien und Beteiligungspapiere nur geringfügig abnahmen. Auch bei den Investmentzertifikaten zeigte sich eine Abnahme der ausländischen Werte (-0,99 Mrd. EUR bzw. -20,5%), während die inländischen Fonds eine geringe Zunahme von +0,72 Mrd. EUR bzw. +6,0% aufwiesen.

Das Verhältnis Inlandsveranlagungen zu Auslandsveranlagungen betrug per Dezember 2002 32,2% zu 67,8% (Dezember 2001: 33,9% zu 66,1%).


Herausgeber:

Oesterreichische Nationalbank

Sekretariat des Direktoriums/Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: (+43-1) 404 20-6666

1) Fédération Européenne des Fonds et Sociétés d’Investissement

2) Berechnung der OeNB: durchschnittlich gebundenes Kapital / Saldo aus Kursgewinnen und Kursverlusten kapitalgewichtet entsprechend den betrachteten Fondskategorien