Presseaussendung


Trend zur Internationalisierung hält an

Grenzüberschreitendes Wertpapiervermögen zu Jahresende 2002

Wien, 23. 6. 2003


  • Österreichisches  Vermögen an ausländischen Rentenwerten betrug 117 Mrd Euro zu Jahresende 2002
  • Inlandsbesitz an ausländischen Schuldverschreibungen zu 66% von Emittenten des Euroraums
  • Ausländische Anleger besaßen zu Jahresende 2002 um 194 Mrd Euro österreichische Rentenwerte
  • Jede zweite Investition in österreichische Wertpapiere durch ausländische Anleger betraf eine Staatsemission          

Die OeNB veröffentlichte die Statistik über ausländische Wertpapiere in Händen von Österreichern und österreichische Wertpapiere in Händen von ausländischen Anlegern („Portfolioposition Österreichs“). Für Jahresende 2002 wurden folgende Ergebnisse ermittelt:

Österreicher erhöhten netto ihren Portfoliobestand an ausländischen festverzinslichen Wertpapieren im Laufe des Jahres 2002 um 26% und überschritten somit die 100 Mrd Euro-Grenze. Der Inlandsbesitz an ausländischen Rentenwerten betrug 117 Mrd Euro zu Jahresende 2002. Dieser Vermögenszuwachs ergab sich nicht nur durch Zukäufe, sondern auch durch Preisgewinne, da die Kursentwicklung bei Rentenwertpapieren günstiger verlief als bei risikoreicheren Anlagen, wie z. B. Aktien. Wie in der Vergangenheit besteht das erwähnte Vermögen nahezu ausschließlich aus Schuldverschreibungen (112 Mrd Euro), das heißt festverzinslichen Wertpapieren mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr.

Bei den Neuinvestitionen im Jahr 2002 entschieden sich österreichische Investoren vorwiegend für Wertpapiere von Emittenten des Euroraums, davon kamen rund 40% von deutschen Emittenten. Unter Berücksichtigung von positiven Kurseffekten betrug der Inlandsbesitz an langfristigen festverzinslichen Wertpapieren von Emittenten des Euroraums zu Jahresende 2002 73 Mrd Euro; gleichzeitig hatten Österreicher 39 Mrd Euro an Schuldverschreibungen von anderen ausländischen Emittenten in ihrem Portefeuille. Hievon sind rund 3,4 Mrd Euro auf Schuldverschreibungen von Emittenten der Beitrittsländer zurückzuführen.




Österreichischer Vermögensbestand an ausländischen Schuldverschreibungen nach Regionen zu Jahresende 2002


Zu Jahresende 2002 besaßen Österreicher um 117 Mrd Euro ausländische festverzinsliche Wertpapiere. Die Mehrheit dieser Papiere (90 Mrd Euro) hat die Nominalwährung Euro. Jedoch wiesen die Portefeuilles der einzelnen Anlegergruppen eine unterschiedliche Währungszusammensetzung auf. Das geringste Wechselkursrisiko hinsichtlich seiner ausländischen Veranlagungen hatte der österreichische Staat, da er zu nahezu 100% Euro-denominierte ausländische Rentenpapiere besitzt. Die Anlegergruppen Banken, Unternehmen und Private Haushalte hielten zwar bei Geldmarktpapieren nahezu ausschließlich Euro-Papiere, allerdings bei langfristigen Investitionen in Wertpapiere betrug der Euro-Anteil nur 70%. Inländische institutionelle Anleger hingegen hatten gemäß dieser Statistik das größte Wechselkursrisiko; sie hielten per Ende 2002 zwar 70% an Euro-denominierten Schuldverschreibungen, aber bei Geldmarktpapieren betrug der US-Dollar-Anteil 50%.

Ausländische Investoren besaßen zu Jahresende 2002 österreichische festverzinsliche Wertpapiere im Ausmaß von 194 Mrd Euro, davon entfielen 97% (189 Mrd Euro) auf Schuldverschreibungen. Wie in den vergangenen Jahren waren Emissionen des öffentlichen Sektors am attraktivsten für ausländische Investoren: Aufgrund weiterer Nettokäufe 2002 und vorwiegend positiver Preiseffekte erhöhten ausländische Anleger dieses Portefeuillesegment auf 97 Mrd Euro. Infolgedessen gehen 50% der inländischen Rentenwertpapiere in ausländischen Portfolios auf Emissionen des österreichischen Staates zurück. Anders gesagt: jede zweite Investition in österreichische Wertpapiere durch ausländische Anleger betraf eine Staatsanleihe.

Während ausländische Investoren bei Staatspapieren Bewertungsgewinne lukrieren konnten, mussten bei Veranlagungen in Bankemissionen Kurseinbußen hingenommen werden. Österreichische Bankenemissionen hatten einen weitaus höheren Fremdwährungsanteil als Emissionen des öffentlichen Sektors. Aufgrund der Wechselkursentwicklungen kam es zu negativen Effekten, die nicht durch positive Preiseffekte kompensiert werden konnten. Infolge betrug der Auslandsbesitz an österreichischen Bankenemissionen Ende 2002 nur 77 Mrd Euro.

Auch in diesem Zusammenhang zeigte sich die bedeutende Rolle des Euro: Knapp 70% der inländischen Schuldverschreibungen in ausländischen Portefeuilles waren in Euro denominiert (130 Mrd Euro).

Geldmarktpapiere waren angesichts der anhaltenden Unsicherheit in den Finanzmärkten ein relativ beliebtes Veranlagungsinstrument um Beträge kurzfristig "zwischenzuparken". In der Zeit von Jänner bis Dezember 2002 konzentrierten sich die Neuinvestitionen der ausländischen Anleger auf österreichische Geldmarktpapiere mit Nominalwährung Euro; inländische Geldmarktpapiere in anderen ausländischen Währungen wurden verkauft oder getilgt.

Berichte zu diesem Thema auf der OeNB Homepage finden Sie hier.



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