- Kontinuierliches Bilanzsummenwachstum (+3,2%)
- Deutlicher Rückgang der Fremdwährungskredite (-3,3%), durch Absinken der Yen-Kredite (-43,7%)
- Moderater Anstieg der Einlagen (+2,2%)
- Anstieg des Auslandsgeschäftes
Pressedienst
Geschäftsentwicklung der Kreditinstitute im ersten Halbjahr 2003
Wien, 22. 8. 2003
Bilanzsumme steigt kontinuierlich weiter
Der Rückgang der Direktkredite wurde durch einen starken Anstieg der Auslandsforderungen (hauptsächlich Forderungen an ausländische Kreditinstitute) kompensiert, während auf der Passivseite die Einlagen als auch die Auslandsverbindlichkeiten anstiegen. Diese Fakten können als Indiz für eine anhaltend schwache Kreditnachfrage angesehen werden und führen zu dem Schluss, dass die Refinanzierung sowohl auf der für die Kreditinstitute günstigen Einlagenseite als auch durch Intensivierung des Auslandsgeschäfts statt gefunden hat.
Deutliches Absinken der Fremdwährungskredite – leichter Anstieg der Eurokredite
Im ersten Halbjahr 2003 konnte eine gegensätzliche Entwicklung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2002 festgestellt werden: Während 2002 die Direktkredite noch um +1,94 Mrd EUR (+0,8%) wuchsen, reduzierten sie sich trotz weiterhin sinkender Zinsen im Jahr 2003 um -1,10 Mrd EUR (-0,5%). Die Fremdwährungsausleihungen gingen in den ersten sechs Monaten noch viel stärker, nämlich um -1,48 Mrd EUR (-3,3%) zurück, während die Eurokredite um +0,39 Mrd EUR (+0,2%) anstiegen.
Umschichtung: weg vom JPY hin zum CHF
Regional betrachtet stachen die Bundesländer Vorarlberg und Tirol mit 44,1% bzw. 35,4% Fremdwährungsanteil an allen vergebenen Direktkrediten hervor. In den restlichen Bundesländern lag der Anteil zwischen 13,7% und 18,5%. Allgemein gesprochen haben sich die Fremdwährungsausleihungen in fast allen Bundesländern reduziert, nur in der Steiermark und in Niederösterreich sind sie leicht angestiegen (+1,3% bzw. +1,6%).
Bei sektoraler Betrachtungsweise zeigte sich in den ersten beiden Quartalen 2003 ein durchaus inhomogenes Bild: Während die Aktienbanken, die Sparkassen, die Landeshypothekenbanken und die Raiffeisenbanken dem oben beschriebenen Trend der sinkenden Fremdwährungskredite und der steigenden Eurokredite folgten, zeigten sich bei den restlichen Banksektoren teilweise abweichende Entwicklungen. So konnte bei den Volksbanken und den Bausparkassen jeweils ein Rückgang im Bereich der Eurokredite (-0,3% bzw. -1,7%) festgestellt werden. Im Gegensatz dazu wurde bei den Sonderbanken bei beiden Kategorien von Direktkrediten (+1,9% bei den Eurokrediten bzw. +7,5% bei den Fremdwährungskrediten) ein Anstieg beobachtet.
Der Anteil der Fremdwährungskredite an den gesamten Direktkrediten lag bei den Volksbanken bei 24,3%, gefolgt von den Sparkassen mit 20,9% und den Aktienbanken mit 20,2%.
Relativ gesehen waren die meisten Eurokredite (70,9%) im untersten Segment "bis 10.000.- EUR" angesiedelt, wogegen nur rund 10% aller Fremdwährungskredite in diese Kategorie fielen. Hier befanden sich die meisten (rund ein Drittel) im Segment zwischen "50.000.- und 100.000.- EUR".
Weiterhin markant ist daher der Unterschied bei den durchschnittlichen Kredithöhen: Ein durchschnittlicher Eurokredit (incl. Überziehungen von Girokonten) lag im Juni 2003 bei 31.592.- EUR, währenddessen im Vergleich dazu ein durchschnittlicher Fremdwährungskredit 137.426.- EUR ausmachte.
Die Wertberichtigungen bezogen auf Kundenforderungen sind seit ihrem tiefsten Stand im Juni 2000 (3,11%) stetig im Steigen begriffen und beliefen sich per Ende Juni 2003 auf 3,46%. Das waren +0,11 Prozentpunkte mehr als im Juni 2002.
Mittelaufkommen steigt weiter
Betrachtet man die einzelnen Einlagekategorien näher, ergab sich für das erste Halbjahr 2003 folgendes Bild: Innerhalb der Einlagen erhöhten sich die Sichteinlagen, die im Vorjahr um +1,85 Mrd EUR (+4,8%) gestiegen waren, heuer bereits um +3,49 Mrd EUR (+8,3%). Auch die Spareinlagen erhöhten sich um +1,45 Mrd EUR (+1,1%). Dies ist gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Trendumkehr, da bei den Spareinlagen noch ein Absinken von -1,05 Mrd EUR (-0,8%) festgestellt worden war. Nur bei den Termineinlagen konnte, wie auch schon in der Vergleichsperiode des Vorjahres, ein Absinken beobachtet werden. So wurden die Termineinlagen seit Jänner 2003 um -0,70 Mrd EUR oder -3,2% reduziert, während sie sich in der Vergleichsperiode 2002 noch um -2,33 Mrd (-9,2%) verringerten.
Rund 96% aller 23,5 Mio Spareinlagen wiesen einen Einlagenstand von unter 20.000.- EUR auf. Auf 189 Sparbüchern befand sich ein Betrag größer als 3 Mio EUR.
Massiver Anstieg des Auslandsgeschäftes
Forderungen an ausländische Kreditinstitute belief sich auf +14,66 Mrd EUR (+19,6%). Bei allen anderen Forderungskategorien konnte ebenfalls ein Anstieg verzeichnet werden.
Die Verbindlichkeiten der in Österreich tätigen Kreditinstitute gegenüber dem Ausland erhöhten sich seit Ende 2003 zwar nicht so stark wie die Auslandsforderungen, erlangten jedoch trotzdem einen Zuwachs im Ausmaß von +6,60 Mrd EUR. Prozentuell ausgedrückt steht heuer einem Plus von +4,0% ein Minus von -2,5% im Jahr 2002 gegenüber. Auch auf der Passivseite waren die Geschäfte mit ausländischen Kreditinstituten mit rund 76% hauptverantwortlich für den Zuwachs.
Eigenmittelausstattung konstant gegenüber Vorquartal
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