Presseaussendung


Präsentation des Transition Report 2003 der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung

Wien, 24. 11. 2003


Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) fungiert heute, am 24.November, als Gastgeber für die Vorstellung des diesjährigen Transition Report der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) durch Dr. Alexander Auböck, Länderdirektor für die tschechische Republik und die slowakische Republik, und Dr. Samuel Fankhauser, Mitglied des Herausgeberteams. 

Damit bietet die OeNB auch heuer wieder das Forum für die Vorstellung des Berichtes in Österreich. Sie tut das nicht nur im Sinne einer Serviceleistung für die österreichische Öffentlichkeit, sondern auch im Lichte des hohen Interesses der österreichischen Wirtschaft an der Entwicklung der Staaten in Mittel- und Osteuropa. Die Präsentation des Transition Report, der in Fachkreisen hohe Anerkennung genießt, ist eine von vielen Veranstaltungen, die den Osteuropa – Analyse- und Forschungsschwerpunkt der OeNB unterstreichen. 

Ziel der EBWE ist die Förderung des Übergangs von zentral geplanten zu marktwirtschaftlichen Volkswirtschaften in Mittel- und Osteuropa sowie in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Der Transition Report 2003 bietet eine detaillierte Bewertung der Reformfortschritte und befasst sich mit den Aussichten der Region. 

Die EBWE stellt im diesjährigen Transition Report fest, dass sich die Volkswirtschaften Mittel- und Osteuropas und der GUS im Jahr 2003 mit einem Anstieg des realen Wirtschaftswachstums von 4,7 % das dritte Mal in Folge rascher entwickelt haben als die übrige Welt. Erwartet wird, dass das Wachstum mit 6,2 % in der GUS am höchsten ausfällt. Für Mitteleuropa und die baltischen Länder wird mit 3,3 % und für Südosteuropa mit 3,9 % gerechnet. In der Russischen Föderation soll das Wachstum 6,2 % ausmachen. 

In punkto Integration und regionaler Zusammenarbeit, dem diesjährigen Spezialthema des Berichts, wird einerseits das positive Resümee gezogen, dass die weltweite Verflechtung der Handels- und Kapitalbeziehungen stark zugenommen hat. Andererseits wird angemerkt, dass nach wie vor große Handelshemmnisse bestehen, die es abzubauen gilt. Außerdem konzentrierten sich die Auslandsinvestitionen bisher in hohem Maße auf die EU-Beitrittsländer und Rohstoffindustrien. Ferner ist die Integration der Arbeitsmärkte in der gesamten Region erst im Anfangsstadium.

Fortschritte gab es bei der Öffnung der Volkswirtschaften, also beim Aufbau internationaler Handelsbeziehungen und der Überwindung der früheren einseitigen COMECON-Orientierung. Das Handelsvolumen liegt aber laut EBWE noch immer weit unter dem Niveau, das angesichts der Größe, Lage und Charakteristika der betreffenden Länder zu erwarten wäre. Der diesbezügliche Aufholbedarf der GUS lässt sich weitgehend mit Schwächen in der Handelspolitik, unzureichenden Institutionen und hohen Transitkosten aufgrund mangelnder Verkehrsinfrastruktur und komplizierter Zollabfertigung erklären. Das trifft, wenn auch in geringerem Maße, ebenso auf die südosteuropäischen Länder zu. 

Der Transition Report 2003 (Ausdrucke und elektronische Exemplare für die Presse) ist bei der Kommunikationsabteilung der EBWE erhältlich: 
Tel.: +44 (0) 20 7338 7805 
Fax: +44 (0) 20 7338 6754

Der Transition Report ist ebenfalls über den Buchhandel und über das Internet zu bestellen. www.ebrd.com

Detailinformation zu zentral- und osteuropäischen Themen und Statistiken finden Sie auch auf der Informationsplattform Zentral- und Osteuropa der Oesterreichischen Nationalbank ceec.oenb.at