Presseaussendungen


Markanter Anstieg der Bilanzsumme und Ausweitung der Geschäfte mit dem Ausland

Geschäftsentwicklung der in Österreich tätigen Kreditinstitute im ersten Halbjahr 2004

Wien, 24. 8. 2004



Die Gesamtbilanzsumme der Kreditinstitute ist im ersten Halbjahr 2004 mit einem Wachstum von 5,1% auf einen neuen Höchststand von 636,04 Mrd EUR angestiegen. Das Auslandsgeschäft erwies sich dabei als die treibende Kraft dieses Bilanzsummenwachstums. Mit einem Niveau von rund 195 Mrd EUR lag der Anteil des Auslandsgeschäftes an der Bilanzsumme bereits bei knapp über 30 %. Positiv haben sich heuer im ersten Halbjahr auch die Kreditausleihungen entwickelt, wobei die ausgeprägte Dynamik der Fremdwährungskredite (+7,9%) hervorzuheben ist. 

Mit +0,9 % zeigte das Spareinlagenwachstum innerhalb der ersten sechs Monate 2004 – ähnlich wie im Vorjahr – eine nur moderate Ausweitung. Dabei waren Ende Juni 2004 23,5 Mio Sparbücher im Umlauf. 

Neuer Höchststand der Bilanzsumme: 636,04 Mrd EUR
Die Bilanzsummenentwicklung der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute zeigte weiterhin ein starkes Wachstum. Seit Anfang des Jahres stieg die Bilanzsumme zum 30. Juni 2004 um 30,93 Mrd EUR (+5,1%) auf 636,04 Mrd EUR.

Der Marktanteil der 10 größten Banken gemessen an der Bilanzsumme verharrte mit 54,5% auf dem selben Niveau wie zum Ende des Jahres 2003, jener der 5 größten Banken ging leicht auf ein Niveau von 44,3% zurück (Marktanteil Dez. 2003: +44,5%). 

Anstieg der Fremdwährungsausleihungen im ersten Halbjahr 2004 um beachtliche 7,9% 
Positiv entwickelte sich im ersten Halbjahr 2004 das Kreditwachstum (+2,0%), nachdem in der Vergleichsperiode 2003 noch ein leichter Rückgang um -0,5% festzustellen war. Per 30.6.2004 belief sich der Stand der Direktkredite an inländische Nichtbanken auf 244,24 Mrd EUR. 

Auffallend war die Dynamik der Fremdwährungskredite in den ersten sechs Monaten 2004 mit einer Ausweitung um 7,9%, da noch im Vorjahr im gleichen Zeitraum ein Rückgang um 3,4% verzeichnet worden war. Fast drei Viertel des Zuwachses bei den gesamten Direktkrediten entfiel auf Fremdwährungskredite, während die Eurokredite sich nur schwach (wie in der Vergleichsperiode des Vorjahres) ausweiteten (+0,6%). 

Insgesamt waren per Ende Juni 2004 47,4 Mrd EUR an Fremdwährungskrediten aushaftend, was einem Anteil von 19,4% an den gesamten Kreditausleihungen entsprach. 

Nach Größenklassen gegliedert, befanden sich Ende Juni 2004 rund 71% aller Euro–Kredite im Bereich bis 10.000 Euro, ein Eurokredit belief sich auf durchschnittlich 32.400 Euro. Die meisten Fremdwährungskredite (33,3%) wurden hingegen im Segment zwischen 100.000 und 500.000 EUR gemeldet; im Durchschnitt lautete ein Fremdwährungskredit auf rund 141.400 Euro. 

Primärmittelaufkommen nach wie vor moderat 
Das Einlagengeschäft verlief im heurigen 1. Halbjahr ähnlich wie im Vorjahr. Es konnte ein moderates Wachstum von 1,9% (Vorjahr: +2,2%) festgestellt werden, daraus ergab sich ein Einlagenvolumen von 204,75 Mrd EUR.

Betrachtet man die einzelnen Einlagekategorien näher, ergab sich für das erste Halbjahr 2004 folgendes Bild: Innerhalb der Einlagen erhöhten sich die Sichteinlagen, die im Vorjahr um +8,4% gestiegen waren, heuer nur mehr um +4,1%. In der anteilsmäßig größten Einlagenkategorie, den Spareinlagen (133,41 Mrd EUR), bewegte sich das Wachstum mit 0,9% fast auf dem Vorjahresniveau (+1,1%). Bei den Termineinlagen konnte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2003 eine Trendumkehr beobachtet werden. So konnte 2004 ein Anstieg von 2,9% festgestellt werden, während in der Vergleichsperiode 2003 eine Abnahme von 3,2% gemeldet wurde. 

Rund 96% aller 23,5 Mio Sparbücher wiesen einen Einlagenstand von unter 20.000.- EUR auf, auf 225 davon befand sich ein Betrag größer als 3 Mio EUR. 

Auslandsforderungen und Auslandsverbindlichkeiten fast ident 
Der Stand der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland war zum Ende des ersten Halbjahres 2004 fast ident. 194,79 Mrd EUR an Auslandsforderungen standen 194,60 Mrd EUR an Auslandsverbindlichkeiten gegenüber. 

Das Auslandsgeschäft war zu einem wesentlichen Teil für das Bilanzsummenwachstum verantwortlich. In den ersten beiden Quartalen 2004 erhöhten sich die Auslandsforderungen mit einer Zunahme um 11,8% ähnlich stark wie in der Vergleichsperiode des Vorjahres (+11,0%). Von den 194,79 Mrd EUR Auslandsforderungen entfielen rund 51,0% (99,41 Mrd EUR) auf Forderungen an ausländische Kreditinstitute und rund 29% (55,77 Mrd EUR) auf Forderungen an ausländische Kunden. 

Die Verbindlichkeiten der in Österreich tätigen Kreditinstitute gegenüber dem Ausland erhöhten sich im Halbjahr 2004 zwar nicht so stark wie die entsprechende Gegenposition auf der Aktivseite, verglichen mit dem Vorjahr (+4,0%) war das Plus von 8,3% aber doch recht beachtlich. Passivseitig beruhten diese Zuwächse vor allem auf verbrieften Verbindlichkeiten. 

Starker Anstieg der Eigenmittel im ersten Halbjahr 2004 
In den ersten 6 Monaten konnte bei den Eigenmitteln bei einem Stand von 47,24 Mrd EUR ein Wachstum von 2,90 Mrd EUR (+6,5%) beobachtet werden. Im Vergleich dazu stiegen die Eigenmittel im selben Beobachtungszeitraum des Jahres 2003 nur leicht um 1,2%. Mit 31,56 Mrd EUR entfielen rund 2/3 der Eigenmittel auf das Kernkapital. 

Die unkonsolidierte Eigenmittelausstattung in Prozent der Bemessungsgrundlage sank von 15,3% im Vorquartal auf 15,1%. Die Mindestausstattung liegt laut Bankwesengesetz bei 8%. 


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