Presseaussendung


Markantes Bilanzsummenwachstum 2004 – Auslandsgeschäft gewinnt sukzessive an Bedeutung

Geschäftsentwicklung der in Österreich tätigen Kreditinstitute im Jahr 2004

Wien, 15. 3. 2005


2004 konnte das markanteste unkonsolidierte Bilanzsummenwachstum (+7,9%) seit 1999 verzeichnet werden. Zu den entscheidenden Einflussfaktoren gehörten auf der Aktivseite das Kredit- sowie das Auslandsgeschäft und auf der Passivseite das Interbankengeschäft sowie ebenfalls das Geschäft mit dem Ausland.

Die Kreditnachfrage erlebte im Jahr 2004 eine deutliche Belebung und erhöhte sich um 5,1% (2003: +1,6%). Spareinlagen und insbesondere Bauspareinlagen waren bei den Anlegern weiterhin sehr beliebt. Durchschnittlich besitzt jede(r) Österreicher(in) Spareinlagen in der Höhe von 16.700 EUR.

Anteil des Geschäfts mit dem Ausland gewinnt sukzessive an Bedeutung

Neben der steigenden Kreditnachfrage war vor allem das Auslandsgeschäft der Banken maßgeblich für deren starkes Bilanzsummenwachstum verantwortlich. Aktivseitig erhöhten sich die Forderungen an das Ausland im Jahresabstand seit Dezember 2003 um beachtliche 15,1%. Sie stiegen mit 26,23 Mrd EUR noch stärker als in der Vergleichsperiode des Jahres 2003 (+19,01 Mrd EUR). Mehr als die Hälfte dieses Zuwachses waren Forderungen an ausländische Kreditinstitute – vorwiegend an die eigenen Töchter im Ausland. Ende 2004 beliefen sich die Auslandsforderungen auf 200,45 Mrd EUR. Somit wurden im Dezember rund 31% aller unkonsolidierten Aktiva im Ausland veranlagt. Noch im Dezember 2003 hatte sich dieser Prozentsatz nur auf rund 29% belaufen. 

Der Anteil der Auslandsverbindlichkeiten gemessen an der Gesamtbilanzsumme lag bei rund 30,0%. Hier waren es hauptsächlich die im Ausland emittierten verbrieften Verbindlichkeiten sowie die sonstigen Auslandsverbindlichkeiten, die mit einem Plus von jeweils mehr als 10% für den Anstieg verantwortlich zeichneten.

Auf der Passivseite stiegen die ausländischen verbrieften Verbindlichkeiten (+15,52 Mrd EUR bzw. +8,6%), als auch die Verbindlichkeiten gegenüber ausländischen Kreditinstituten mit 3,99 Mrd EUR (bzw. 5,5%) markant. In Summe betrugen die Verbindlichkeiten im Auslandsgeschäft 195,28 Mrd EUR.

Markantes Bilanzsummenwachstum 2004

Die in Österreich tätigen Banken erreichten im Jahr 2004 mit 7,9% das höchste unkonsolidierte Bilanzsummenwachstum seit 1999. Es wurde damit ein Volumen von 652,76 Mrd EUR erreicht. Die Wachstumsrate liegt nicht nur über dem Jahresschnitt der letzten 10 Jahre (+5,9%), sondern auch deutlich über dem Vorjahreswachstum (+5,5%). Im 10 Jahresabstand stieg die Bilanzsumme um 76,9%. Die Bilanzsumme der 10 größten in Österreich tätigen Kreditinstitute erhöhte sich im Vergleich zum Jahr 2003 um 23,06 Mrd EUR bzw. 7,0% und belief sich auf rund 353,03 Mrd EUR. Der Anteil der Top 10 an der gesamten Bilanzsumme betrug 54,1% (2003: 54,5%). Keine Veränderung gab es bei der Reihung der Top Ten Banken gemessen an der Bilanzsumme.

Kreditwachstum zieht wieder an

Nach einem verhaltenen Kreditwachstum im Jahr 2003 (+1,6%), zog dieses in der Vergleichsperiode 2004 wieder deutlich um 5,1% an. Ende des Jahres 2004 konnte somit ein Kreditvolumen von 251,57 Mrd EUR ausgewiesen werden. Das Kreditwachstum wurde 2004 zwar hauptsächlich von den Krediten in Euro getragen (+8,24 Mrd EUR), jedoch auch die Nachfrage nach Fremdwährungskrediten erhöhte sich 2004 markant. Insgesamt waren per Ende Dezember 2004 47,8 Mrd EUR an Fremdwährungskrediten aushaftend. Somit stieg der Anteil der Fremdwährungskredite an allen vergebenen Krediten innerhalb eines Jahres um 0,6 Prozentpunkte auf 19,0%.

Spareinlagen und Bauspareinlagen weiterhin sehr beliebt

Der Stand der Einlagen wuchs 2004 mit 4,9% nur geringfügig stärker als im Jahr 2003. Von 3,76 Mrd EUR Spareinlagenwachstum wurden zum 31.12.2004 2,36 Mrd kapitalisierte Spareinlagenzinsen gemeldet, d. h. ohne Zinsgutschriften wäre ein Wachstum von 1,40 Mrd EUR zu verzeichnen gewesen. 2003 hatte sich das Spareinlagenwachstum auf 4,50 Mrd EUR oder +3,5% (hievon kapitalisierte Spareinlagenzinsen: 2,42 Mrd EUR) belaufen.

Das Volumen der Bauspareinlagen wuchs mit 4,4% deutlich stärker als die Spareinlagen, wodurch sich der Anteil der Bauspareinlagen am Gesamtbestand auf rund 13% erhöhte. 

Die Statistik über die Anzahl und Höhe der Einlagenkonten zeigte folgendes Bild: Von den 23,68 Mio Stück Spareinlagen lauteten knapp 96% auf Beträge kleiner 20.000 EUR1). Weiters existierten 1265 Sparbücher mit Beträgen zwischen 1 Mio EUR und 3 Mio EUR sowie 256 Sparbücher mit Beträgen größer 3 Mio EUR.

Starker Anstieg der Eigenmittel im Jahr 2004

Im Jahr 2004 konnte bei den Eigenmitteln bei einem Stand von 47,81 Mrd EUR ein Wachstum von 3,46 Mrd EUR (+7,8%) beobachtet werden. Im Vergleich dazu stiegen die Eigenmittel im selben Beobachtungszeitraum des Jahres 2003 etwas geringer um 6,7%. Mit 32,10 Mrd EUR entfielen rund 2/3 der Eigenmittel auf das Kernkapital.

Die unkonsolidierte Eigenmittelausstattung in Prozent der Bemessungsgrundlage stieg von 14,7% Ende 2003 auf 14,9%. Die Mindestausstattung liegt laut Bankwesengesetz bei 8%.

1) Dies ist jene Grenze, bis zu der gemäß § 93 BWG pro Einleger eine Sicherungspflicht besteht.


Herausgeber:

Oesterreichische Nationalbank

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