Das unkonsolidierte Betriebsergebnis1) konnte gegenüber dem 1. Quartal 2004 um 13,0% auf 1,34 Mrd EUR klar gesteigert werden. Dabei konnten insbesondere die Erträge aus dem Provisionsgeschäft stark ausgeweitet werden, wobei dies überwiegend auf die Erhöhung der Provisionserträge aus dem Wertpapiergeschäft zurückzuführen war. Im Vergleich zum 1. Quartal 2004 konnten auch bei den Erträgen aus Wertpapieren und Beteiligungen deutliche Anstiege festgestellt werden. Dabei ist die Erhöhung der Erträge aus Anteilen von inländischen verbundenen Unternehmen besonders hervorzuheben. Die Relation Nettozinsertrag zu den Betriebserträgen betrug 46,8% und verringerte sich gegenüber dem Vorjahresquartal außerordentlich deutlich. Die Cost-Income-Ratio betrug zum Berichtszeitpunkt 63,7%. Dies ist mit Abstand der beste niedrigste Wert in den letzten Jahren. Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich wird gegenüber der Schätzung im Vorjahr deutlich geringer erwartet. Der für das gesamte Geschäftsjahr 2005 erwartete Jahresüberschuss beträgt 2,67 Mrd EUR und liegt erneut signifikant über dem vergleichbaren Wert 2004.
In den ersten 3 Monaten des Jahres 2005 meldeten die Kreditinstitute eine Steigerung der Betriebserträge um 6,3% auf 3,70 Mrd EUR. Die Betriebsaufwendungen erhöhten sich mit 2,9% auf 2,36 Mrd EUR deutlich geringer. Daraus resultierend verbesserte sich die Cost-Income-Ratio um 2,1%-Punkte klar und belief sich zum Berichtszeitpunkt auf 63,7%. Dies ist mit Abstand die von den in Österreich tätigen Kreditinstituten niedrigste Cost-Income-Ratio in den letzten 10 Jahren2).
Im 1. Quartal 2005 belief sich der Nettozinsertrag auf 1,73 Mrd EUR und lag mit 0,7% geringfügig unter dem Wert der Vergleichsperiode 2004. Im 1. Quartal 2005 belief sich der Total Spread3) auf 0,93% und reduzierte sich gegenüber der Vergleichsperiode 2004 (1. Quartal 2004: 1,04%). Diese Entwicklung spiegelte sich auch in den Daten der EZB-Zinssatzstatistik wider. Die dort beobachtete Spanne über Neugeschäftszinssätze sank zwischen März 2004 und März 2005 um 0,19%-Punkte.
Die Erträge aus dem Wertpapier- und Beteiligungsgeschäft betrugen 0,53 Mrd EUR und stiegen mit 21,2% markant an. Dabei erhöhten sich insbesondere die Erträge aus Anteilen von verbundenen Unternehmen. Es handelt sich bei diesem Anstieg zu einem großen Teil um Erträge aus inländischen verbundenen Unternehmen4).
Der Saldo aus dem Provisionsgeschäft belief sich auf 0,95 Mrd EUR und erhöhte sich gegenüber der Vergleichsperiode 2004 mit 12,7% signifikant. Die Hälfte der Steigerungen der Betriebserträge lässt sich im 1. Quartal 2005 damit begründen. Eine tiefere Analyse zeigt, dass dies überwiegend auf die Erhöhung der Provisionserträge aus dem Wertpapiergeschäft zurückzuführen ist. Die Relation Saldo aus dem Provisionsgeschäft zu den gesamten Betriebserträgen betrug 25,6% und erhöhte sich gegenüber dem 1. Quartal 2004 mit 1,5%-Punkten deutlich.
Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich mit 2,9% auf einen Stand von 1,98 Mrd EUR. Dabei sind die Personalaufwendungen mit 1,5% auf 1,19 Mrd EUR angestiegen. Der Sachaufwand belief sich auf 0,79 Mrd EUR und erhöhte sich um 5,1%.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2005 rechnen die in Österreich tätigen Kreditinstitute mit einem Betriebsergebnis von 4,85 Mrd EUR, welches mit 11,2% klar über dem geschätzten Wert der Vergleichsperiode 2004 liegt5). Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich wird mit 1,58 Mrd EUR oder -6,2% deutlich unter dem Schätzwert des Vorjahres angesetzt. Der Rückgang resultierte zum überwiegenden Teil aus den erwarteten Wertberichtigungen zu Forderungen an Kunden. Für das Jahr 2005 wird mit einem aufwandswirksamen Saldo aus Wertberichtigungen auf Wertpapiere und Beteiligungen in der Höhe von 0,05 Mrd EUR gerechnet.
Unter Einbeziehung sämtlicher Bewertungsmaßnahmen und Risikokosten ergibt sich für das Jahr 2005 ein erwartetes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 3,22 Mrd EUR, welches mit 21,2% gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres signifikant besser eingeschätzt wird. Unter Berücksichtigung des erwarteten a.o. Aufwandes (0,16 Mrd EUR) und der erwarteten Steuern (0,39 Mrd EUR) erwarten die in Österreich tätigen Kreditinstitute einen Jahresüberschuss von 2,67 Mrd EUR, welcher mit 24,0% markant über dem Wert der Vergleichsperiode 2004 (2,15 Mrd EUR) liegt.
1) Der vorliegende Bericht basiert auf Daten der Quartalsberichtsmeldung gem. § 74 Abs. 2 BWG sowie der QUAB-Verordnung zum Berichtstermin 1. Quartal 2005. In dieser Meldung werden die Ertragsdaten auf unkonsolidierter Basis erfasst.
2) Die Analyse der Entwicklung der CIR wurde im vorliegenden Bericht ab Berichtstermin 1. Quartal 1995 vorgenommen, da die Erhebung des Quartalsberichtes 1995 an die Rechnungslegungsbestimmungen angepasst wurde und somit ab diesem Zeitpunkt eine vergleichbare Datenbasis vorliegt.
3) Im Rahmen der Total Spread Berechnung werden sämtliche verzinste Aktiva mit den verzinsten Passiva verglichen. Es ist darauf hinzuweisen, dass bei dieser Methode die unterschiedlichen Laufzeitstrukturen auf der Aktiv- und Passivseite keine Berücksichtigung finden.
4) Dabei konnten zum Berichtstermin 1. Quartal 2005 auch Ertragssteigerungen beobachtet werden, die aus Bankverflechtungen entstanden sind, sodass es zu Doppelzählungen kam.
5) Hierbei ist zu beachten, dass nach dem 1. Quartal Vorschauwerte nur erste Anhaltspunkte für die Entwicklung des laufenden Jahres liefern können. Die Genauigkeit der Schätzung nimmt üblicherweise im Jahresverlauf stetig zu. Im Jahr 2004 wurden beispielsweise zu den einzelnen Berichtsterminen für das Jahresbetriebsergebnis folgende Schätzungen abgegeben: 1. Quartal: 4,36 Mrd EUR; 2. Quartal 4,51 Mrd EUR; 3. Quartal 4,57 Mrd EUR; 4. Quartal 4,70 Mrd EUR. Definitive Jahresabschlusswerte liegen derzeit für das Jahr 2004 noch nicht vor, da diese nach Beendigung der Jahresabschlussprüfung im Zuge des 5. Quartalsberichtes an die Oesterreichische Nationalbank übermittelt werden.
Presseaussendung
Beachtliche Steigerung des Betriebsergebnisses der in Österreich tätigen Kreditinstitute
Ertragslage der in Österreich tätigen Kreditinstitute im 1. Quartal 2005
Wien, 2. 6. 2005
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