Im 1. Halbjahr 2005 lag die Zahl der Euro-Fälschungen europaweit bei 293.000 Stück. Im gleichen Zeitraum wurden in Österreich 4.247 Fälschungen aus dem Umlauf sichergestellt. Für Österreich ist somit eine beachtlicher Rückgang von 45% an Fälschungen gegenüber dem 2. Halbjahr 2004 erkennbar. Damit haben sich die Erwartungen und Prognosen beider Institutionen mehr als erfüllt. Diese Reduktion ist unter anderem auf die erhöhte Aufmerksamkeit der ÖsterreicherInnen – insbesondere des Handels – zurück zu führen.
&Die am häufigsten gefälschte Banknote war im 1. Halbjahr 2005 mit 49,4% der EUR 50, gefolgt vom EUR 100 mit 20,2% und dem EUR 200 mit 16,7%.
Der Anteil der in Österreich aufgetretenen Euro-Fälschungen lag somit im 1.Halbjahr 2005 bei 1,4%. Vergleicht man den Anteil der in Österreich sichergestellten Fälschungen mit dem Anteil den Österreich an der Wirtschaftsleistung (BIP-Anteil 3,1%) des Euroraumes hat, sieht man, dass in Österreich relativ wenige Fälschungen auftreten. In Österreich besteht für Privatpersonen kaum die Gefahr, mit Fälschungen in Kontakt zu kommen.
Nach wie vor treten rund 46% aller Fälschungen in Wien auf. Die folgende Tabelle zeigt das deutliche regionale Gefälle.
Vergleich zum 2. Halbjahr 2004 hat sich der Schaden, der durch Fälschungen entstanden ist, mehr als halbiert. Verantwortlich dafür ist neben der geringeren Anzahl an Fälschungen vor allem in den hohen Banknotenkategorien auch die Tätigkeit des BM.I. So wurden im 1. Halbjahr 2005 2.931 gefälschte Banknoten – noch bevor sie in Umlauf gebracht werden konnten – sichergestellt. Das bedeutet eine Steigerung von 434% gegenüber dem 2. Halbjahr 2004.
Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2005 in Österreich 74 Personen im Zusammenhang mit Fälschungsdelikten festgenommen. Das stellt eine Steigerung um 12 Festnahmen oder 19,3% gegenüber dem Vergleichzeitraum des Vorjahres dar.
Vom Bundeskriminalamt (.BK) wurde festgestellt, dass ein Großteil der Euro-Fälschungen aus Ost- bzw. Südosteuropa stammt. Auf österreichische Initiative hin wurde daher bereits im Jahr 2003 gemeinsam mit den betroffenen Staaten die „Wiener Erklärung“ über gemeinsame Strategien gegen Euro-Fälschungen verabschiedet.
Dieser Erklärung folgten weitere Konferenzen in Sofia im Jahr 2004 und in der Vorwoche in Prag. Außerdem wird im Oktober 2005 in Wien im Rahmen des von der Europäischen Kommission finanzierten PERICLES Programms ein vom Bundeskriminalamt (.BK) in Kooperation mit der OeNB organisiertes Training für Falschgeldexperten aus sämtlichen süd-osteuropäischen Ländern stattfinden.
Ziel all dieser Zusammenkünfte ist es, gemeinsame Strategien für die Bereiche Ermittlungen, Ausbildung, Zusammenarbeit und Prävention zu erarbeiten und umzusetzen. Die Erfolge geben dieser Strategie Recht: Alleine im ersten Halbjahr 2005 wurden drei Falschgelddruckereien in Italien, zwei in Spanien und jeweils eine in Deutschland, Litauen und Serbien ausgehoben.
Erst im Juni 2005 wurde ein Depot mit über drei Millionen falschen US-Dollar in Varna/Bulgarien sichergestellt. Federführend bei diesen Erhebungen war eine Task Force in Bulgarien, die von EUROPOL geleitet wurde und an der auch österreichische Kriminalbeamte beteiligt waren.
Erklärtes Ziel der OeNB ist es, das Vertrauen der Bevölkerung in den Euro auf einem hohen Niveau zu halten und den hohen Wissensstand über die Sicherheitsmerkmale mit diversen Informationsaktivitäten noch weiter auszubauen. Vor allem die breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit sowie die Schulungsaktivitäten sind wesentlich für einen sicheren Umgang mit dem Euro. Die Schulungen der OeNB werden in allen Regionen angeboten und können auf unserer Homepage (www.oenb.at) gebucht werden. Auf der Homepage unter „Rund ums Geld“ erhalten Sie auch detaillierte Informationen zu den Sicherheitsmerkmalen und zur Echtheitsprüfung.
„Unsere Aufgabe ist es unter anderem, die Bürger über den Euro zu informieren und dabei regelmäßig die wichtigsten Sicherheitsmerkmale in Erinnerung zu rufen. Die bisherigen Medienkooperationen der OeNB waren dabei – wie Studien belegen – äußerst erfolgreich. So fühlen sich zum Beispiel jene 2,5 Millionen Österreicher und Österreicherinnen, die wir mit der „Mehrscheinchen-Aktion“ erreicht haben, heute besser informiert, sie stehen dem Euro positiver gegenüber und haben generell ein größeres Vertrauen in den Euro und die OeNB“ erklärt Dr. Stefan Augustin, Hauptabteilungsleiter der OeNB. Der Erfolg der Informationsaktivitäten wird regelmäßig durch das Institut für empirische Sozialforschung (IFES) evaluiert. Sowohl in der Erreichung großer Bevölkerungsteile als auch in Bezug auf die subjektive Informiertheit über die Sicherheitsmerkmale erzielen die Kooperationen der OeNB mit den Medien überdurchschnittliche Erfolge. So fühlen sich rund 76% der ÖsterreicherInnen gut über die Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten informiert.
Informationen rund um den Euro werden auchheuer wieder von der „Rollenden Zweiganstalt der OeNB“ österreichweit angeboten. Bis heute nahmen mehr als 250.000 ÖsterreicherInnen das Angebot der „Euro-Tour“ in Anspruch. DasHauptaugenmerk der Informationstätigkeit im Rahmen der „Euro-Tour 2005“ von 13. 05.–27. 08. 2005 liegt auch heuer auf den Sicherheitsmerkmalen des Euro mit dem Grundsatz: „Fühlen, Sehen, Kippen“.
Nur wer die Sicherheitsmerkmale kennt, kann sich auch vor Fälschungen schützen!