Der Bogen der bestehenden Gebäude von Notenbanken, die in dieser Ausstellung gezeigt werden, spannt sich vom frühen Historismus mit der Belgischen Nationalbank, deren Gebäude 1868 errichtet wurde, über die beginnende Moderne Anfang des 20. Jahrhunderts, die Nachkriegsarchitektur bis zur Gegenwart mit dem Wettbewerb für den Neubau der Europäischen Zentralbank, 2002-2004, der von dem österreichischen Architektenteam Coop Himmelb(l)au gewonnen wurde. Wie der Titel dieser Ausstellung bereits verrät, wird erstmals auch ein Blick hinter die Außenfassaden dieser architektonisch bemerkenswerten Gebäude ermöglicht.
Der Vergleich der Architektur der Notenbanken des ESZB-Systems – der europaweit in dieser Ausstellung erstmals erarbeitet wurde – zeigt deutlich, dass Nationalbankgebäude aus architektonischer Sicht einen eigenen Bautypus darstellen, dessen Ziel auf die einfache Formel: Repräsentanz, Sicherheit und (Währungs-)Stabilität gebracht werden kann. Dass diese Botschaft in der Architekturepoche des 19. Jahrhunderts anders aussah als heute, ist verständlich und nachvollziehbar, dennoch: Der Wunsch nach Signethaftigkeit ist zum Beispiel in der überreichen und stärker auf Repräsentanz bedachten Zeit des Historismus ebenso gegenwärtig wie in der Funktionsbezogenheit der Gegenwart.
Wie Gouverneur Dr. Liebscher anläßlich der Ausstellungseröffnung betonte, „spiegelt die Architektur der gezeigten Bauten auch die kulturelle Aufgabe der Notenbanken wider, der wir uns bis heute verpflichtet fühlen“. Es ist kein Zufall, dass sich unter den Architekten große Namen wie Arne Jacobsen in Kopenhagen, Gaetano Koch in Mailand, Leopold Bauer in Wien oder – um auch einen zeitgemäßen Namen anzuführen – Wilhelm Holzbauer bei dem neuen OeNB-Gebäude (OeNB II) finden.
Dass sich beim Wettbewerb um den Neubau der EZB in Frankfurt das österreichische Architektenteam Coop Himmelb(l)au letzten Endes gegen international anerkannte Konkurrenten wie Frank O.Gehry aus Los Angeles durchsetzen konnte, verdeutlicht wieder einmal die hohe Qualität und große Konkurrenzfähigkeit österreichischer Leistungen.
Geld und Baukunst scheinen viel Gemeinsames zu haben; nicht zuletzt symbolisieren beide bleibende Werte, Stabilität und Sicherheit.























