Presseaussendung


Aktuelle Entwicklungen im Bargeldbereich

OeNB und BM.I präsentieren die Euro-Fälschungsstatistik für das Jahr 2007

Wien, 10. 1. 2008


Der Umlauf des gesamten Euro-Systems belief sich Ende 2007 auf rund 696 Mrd. Euro. Dies bedeutet einen Anstieg von 7,7% gegenüber dem Vorjahr. Seit der Euro-Einführung im Jahr 2002 hat sich der wertmäßige Bargeld-Umlauf nahezu verdreifacht. Auch die stückmäßige Bargeld-Bearbeitung durch die OeNB und ihre Tochtergesellschaft Geldservice Austria ist in den letzten Jahren stark angestiegen und hält derzeit bei mehr als 1,2 Mrd. Stück Banknoten und 1,8 Mrd. Stück Münzen.

 

Europaweit gab es 561.000 Fälschungen. Mit einem Anteil von lediglich 1,4% dieser Fälschungen braucht man hierzulande als Privatperson keine Angst haben, mit einer Fälschung in Berührung zu kommen. Im Durchschnitt stößt man bei jeder millionsten Transaktion auf eine Fälschung, dies entspricht 0,05 Promille des Banknoten-Umlaufs. Im vorigen Jahr wurden in Österreich 7.768 Fälschungen aus dem Umlauf sichergestellt. Somit lag das Falschgeldaufkommen 2007 trotz der Umlaufsteigerung im Durchschnittswert der letzten Jahre.

 

Europaweit überwogen mit 38% die EUR 50-Banknoten. In Österreich waren 32% der Fälschungen EUR 100-Banknoten, gefolgt von den EUR 50-Banknoten mit 28,8% und den EUR 200-Banknoten mit 26,4%. Der Schwerpunkt des Falschgeldaufkommens lag unverändert in und um Wien.

 

Die OeNB ist stets darum bemüht, die Österreicherinnen und Österreicher mit gezielten Informationsmaßnahmen vor Fälschungen zu schützen. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Handel, Banken und Exekutive werden kostenlose Schulungen in allen Bundesländern angeboten. Zusätzlich geht die OeNB mit dem Euro-Bus, bei Messen und messeähnlichen Veranstaltungen, mit Medienkooperationen und mit Vorträgen und Mini-Schulungen in Einkaufszentren und Schulen aktiv auf die Bevölkerung zu, um ihr die Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten näher zu bringen. In diesem Jahr wird die OeNB aufgrund des erwarteten Anstiegs an Bargeld-Transaktionen bei der Fußball-Europameisterschaft ihr Informationsangebot nochmals verstärken.

 

Nach wie vor können alle Fälschungen mit den einfachen Prüfschritten FÜHLEN – SEHEN – KIPPEN erkannt werden. Details zu den Sicherheitsmerkmalen und den Schulungen gibt es auf der OeNB-Homepage.


Neben dem guten Informationsstand der Bevölkerung zeigen die neuesten Statistiken die hervorragende Zusammenarbeit zwischen OeNB und BM.I.

 

Die Geldfälschung ist ein Bereich der organisierten Kriminalität, der von der Polizei mit gezielten Strukturermittlungen bekämpft wird. Das in Österreich in Umlauf gebrachte Falschgeld wird vorwiegend in Italien sowie in Südost-Europa produziert. Das Bundeskriminalamt setzt bei der Bekämpfung der Falschgeldkriminalität daher auf besonders intensive internationale polizeiliche Zusammenarbeit. Diese und die ausgezeichnete Kooperation mit der OeNB haben bereits zur Aushebung von Falschgeldwerkstätten in ganz Europa geführt. Die europaweit einzigartigen fünf Falschgeldspürhunde aus Österreich werden ebenfalls im In- und Ausland zur Durchsuchung von Fahrzeugen und Wohnungen eingesetzt.

 

Im Jahr 2007 wurde durch den guten Ausbildungsstand der Polizei und einer hohen Zahl von Scheinkäufen eine große Menge von gefälschten Euro-Banknoten sichergestellt, bevor sie Schaden verursachen konnten. Der bisher größte Aufgriff von Falschgeld betraf einen Scheinkauf im Wert von über 14,7 Mio. Euro im Juli 2007 in Villach. Bei den Falschgeldbündeln waren die obersten Scheine Echtgeld und der Rest Falschgeld. Das Geld sollte so in betrügerischer Weise weiterverkauft werden. Bei dieser Operation konnten sieben Verdächtige festgenommen werden.


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Oesterreichische Nationalbank

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