Migration und Handelsvertiefung haben Effekte auf Beschäftigung, Lohnniveau und damit auch auf die Preise. Diese Wechselwirkung zwischen monetärem und realem Bereich macht das Thema Migration für eine Notenbank interessant. Dies betonte Gouverneur Nowotny bei der Eröffnung der diesjährigen Herbstkonferenz der Oesterreichischen Nationalbank.
Volkswirtschaftlich relevant sind darüber hinaus die Gelder, die von den Migranten in ihre Heimatländer geschickt werden. Insbesondere in den südosteuropäischen Ländern stellen diese meist innerfamiliären Unterstützungszahlungen einen substantiellen Teil des Volkseinkommens dar.
Gerade Österreich war in seiner Geschichte immer wieder Ziel von Migrationsströmen und hat davon wirtschaftlich profitiert. Eine erfolgreiche Integration der Arbeitsmärkte erfordert aber auch wirtschaftspolitische Maßnahmen, die benachteiligte Personengruppen stärken. Dazu gehören Arbeitskräfte mit relativ wenig Bildung, deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt bei Zuwanderung tendenziell weiter geschmälert werden.
Die grenzüberschreitende Öffnung der Arbeitsmärkte ist ein wesentlicher Bestandteil des Europäischen Einigungsprozesses, so der Gouverneur. Jene Länder, die für hoch qualifizierte Migranten attraktiver sind, werden aus diesem Prozess gestärkt hervorgehen.
Gleichzeitig ist aber auch sicherzustellen, dass Wanderungsbewegungen nicht zu erhöhter Ungleichheit der Einkommensverteilung führen.
Auf der heute beginnenden, eineinhalbtägigen OeNB-Konferenz werden internationale Experten und Wirtschaftspolitiker diese und weitere Fragen erörtern.