Oesterreichische Nationalbank
Die Aufgaben der OeNB im ESZB
Wirtschaftliche Entwicklung in der Währungsunion und in der EU
Wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum und in der EU
Gesamtwirtschaftliche Prognose für Österreich 1998 bis 2000
Konjunkturelle Entwicklung in Österreich
Zusammenarbeit im ESZB und europäische Integration
Monetäre Entwicklung in Österreich
Geschäftstätigkeit der Kreditinstitute in den ersten drei Quartalen 1998
Zahlungsbilanz im ersten Halbjahr 1998
Internationale Wirtschaft
Entwicklungen in ausgewählten Industrieländern außerhalb der EU
Internationale Verschuldung
Zusammenarbeit im internationalen Währungs- und Finanzsystem
Studien
Kreditrisikomodelle und Kreditderivate
Viele der großen Banken entwickelten in den letzten Jahren komplexe mathematischstatistische Modelle zur Quantifizierung von Kreditrisiken als Reaktion auf die Diskrepanz zwischen der durch die Basler Eigenkapitalanforderung von 1988 geforderten und ökonomisch sinnvollen Eigenkapitalallokation. Durch den Einsatz dieser Kreditrisikomodelle ist es möglich, die quantifizierten Kreditrisiken durch geeignete Finanzinstrumente zu „hedgen“. Es ist deshalb nicht überraschend, daß die Entwicklung von Kreditrisikomodellen und Kreditderivaten parallel erfolgt. Kreditderivate erlauben es erstmals, Risiken einzelner Kredite oder ganzer Kreditportfolios aktiv zu managen und tragen wesentlich dazu bei, die Marktliquidität von Krediten zu verbessern. In der vorliegenden Studie werden zwei gängige Ansätze zur Modellierung von Kreditrisiken dargestellt, miteinander verglichen und die Einsatzmöglichkeiten von Kreditderivaten für ein aktives Kreditrisikomanagement diskutiert.
Value at Risk – Evaluierung verschiedener Verfahren
Ziel dieser Studie ist die Evaluierung und der Vergleich verschiedener Verfahren zur Bestimmung des Value at Risk (VaR). Zur Anwendung kommen der Varianz/Kovarianz-Ansatz, die historische Simulation und eine Methode, die auf der Schätzung von Mischverteilungen – bestehend aus zwei Normalverteilungen – beruht. Alle VaRBerechnungen werden an 1.000 aufeinanderfolgenden Tagen für 19 zufällig ausgewählte Wechselkursportfolios und ein gleichgewichtetes Wechselkursportfolio bestehend aus 13 Währungen durchgeführt. In dieser Arbeit wird untersucht, ob es Sinn macht,VaR-Zahlen, die anhand verschiedener Modellansätze, aber mit den gleichen Parametern (gleiches Konfidenzintervall, gleiche Haltedauer) ermittelt werden, miteinander zu vergleichen. Die Resultate verdeutlichen, daß Vergleiche von VaR-Zahlen zwischen verschiedenen Kreditinstituten, die unterschiedliche Modelle verwenden, irreführend sein können.
Zusätzlich werden die einzelnen Verfahren durch Rückvergleiche mit den tatsächlichen Handelsergebnissen evaluiert. Für die Methode – basierend auf der Schätzung von Mischverteilungen – wird die beste Anpassung an das jeweilige Konfidenzintervall erzielt, da anhand dieser Methode die Leptokurtosis am besten modelliert wird.
Die im Teil „Studien“ dieses Hefts zum Ausdruck gebrachte Meinung des jeweiligen Autors kann im Einzelfall von der Meinung der OeNB abweichen.