Berichte und Studien

Berichte und Studien 3/2003

Die Bedeutung von Außenwirtschaft und internationalem Kapitalverkehr


Inhalt

Wirtschaftliche Entwicklung in der Währungsunion und in der EU
Wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum und in der EU
Konjunkturelle Entwicklung in Österreich
Zusammenarbeit im ESZB und europäische Integration

Monetäre Entwicklung in Österreich
Geschäftstätigkeit und Ertragslage der in Österreich tätigen Kreditinstitute im ersten Halbjahr 2003
Zahlungsbilanz im ersten Quartal 2003
Portfolioposition Österreichs im ersten Quartal 2003
Geldvermögensbildung und Finanzierung der privaten Haushalte im ersten Quartal 2003 – Ergebnisse der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung
Auslandsverschuldung der Österreichischen Volkswirtschaft – neuer Indikator im Rahmen des SDDS

Internationale Wirtschaft
Entwicklungen in ausgewählten Industrieländern außerhalb der EU
Zusammenarbeit im internationalen Währungs- und Finanzsystem

Studien
Die Bedeutung von Außenwirtschaft und internationalem Kapitalverkehr für das Geldmengen­wachstum im Euroraum und der Beitrag Österreichs von 1999 bis 2002: Monetary Presentation
Vor dem Hintergrund der Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen in den Neunzigerjahren haben sich der Handelsverkehr und insbesondere der internationale Kapitalverkehr vervielfacht. Dieser Grad der Offenheit der Volkswirtschaften bedeutet für die Notenbanken, in hohem Maß die Implikationen der Außenwirtschaft für die Entwicklung der Geldmenge und des Preisniveaus im Euro-Währungsgebiet in ihren geldpolitischen Entscheidungen zu berücksichtigen. Die Generaldirektion Statistik der Europäischen Zentralbank bietet mit der monetären Aufbereitung der Euroraum-Zahlungsbilanz (Monetary Presentation) ein Statistikangebot, das es ermöglicht, die Geldmengeneffekte der Außenwirtschaft, insbesondere des internationalen Kapitalverkehrs, im Euro-Währungsgebiet zu erfassen und zur Qualitätssicherung des geldpolitischen Indikators M3 beizutragen. Wie in den Jahren 1999 bis 2002 zu beobachten war, wechselte der internationale Handels- und Kapitalverkehr von einem restriktiven in einen treibenden Einfluss auf die Geldmenge im Euroraum. Die Wirtschaftsbeziehungen Österreichs mit dem Extra-Euroraum trugen im gesamten Zeitraum zur Expansion der Geldmenge im Euro-Währungsgebiet bei.

Strukturelle Einflussfaktoren auf dem österreichischen Wohnungs- und Immobilienmarkt
Zwischen den Entwicklungen auf den Immobilienmärkten und den konjunkturellen Entwicklungen der Gesamtwirtschaft besteht ein mehrfacher Zusammenhang: Immobilienpreisänderungen haben auf Grund der Tatsache, dass das Immobilienvermögen einen wesentlichen Bestandteil des Gesamtvermögens privater Haushalte bildet, Auswirkungen auf die Gesamtnachfrage, den Konsum und die Inflation einer Volkswirtschaft. Des Weiteren verursachten in der Vergangenheit starke Schwankungen bei der Bewertung und Erwartung von Immobilienpreisen finanzielle Krisen. Die vorliegende Studie untersucht die unterschiedlichen Schwerpunkte und Entwicklungen auf dem heimischen Wohnungs- und Immobilienmarkt. Es werden die Finanzierungsformen im Wohnbau- und Immobilienbereich, die Refinanzierung der Kreditinstitute, die Entwicklung der österreichischen Immobilienpreise und die Förderungs- und Steueraspekte im Zusammenhang mit der Wohnraumbeschaffung beschrieben. Im Zuge der Analysen kann festgestellt werden, dass der Wohnungs- und Immobilienmarkt in Österreich ähnliche Entwicklungen, jedoch auch deutliche Unterschiede zum europäischen Trend aufweist. Die Zielsetzungen und Schwerpunkte der heimischen Wohnungspolitik sind im Vergleich zu den anderen EU-Ländern unterschiedlich, stellen aber deutlich unter Beweis, dass dieser Weg durchaus als geeignete Alternative erfolgreich und geeignet ist.

Die Förderung des Wirtschaftswachstums in Europa
Ergebnisse der 31. Volkswirtschaftlichen Tagung der Oesterreichischen Nationalbank
Die 31. Volkswirtschaftliche Tagung der Oesterreichischen Nationalbank beschäftigte sich mit dem Thema Wirtschaftswachstum. Ausgangspunkt war dabei die Frage, warum Europas Wachstumsraten unter jenen der USA liegen. In fünf Themenblöcken wurden die Zusammenhänge zwischen Wachstum und Arbeitsmärkten, Investitionen, Fiskalpolitik und Finanzmärkten behandelt. Gezielte Deregulierungsmaßnahmen und Steueranreize sowie verstärkte Ausgaben für Forschung und Entwicklung wurden neben Investitionen in die Informations- und Kommunikationstechnologie als die wichtigen Punkte zur Steigerung der europäischen Wachstumsraten genannt. Weiters wurde die Notwendigkeit von Strukturreformen auf den Arbeitsmärkten betont. Von fiskalpolitischer Seite nannten die Referenten einen ausgeglichenen öffentlichen Haushalt als Grundvoraussetzung für hohes nachhaltiges Wachstum. Ebenso wurde die Rolle stabiler und international integrierter Finanzmärkte betont, um eine optimale Allokation von Kapital zu erreichen. Qualitativ hochwertige Systeme der Finanzmarktregulierung dienen dazu, das reibungslose Funktionieren der Finanzmärkte zu gewährleisten.

Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum (Bank Lending Survey) –
Hintergründe, Zielsetzung und Ergebnisse für Österreich
Um den Informationsstand über die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und private Haushalte zu verbessern, führen die Zentralbanken des Euroraums – in Österreich die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) – gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Jänner 2003 viermal jährlich eine Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum durch. Dabei werden 86 führende Banken aus allen Ländern des Euroraums befragt, davon fünf Institute aus Österreich. Insgesamt deuten die Ergebnisse für Österreich darauf hin, dass die Banken bei der Kreditvergabe zurückhaltender geworden sind. Vor allem bei Unternehmenskrediten verhalten sich die befragten Kreditinstitute vorsichtig, im Privatkreditgeschäft ist die Verschärfung der Kreditrichtlinien etwas schwächer. Die Banken begründen dies im Wesentlichen mit konjunkturbedingten Risikoaspekten, was darauf hindeutet, dass es sich dabei nicht um eine Kreditverknappung handelt. Auch der vergleichsweise stärkere Rückgang der Kreditnachfrage kann als Indiz dafür betrachtet werden. Das Ausmaß der Zurückhaltung hat sich im Verlauf der ersten drei Befragungen allerdings vermindert. Insgesamt unterscheiden sich die österreichischen Resultate nur wenig von jenen des Euroraums.

 



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