Reden und Präsentationen


Verbesserung der Wirtschaftskenntnisse der österreichischen Bevölkerung – ein Anliegen der OeNB

Vortrag anlässlich der Präsentation des Arbeitsbuches für Jugendliche

Univ.-Doz. Dr. Josef Christl, Mitglied des Direktoriums der OeNB
Wien, 13. 3. 2008

Es gilt das gesprochene Wort.


Sehr geehrter Herr Bundesminister, sehr geehrte Damen und Herren!

 

Ich bedanke mich sehr herzlich für die Einladung zur heutigen Präsentation des neuen VWL-Arbeitsbuches „Volkswirtschaft verstehen – Zunkunft gestalten: Kontroversen erkennen und mitreden“. Ich sehe dieses Buch als ein weiteres wichtiges Fundament zur Erlangung von neuen und Ausbau von vorhandenen Wirtschaftskenntnissen von Jugendlichen.

 

Ich möchte Ihnen zunächst einen kurzen Überblick zum wirtschaftlichen und finanziellen Wissensstand der österreichischen Bevölkerung und dabei insbesondere der Jugendlichen geben. Dabei wird sich zeigen, dass zweifellos Wissenslücken zu Wirtschaftsthemen bestehen, dass aber in den letzten Jahren aber die Bemühungen und Aktivitäten zur Stärkung der Wirtschafts- und Finanzbildung von vielen Institutionen erfreulicherweise deutlich zugenommen haben. Auf einige wenige Initiativen werde ich zu sprechen kommen.

 

Auch haben speziell Zentralbanken ein großes Interesse an der Verbreitung volkswirtschaftlichen und finanziellen Wissens. Welche Motive dies konkret sind, und welche Initiativen es gibt, werde ich punktuell darlegen. Die Oesterreichische Nationalbank engagiert sich schon seit Jahrzehnten in der wirtschaftlichen Bildung sehr aktiv und hat vor, dies in Zukunft noch stärker zu tun. Ich werde abschließend kurz auch unsere beabsichtigten Aktivitäten ansprechen.

 

Empirische Befunde zur Wirtschafts- und Finanzkompetenz

 

Zahlreiche nationale und internationale Studien (z. B. OECD; 2006) belegen, dass das Wirtschafts- und Finanzwissen der Bevölkerung generell gering ist. Da die Komplexität der Wirtschaftsaktivitäten und das Angebot von Finanzdienstleistungen durch laufende Innovationen und Globalisierung zunehmen, braucht es aber eine solide Wissensbasis der Bürger. Die Schwierigkeiten auf dem amerikanischen Markt für Hypothekarkredite an Haushalte mit geringer Bonität, auf dem sich viele Verbraucher teilweise in Unkenntnis der Produktmerkmale über ihre Verhältnisse verschuldet haben, zeigen das ganze Ausmaß des Problems. Aber auch in Österreich sind jährlich rund 7.500 Privatkonkurse oder 50.000 Personen, die die Schuldnerberatungen kontaktieren, ein klares Indiz dafür, dass die Wirtschafts- und Finanzkompetenz verbesserungsfähig ist. Je früher damit begonnen wird, umso besser ist es. Ich sehe es daher als äußerst wichtig an, den Bürgern in allen Lebensabschnitten durch passende Bildungsangebote ein angemessenes Wirtschafts- und Finanzwissen zu vermitteln. Dies nützt dem einzelnen Bürger gleichermaßen wie der gesamten Gesellschaft und der Wirtschaft.

 

Wie die teilweise ernüchternden empirischen Befunde[1] zur Wirtschafts- und Finanzkompetenz in Österreich vermitteln, wartet diesbezüglich auf uns alle noch ein hartes Stück Arbeit. Das GFK erhob im Jahre 2006, dass 53% der Befragten ihr Verständnis über wirtschaftliche Zusammenhänge als eher schlecht bis sehr schlecht einstufen. Eine Umfrage der Wiener Arbeiterkammer aus dem Jahr 2006 unter Wiener Arbeitnehmer/innen bzw. Lehrlingen zum Thema Verbraucherkompetenz in Finanzfragen signalisiert, dass die Hälfte der Befragten nicht darüber informiert ist, dass eine Kreditrate aus einem Zins- und einem Kapitaltilgungsanteil besteht. Zwei Dritteln ist der Unterschied zwischen Nominal- und Effektivzinssatz nicht bekannt, ein Drittel kann die Merkmale eines Investmentfonds nicht erklären.

 

Für die Jugendlichen zeigt eine Befragung des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw, 2006) unter 3.300 Schülern in 280 Abschlussklassen (AHS, HAK, HTL, BHS, HAS, BMS) auf 68 Schulstandorten Österreichs ebenfalls zwiespältige Ergebnisse: Zwar sahen sich 60% der Befragten zum Thema internationale Wirtschaft sehr gut bzw. ausreichend informiert. Dem gegenüber steht der durch Testergebnisse belegte tatsächliche Wissensstand der Schüler, der nach der fünfstufigen Notenskala für alle Antworten zusammengefasst im Durchschnitt lediglich ein „Befriedigend“ ergab und somit deutliches Verbesserungspotenzial erkennen lässt. Dies korreliert mit dem eher verhaltenen Interesse für Wirtschaftsthemen, bei dem sich zeigt, dass nur 10-20% (je nach Schultyp) sich mit Wirtschaftsfragen auseinander setzen. 10% lesen regelmäßig die Wirtschaftsteile von Zeitungen, nur knapp mehr als ein Fünftel diskutieren in Schule oder mit den Eltern Wirtschaftsthemen wie Arbeitslosigkeit, Inflation, oder Wirtschaftswachstum. Handelsakademie-Absolventen schneiden im Durchschnitt am besten ab, während das Wissen der Handelsschüler von allen Schulen am schlechtesten ausfällt. Zu berücksichtigen ist freilich, dass der Schulabschluss in Handelsakademien nach fünf Jahren, in Handelsschulen jedoch bereits nach drei Jahren möglich ist. Weibliche Schüler schneiden durchwegs schlechter ab als ihre männlichen Kollegen.

 

Interessant auch einige Details aus den 20 Wissens- und Verständnisfragen: Gefragt nach jenen Ländern, die im Jahr 2004 der EU beigetreten sind, konnte nur ein knappes Drittel (31%) der Befragten aus den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten die richtigen wählen. Kaum mehr als die Hälfte der Befragten konnte die exakte Definition für Direktinvestitionen ankreuzen. Lediglich etwas über 40% konnten innerhalb der Begriffe Zahlungsbilanz, Konzernbilanz, Dienstleistungsbilanz, Leistungsbilanz, Handelsbilanz den nicht dazupassenden Begriff identifizieren.

 

Wie schneiden unsere Schüler bezüglich Wirtschaftswissen im internationalen Vergleich ab? Besser als erwartet, wie die Ergebnisse zeigen. Auskunft dazu gibt eine Studie der Wirtschaftskammer Wien aus dem Jahr 2006 (die Daten beziehen sich allerdings auf die Jahre 2003/2004), die den Kenntnisstand von Maturanten in Österreich, Deutschland, Ungarn und der Tschechischen Republik im Fokus hatte. Der Fragebogen umfasste zwölf Multiple-Choice-Fragen zu den Themengebieten Wirtschaftstheorien, Wirkungen von Änderungen allgemeiner Wirtschaftsparameter und Marktwirtschaftswissen. So wurden z. B. Fragen zu Wirtschaftsparametern wie z. B. zum staatlichen Haushaltsdefizit, zur Inflationsrate oder den Auswirkungen von Zollsenkungen von annähernd drei Viertel der österreichischen Maturanten korrekt beantwortet. Besser schnitten nur deutsche Schüler (82%) ab, schlechter hingegen die ungarischen (65%) und tschechischen (62%) Schüler.

 

Schließlich evaluierte eine vom „Kuratorium Wirtschaftskompetenz für Europa“ in Auftrag gegebene Studie im Rahmen des Europäischen Wirtschaftsführerscheins für Österreich, Deutschland und die Schweiz die Wirtschaftskompetenz im deutschsprachigen Raum. Dabei zeigte sich bei Auswertung von 16 Wissensfragen, vier Verständnisfragen und einem Fallbeispiel, dass nur 15% ohne Vorbereitung mehr als die Hälfte der Fragen korrekt beantworten konnten. Dies ist insofern erstaunlich, als 95% der Befragten Matura hatten und 70% nebenberuflich studierten, zumeist auf Fachhochschulen.

 

Verstärkte Aktivitäten zur Wirtschafts- und Finanzbildung

 

Resümierend ist also festzuhalten: Wissenslücken sind zweifellos vorhanden – auch unter den Jugendlichen. Maßnahmen, die zur Hebung des wirtschaftlichen Wissenstandes beitragen, sind daher sehr zu unterstützen und zu fördern, ja geradezu zu fordern, was übrigens auch die Bevölkerung selbst so sieht. Laut einer Studie der OeNB aus dem Jahr 2007 sind nämlich90% der Meinung, dass die finanzielle Allgemeinbildung in Österreich verbessert werden sollte. Eine deutsche Studie (2004) präzisiert noch: In dieser fordern 95%, dass Wirtschaftswissen und der Umgang mit Finanzen in erster Linie in der Schule unterrichtet werden soll.Neben dem Ausbau des Geographie und Wirtschaftskundestundenangebots könnte ein verpflichtender Unterrichtsgegenstand Verbraucherbildung in Schulen, und in weiterer Folge auch ein eigener Uni-Lehrstuhl für Verbraucherforschung und –bildung sowie eine verstärkte Zusammenarbeit von Banken und Versicherungen mit Universitäten und Schulen zur Hebung der Verbraucherkompetenz in Wirtschafts- und Finanzfragen nachhaltig Abhilfe schaffen.

 

Auf der anderen Seite sind natürlich die zweifellos sichtbaren verstärkten Bemühungen von Regierungsstellen, Banken, gemeinnützigen Vereinen und nicht zuletzt Zentralbanken sehr zu begrüßen, die entsprechende Bildungsprogramme gestartet haben bzw. ihr ökonomisches Bildungsangebot verbreitert und vertieft haben. Auch internationale Organisationen – wie die OECD[2] oder die Europäische Kommission[3] – haben auf Basis breit angelegter Bestandsaufnahmen über bestehende wirtschaftliche und finanzielle Bildungsinitiativen „best practices“ identifiziert und diesbezügliche Empfehlungen abgegeben.

 

Auf österreichischer Ebene konnten wir in unseren Recherchen – abgesehen vom schulischen VWL-Bildungsangebot – eine Reihe von Institutionen (darunter z. B. Volkswirtschaftliche Gesellschaften, Volkshochschulen, Wirtschaftskammer, Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Schule, verschiedene Kommerzbanken, die Wiener Börse, die Online Plattform www.Finanzportal.at, der Verein für Konsumentenschutz, die FMA oder die Schuldnerberatungen) identifizieren, die wirtschaftsorientierte Bildungsangebote unterschiedlichster Art anbieten.

 

Die große Herausforderung besteht dabei einerseits darin, konsumentengerechte Wissenspakete zu entwickeln und andererseits Vertriebs- und Kommunikationswege zu finden, die dem Zweck der Hebung der wirtschaftlichen und finanziellen Wissensbasis gerecht werden. Objektive Informationen und Erklärungen, verständliche Ratgeber und Handlungsanleitungen sowie konkrete Entscheidungshilfen sollen die Konsumenten in ihrem wirtschaftlichen Agieren bei Investitions- und Anlageentscheidungen sensibilisieren und vor unüberlegten Investitions- und Anlageentscheidungen bewahren.

 

Im Bereich Produktgestaltung muss der sichtbaren Trendumkehr klar Rechnung getragen werden. Broschüren, Faltprospekte und sonstige Publikationen stoßen auf ein beschränktes Interesse und sollten zunehmend durch Multimediapakete und Online-Angebote verdrängt werden. Dies gilt insbesondere für Jugendliche, die für das wohl „trockene“ Thema Wirtschaft nur über einen sehr erlebnisorientierten, „Action-reichen“ Zugang begeistert werden können. Die neuen Technologien machen es möglich, botschafts- und nutzenorientierte Momente und Elemente spielerisch und ansprechend zu kombinieren. Auch ist der Trend zu einer verständlicheren Sprache zusammen mit einer weniger abstrakten Gestaltung der Bildungsprogramme, Seminar- und Vortragsreihen nicht zu übersehen. Die Aspekte Pädagogik, Didaktik, Methodik und Design haben in der Vermittlung ökonomischer Inhalte große Bedeutung. Sie scheinen umso bedeutsamer, je jünger das Zielpublikum und je größer die Konkurrenz um kostbare Unterrichtszeit ist. Daher sollten wirtschaftliche Bildungsprodukte für den Schulunterricht konkret, lebensnah, sach- und situationsgerecht, nutzenorientiert und interessenbezogen sein. Dies sollte die Bereitschaft der Lehrer erhöhen, derartige Produkte in den Unterrichtsalltag zu integrieren. Einige europäische Zentralbanken – die wir uns genauer angehen haben – scheinen mit ihren Schülerbildungspaketen den Zug der Zeit schon gut erkannt haben. Pakete wie „Pounds & Pence“ oder „Made of Money“ der Bank of England, das in 22 Sprachen gehaltene Paket „Preisstabilität: Warum ist sie für Dich wichtig?“ der EZB oder jüngst auch das seit Oktober 2007 für die Sekundarschulstufen in der Schweiz verfügbare  „Iconomix“ der Schweizerischen Nationalbank sind richtungsweisend.

 

Die Rolle der Notenbanken

 

Das bringt mich zur Frage: Warum engagieren sich Notenbanken für die ökonomische Wissensvermittlung? Fünf Motive möchte ich anführen: Erstens, um eine höhere Akzeptanz der Geldpolitik und der geldpolitischen Entscheidungen zu erreichen. Der Auftrag der Zentralbanken, Preisstabilität zu sichern, soll wie auch die Strategie zur Erreichung dieses Ziel verstanden werden. Dazu ist es unerlässlich, auch die – zugegeben oft spezielle Begriffswelt – der Geldpolitik verständlich zu kommunizieren. Ein zweiter Grund ist, dass mehr ökonomische und finanzielle Bildung die Funktion der Finanzmärkte unterstützt. Mehr Wissen fördert die Effizienz und Innovationen der Märkte. Informierte Konsumenten treffen bessere Entscheidungen bei der Geldanlage und Kreditaufnahme, wovon letztlich die Stabilität der Finanzmärkte – ein weiteres Ziel der Zentralbanken – profitiert. Ein dritter Grund ist, dass wirtschaftliche Bildung nachhaltige und stabilitätsorientierte Wirtschaftspolitik unterstützt. Der Sinn von Strukturreformen zur besseren Funktion der Arbeits- und Produktmärkte wird erkannt, auch Regeln wie der Stabilitäts- und Wachstumspakt können besser eingeordnet werden. Viertens sind Zentralbanken große Wissensproduzenten. Im Sinne von Transparenz und Rechenschaftspflicht stellen sie ihr Wissen für ökonomische Bildungszwecke zur Verfügung und fördern damit als öffentliches, dienstleistungsorientiertes Unternehmen das wirtschaftliche Allgemeinwissen in der Bevölkerung. Ausgestattet mit Unabhängigkeit, hohem Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Objektivität wird die Zentralbank als wirtschaftspolitischer Think tank geschätzt und das bereitgestellte Informationsangebot gerne genutzt. Damit wird schließlich fünftens der Aufbau von Reputation und Akzeptanz der Zentralbankbank als kompetente und für die Bürger nützliche staatliche Institution gefördert.

 

Es ist vor diesem Hintergrund zu verstehen, dass sich auch die OeNB schon seit Jahrzehnten für wirtschaftliche Bildung intensiv engagiert. Zahlreiche Unterrichtsmaterialien, Seminare für Lehrende und Journalisten sowie die volkswirtschaftlichen Veröffentlichungen der OeNB zeugen davon. Die OeNB hat dabei immer auch die Kooperation mit anderen Bildungseinrichtungen – in Österreich und in den letzten Jahren verstärkt auch mit den anderen Zentralbanken des Euroraums – gesucht. In der Lehrerschaft bekannt sind die in mehrfacher Auflage erschienen Unterrichtspakete, die laufend erweitert und mit der Teilnahme im Eurosystem inhaltlich komplett überarbeitet wurden.

 

Aus Umfragen (wie etwa im Rahmen des vierteljährlichen OeNB-Barometers) zum Verständnis der Österreicher über Auftrag und Aufgaben der Zentralbank, die Geldpolitik und ihre Rolle in der Wirtschaftspolitik wissen wir aber, dass in diesen Bereichen dennoch Wissenslücken bestehen. Teils dürften die Kommunikationsmittel zu wenig zielgruppenspezifisch gehalten sein, teils dürften die Probleme auch an mangelndem Interesse liegen. Die OeNB hat sich daher entschlossen, ihre bildungspolitischen Aktivitäten zu verstärken. Dabei wird das bestehende Informationsangebot einem Relaunch unterzogen – u. a. wird auch das Unterrichtspaket überarbeitet – und das Webangebot durch spezielle Bildungsinstrumente erweitert. Der Zielgruppenfokus ist bewusst breit angelegt, unser Maßnahmenkatalog soll – wie von der Europäischen Kommission im ersten von acht Grundsätzen für erfolgreiche Programme zur Vermittlung von Wirtschafts- und Finanzwissen definiert[4] – wirtschaftliche Wissensmodule für alle Lebensabschnitte bereitstellen. Thematisch konzentrieren wir uns vorrangig auf die wichtigsten Geschäftsfelder einer Zentralbank.

 

Auf der Basis unserer Bestandsaufnahme sehen wir insbesondere Handlungsbedarf in der face to face Kommunikation auch außerhalb Wiens, in einem erweiterten „Edutainment“-Angebot für nicht Text-affine Zielgruppen, im sukzessiven Ausbau des Online-Angebots (z. B. von Wissenstools zur Inflation oder Krediten und Sparen), einen Aufholbedarf im Pflichtschulbereich, aber auch in der besseren pädagogischen und didaktischen Aufbereitung sowie Darstellung der Produkte. Hier werden wir gerne mit den Professionisten und Lehrerkollegium zusammenarbeiten. Wie es uns überhaupt sehr wichtig ist, dass unsere Umsetzung von Maßnahmen auch in Kooperation mit anderen Institutionen erfolgt, um so à la longue ein Netzwerk und eine zentrale Plattform für wirtschaftliche Bildung zu ermöglichen.

 

Ich darf résumieren: Die weltweite Vernetzung der Wirtschaft beeinflusst unser Erwerbs- und Privatleben, ganz gleich, ob es um Fragen des Wohnens, die Aufnahme eines Kredits oder die Entscheidung für die richtige Pensionsvorsorge geht. Angesichts der zunehmenden Komplexität und Dynamik unserer Wirtschaft wird ein grundlegendes Verständnis ihrer Funktionsweise für jeden Einzelnen immer wichtiger. Ökonomisches Denken und Handeln sollten daher eine Basiskompetenz sein, die idealerweise bereits in der Schule vermittelt wird. Im Sinne von „Wirtschaft in der Schule – Bildung, die Früchte trägt“ wird dieses neue Lehrbuch mit theoretischen wie wirtschaftspolitischen Aspekten sicherlich einen wichtigen Beitrag leisten.

 

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!



1) Die OeNB publizierte im Vorjahr eine umfassende Bestandsaufnahme zum Wirtschafts- und Finanzwissen. Siehe im Detail: Oesterreichische Nationalbank: Geldpolitik &Wirtschaft, Q3/07, verschiedene Studien. Hauptergebnisse wurden auch in einem Pressegespräch bekanntgegeben: Siehe Oesterreichische Nationalbank (2007): Wirtschaftliche Bildung: Bestandsaufnahme für Österreich, Pressegespräch am 8.Oktober 2007.

2) OECD (2006): Recommendation on Principles and Good Practices for Financial Education and Awareness, Policy Brief, July.

3) Europäische Kommission: (2007): Mitteilung der Kommission „Vermittlung und Erwerb von Finanzwissen“.

4) Europäische Kommission (2007): Finanzdienstleistungen: Kommission ruft zur Verbesserung des Finanzwissens der EU-Bürger auf. – Presseaussendung vom 18. Dezember 2007.