Reden und Präsentationen


Internationale Vermögensposition Österreichs

Mag. Dr. Peter Zöllner, Direktor
Oesterreichische Nationalbank, 28. 11. 2005

Es gilt das gesprochene Wort.


 

Österreich ist Teil des internationalen Finanznetzwerks

 

  • Das Finanzvermögen Österreichs im Ausland stieg 2004 um 51 Mrd EUR auf über 400 Mrd EUR, die Auslandsverpflichtungen liegen bei 437 Mrd EUR.
  • Seit 1998 haben sich die grenzüberschreitenden Finanzbestände verdoppelt.
  • Ausländische Investoren beflügeln Wiener Börse – Ausweitung der österreich­ischen Auslandsverpflichtungen als Vertrauensbeweis internationaler Anleger.
  • Fast die Hälfte des österreichischen Auslandsvermögens liegt im Euroraum – ist also ohne Wechselkursrisiko veranlagt.
  • Österreich besitzt um 7 Mrd EUR mehr an ausländischen Anteilscheinen als umgekehrt.
  • Geht es der Wall Street gut, geht es auch Österreich gut: Rund 6,5 Mrd EUR haben die Österreicher an der Wall Street investiert.         

 

Internationale Vermögensposition – ein spezieller Ausschnitt der GFR

 

  • Heute präsentieren wir die Finanzbeziehungen Österreichs mit dem Ausland. Die zugrunde liegende Statistik heißt gemäß internationaler Konvention Internationale Vermögensposition (IVP).
  • Die IVP zeigt das marktbewertete Vermögen und die Verpflichtungen Österreichs im Ausland und erklärt, ob sich die Bestände aufgrund von Käufen und Verkäufen (Transaktionen) oder als Folge von Bewertungseffekten verändert haben. Die Transaktionen entsprechen der Kapitalbilanz der Zahlungsbilanz.
  • Sie setzt sich zusammen aus strategischen Unternehmensbeteiligungen (Direktinvestitionen), Wertpiervermögen (Portfolioinvestitionen), Krediten und Einlagen (Sonstige Investitionen) sowie Währungsreserven.
  • Die IVP ist der außenwirtschaftliche Teil der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung, zu der heuer schon zwei Pressekonferenzen stattfanden.         

 



Makroökonomische Rahmenbedingungen
Periodendurchschnitte
 
Wirtschaftswachstum2003200420051)
 Euroraum0,72,11,6
 USA2,74,23,6
 Japan1,42,71,1
 
Verbraucherpreise2003200420051)
 Euroraum2,12,11,9
 USA2,32,72,4
 Japan−0,30,0−0,4
 
Langfristige Zinssätze200320041. HJ 2005
 Euroraum4,14,13,5
 USA4,04,34,2
 Japan1,01,51,3
 
Kurzfristige Zinssätze200320041. HJ 2005
 Euroraum2,32,12,1
 USA1,21,63,1
 Japan0,10,10,1
 
Wechselkurse2)200320042005
 EUR/USD1,131,241,29
 EUR/YEN131,0134,4136,2
 EUR/GBP0,690,680,69
 EUR/CHF1,521,541,55
 
Aktienindizes3)200320041. HJ 2005
 ATX+35+57+25
 Eurostoxx 50+16+7+8
 DAX+37+7+8
 DJI+25+3−5
 



Österreichs Finanzvermögen und -verpflichtungen


Stand in Mrd EUR1998199920002001200220032004
 
Auslandsvermögen152,4166,5225,0281,0304,0351,2402,6
Auslandsverpflichtungen182,6201,9261,8321,3357,7380,7436,5
 
Nettoverpflichtungen−30,2−35,4−36,8−40,3−53,7−29,5−33,9

 

Österreichs Einbindung in das internationale Finanznetzwerk nimmt zu. Aktiva und Passiva gegenüber dem Ausland innerhalb von sechs Jahren verdoppelt

 

  • Österreichs Auslandsvermögen belief sich zum 31.12.2004 auf 402,6 Mrd EUR, die Verpflichtungen auf 436,5 Mrd EUR. Daraus resultieren Nettoverpflichtungen von ‑33,9 Mrd EUR. 
  • Österreichs Nettoverpflichtungen blieben in den vergangenen Jahren stabil im Bereich um 20% des BIP; in den Jahren 2003 und 2004 ist sogar eine deutlich geringere Quote verzeichnet worden. Mit 14% im Jahr 2004 liegt Österreich im Vergleich zu anderen Industrieländern gut.
  • Der international gebräuchliche Indikator für die Intensität der Auslandsverflechtung ‑ die Internationalisierungsquote1) – erreichte mit 354% im Jahr 2004 einen neuen Rekord. 
  • Die stetig zunehmende Integration der österreichischen Finanzwirtschaft erlitt nur im Zeitraum 2000-2002 infolge der weltweiten Börsenkrise einen Rückschlag. Mit 2004 ist jedoch wieder ein deutlicher Aufwärtstrend sichtbar.        

 



Internationalisierungsquote im Vergleich


in %DeutschlandFinnlandNiederlandeÖsterreichSchwedenSchweiz
 
1993118147288135177434
1994124158270144200452
1995127129274146223450
1996136143305148222499
1997158154360175235652
1998202208455193276755
1999219338545246312800
2000269395627290329978
2001277346631310356912
2002306345705309366936
2003287383731322392945
2004298406775354427953

 

Österreich ist zunehmend Drehscheibe für Finanzströme

 

  • Rasante Entwicklung der Finanzverflechtung seit Mitte der Neunzigerjahre, die Internationalisierungsquote verdoppelte sich seither. So wickelt Österreich  als kleine offene Volkswirtschaft ‑ gemessen an seiner Wirtschaftsleistung ‑  höhere Finanzvolumina mit dem Ausland ab als große Länder wie z. B. Deutschland.
  • Aber vergleichbare Volkswirtschaften zeigen teilweise deutlich höhere Internationalisierungsquoten, was auf deren spezifische Situation zurückzuführen ist: Beispielsweise die Schweiz als internationale Finanzdrehscheibe, die Niederlande als bevorzugter Standort multinationaler Konzerne.
  • Daraus kann man für Österreich ein gewisses Entwicklungspotenzial für Auslandsfinanzierungen ableiten (z. B. Corporate Bonds), dem jedoch durch die klein- und mittelbetriebliche Struktur Grenzen gesetzt sind.        

 



Nettovermögen und Nettoeinkommen Österreichs


in Mrd EUR1998199920002001200220032004
 
Nettovermögensposition−35,5−36,8−40,3−53,7−41,8−29,5−33,9
Nettoeinkommen−1,8−2,7−2,7−3,4−1,7−1,0−1,8

 

Ausländer erwirtschaften in Österreich höhere Vermögenserträge als Österreicher im Ausland

 

  • Die Nettoverpflichtungsposition Österreichs bewirkt Nettozahlungen aus Vermögenseinkommen an das Ausland.
  • Diese Nettozahlungen spiegeln die Veränderung der Nettovermögensposition wider und lagen 2004 bei 1,8 Mrd EUR.       

 



Sektorale Verteilung des österreichischen Auslandsvermögens der Auslandsverpflichtungen 2004


Stand in Mrd EURAktivaPassivaNetto
 
OeNB20,19,011,1
öffentlicher Sektor3,9115,9−112,0
Banken188,9193,1−4,2
sonstige Finanzinstitute104,423,181,3
Unternehmen73,994,2−20,3
Private Haushalte11,41,210,3
 
Summe402,6436,5−33,9

 

Banken als wichtigste Auslandsakteure 

 

  • Die Banken sind aktiv- wie passivseitig mit je etwa 45% die wichtigsten Akteure bei Auslandsgeschäften. 
  • Etwa ein Viertel der im Ausland getätigten Finanzveranlagungen ist den sonstigen Finanzinstituten (insbes. Investmentfonds, Pensionskassen und Versicherungen) zuzurechnen. 
  • Unternehmen stehen für je ein Fünftel der grenzüberschreitenden Forderungs- und Verpflichtungsbestände.       

 



Bedeutung von Transaktionen und Bewertungsänderungen in der IVP

 

  • Die Nettoveränderung zwischen dem Anfangs- und dem Endbestand einer Periode setzt sich aus Transaktionen und aus Bewertungsänderungen zusammen.
  • Transaktionen sind z. B. Zu- und Verkäufe von Wertpapieren oder strategischen Unternehmensbeteiligungen, die Gewährung von Krediten oder der Aufbau von Einlagen.
  • Bewertungsänderungen sind Wertpapierkurs- oder Währungskurseffekte sowie bilanztechnische Maßnahmen wie Abschreibungen.       

 



Vermögensveränderungen nach Instrument


in Mrd EUR2003Veränderung der Positionen 20042004
insgesamtTrans­aktionenBewertungs­effekte
 
Auslandsvermögen (Bruttovermögen Aktiva)351,251,448,43,0402,6
 
 Strategische Unternehmensbeteiligungen (DI)46,251,45,80,252,2
 Wertpapiervermögen (PI)163,96,026,73,1193,7
 Vermögen aus Krediten und Einlagen (SI)131,129,817,7−0,9147,9
 Währungsreserven (WR)10,016,8−1,80,68,9
 
Auslandsverpflichtungen (Bruttovermögen Passiva)380,755,750,45,4436,5
 
 Strategische Unternehmensbeteiligungen (DI)44,83,93,90,048,7
 Wertpapiervermögen (PI)223,033,026,16,9256,1
 Vermögen aus Krediten und Einlagen (SI)113,018,820,3−1,6131,7
 Strategische Unternehmensbeteiligungen netto (DI)1,42,11,90,23,5
 
Nettovermögensposition−29,5−4,3−2,0−2,3−33,9
 
 Wertpapiervermögen netto (PI)−59,1−3,30,6−3,8−62,4
 Vermögen aus Krediten und Einlagen netto(SI)18,1−2,0−2,60,616,2
 Währungsreserven netto (WR)10,0−1,2−1,80,68,9

 

Veranlagungen in Österreich rechnen sich: Ausländische Investoren erzielen im Jahr 2004 fast 7 Mrd EUR Kursgewinne aus Wertpapieren

 

  • Der ATX schafft im Jahr 2004 mit einer Performance von +57% den Sprung unter die weltweit besten Aktienindizes. Aus Wertpapierveranlagungen konnten daher ausländische Investoren Kursgewinne in Höhe von 6,9 Mrd EUR lukrieren.
  • Österreicher erzielten zwar ebenfalls Kursgewinne aus der Auslandsveranlagung in Wertpapieren, jedoch in geringerem Ausmaß, nämlich 3 Mrd EUR.
  • Diese beiden Phänomene bestimmten die Entwicklung der Nettovermögensposition gegenüber dem Ausland: Die Ausweitung zwischen Ende 2003 und Ende 2004 in Höhe von rund 4½ Mrd EUR stammt zu mehr als der Hälfte aus Bewertungsgewinnen des Auslands.       

 



Struktur der grenzüberschreitenden Aktiva und Passiva gegenüber dem Ausland


Stand in Mrd EUR1998199920002001200220032004
 
Auslandsvermögen152,4166,5225,0281,0304,0351,2402,6
 
Direktinvestitionen13,916,020,428,234,046,252,2
Portfolioinvestitionen40,450,292,9124,3127,6163,9193,7
Sonstige Investitionen77,977,792,8109,6124,7131,1147,9
Währungsreserven20,222,618,918,917,710,08,9
 
Auslandsverpflichtungen182,6201,9261,8321,3357,7380,7436,5
 
Direktinvestitionen18,120,323,933,639,944,848,7
Portfolioinvestitionen89,1103,9138,4173,1194,5223,0256,1
Sonstige Investitionen75,477,799,5114,6123,3113,0131,7
 
Nettovermögensposition−30,2−35,4−36,8−40,3−53,7−29,5−33,9

 

Wertpapiere verdrängen die klassischen Bankkredite und Bankeinlagen. Bereits rund die Hälfte des österreichischen Auslandsvermögens ist in Wertpapieren geparkt.

 

  • In der langfristigen Sicht zeigen Österreichs Auslandsaktiva eine deutliche Strukturverschiebung zugunsten von Wertpapieren. Zwischen 1998 und 2004 nahm deren Anteil am Gesamtvermögen von rund einem Viertel auf fast die Hälfte zu. Gleichzeitig fiel die Bedeutung von Einlagen und Krediten (Sonstige Investitionen) von 51% auf 37%.
  • In leicht abgeschwächter Form ist eine symmetrische Entwicklung auf der Passivseite festzustellen: Ende 1998 gingen 48% der Auslandsfinanzierung auf Wertpapiere zurück, 2004 bereits 58%; dies zu Lasten der klassischen Bankenfinanzierung: Bei Einlagen und Krediten fiel der Anteil von 41% auf 30%.
  • Der österreichische Finanzmarkt folgt damit dem internationalen Trend zur „Securitization“, der eine Substitution von Kreditfinanzierung durch Wertpapiere erkennen lässt. Die öffentliche Handelbarkeit dieser Finanzierungsinstrumente sowie neue Gläubigerstrukturen ‑ an die Stelle einer Kredit vergebenden Bank treten zumeist zahlreiche anonyme Wertpapiergläubiger – ließen Bonitätsaspekte zunehmend in den Vordergrund treten.       

 



Österreichs Veranlagungs- bzw. Finanzierungsstruktur bei Wertpapieren gegenüber dem Ausland


Stand in Mrd EUR1998199920002001200220032004
 
Aktiva       
Anteilspapiere14,725,541,035,428,735,040,2
Langfristige festverzinsliche Wertpapiere34,962,376,791,1111,0126,4149,7
Geldmarktpapiere6,01,81,71,15,82,63,8
 
Passiva       
Anteilspapiere14,018,021,416,916,421,033,2
Langfristige festverzinsliche Wertpapiere86,9116,4142,6169,8185,9196,0215,7
Geldmarktpapiere3,67,39,57,85,86,17,1

 

Österreichische Investoren bevorzugen sichere Anlagen, Ausländer entdecken zunehmend österreichische Aktien

 

  • Langfristige festverzinsliche Wertpapiere spielen in Österreich traditionell mit Abstand die wichtigste Rolle und stehen mittelfristig gesehen für etwa 80% der Gesamtbestände.
  • Anteilscheine (Aktien und Investmentzertifikate) erreichten hingegen selbst während der Boomphase Ende der Neunzigerjahre nicht mehr als ein Fünftel der gesamten Forderungs- und Verpflichtungsbestände.
  • Österreich hielt Ende 2004 mehr ausländische Anteilscheine als umgekehrt. 1998 herrschte noch Gleichstand.       

 



Finanzierung aus Anleihen nach Sektoren


Stand in Mrd EUR199820012004
 
Staat45,982,8109,9
Banken32,268,180,0
Unternehmen8,818,925,8

 

Vor allem Staat und Banken nutzen den internationalen Anleihenmarkt

 

  • Staat und Banken spielen bei der Anleihenfinanzierung im Ausland mit Abstand die größte Rolle; Ende 2004 ist der öffentlichen Hand rund die Hälfte und den Banken etwas mehr als ein Drittel der Gesamtverpflichtungen aus Anleihen zuzurechnen. 
  • Der entsprechende Anteil der Unternehmen stagnierte nahezu bei knapp über 10%. Die klein- und mittelbetriebliche Struktur setzt der Anleihenfinanzierung österreichischer Unternehmen Grenzen.
  • In Europa ist die Finanzierung aus Corporate Bonds generell weniger bedeutsam als in den USA.       

 



Internationalisierung bei Anteilsscheinen


in %FinnlandNiederlandeÖsterreichSchwedenSchweiz
 
199364741994
1994134952587
1995125353195
19962070740104
199726921353157
1998661221567198
19991821542095215
20001871633282263
20011221352480227
2002851142360192
2003861152560216
2004831243160222

 

Aktienanteil in österreichischen Portfolios relativ gering

 

  • Österreichische Investoren sind den Schwankungen auf den Aktienmärkten relativ wenig ausgesetzt.
  • Der weltweite Aktienboom Ende der Neunzigerjahre ging daher an Österreich weitgehend spurlos vorüber. 
  • Vorteilhaft wirkte sich die konservative Veranlagung Österreichs während der Börsenbaisse im Zeitraum 2000 bis 2002 aus, die das österreichische Auslandsvermögen weit geringer reduzierte als jenes der Vergleichsländer.       

 



Vermögen und Verpflichtungen aus Direktinvestitionen


Stand in Mrd EURVermögenVerpflichtungenSaldo
 
19903,78,5−4,8
19914,78,9−4,2
19925,49,9−4,5
19937,010,7−3,7
19947,711,8−4,1
19958,714,5−5,8
199610,415,6−5,2
199712,917,9−5,0
199814,920,1−5,2
199919,023,4−4,4
200026,732,7−6,0
200132,438,9−6,5
200240,541,5−1,0
200344,342,61,7
20041)50,246,04,2
 

 

Mehr ausländische Firmen unter österreichischer Flagge als heimische in ausländischer Hand

 

  • Österreichs traditionelle Direktinvestitionslücke, die aus einem teilweise deutlichen Überhang passiver Beteiligungsbestände resultierte, konnte 2003 erstmals geschlossen und 2004 in einen erheblichen Überschuss von 4,2 Mrd EUR verwandelt werden.
  • Ausschlaggebend für diese Entwicklung war die Öffnung der Märkte in Osteuropa, die österreichische Investoren überdurchschnittlich zu nutzen wussten.
  • Infolge des hohen Beteiligungsstands im Ausland und der mit dem Alter zunehmenden Rendite erfolgt ein steigender Teil der Neuinvestitionen durch reinvestierte Gewinne.       

 



Verteilung des österreichischen Auslandsvermögens 2004 nach Regionen


Stand in Mrd EURAuslandsvermögen 2004
 
Euroraum191,2
davon Deutschland86,8
 
Extra-Euroraum211,4
davon: USA24,3
davon: neue EU-Mitgliedsstaaten48,8

 

Euroraum bevorzugtes Zielgebiet für heimische Investoren

 

  • Die mit Abstand wichtigste Anlageregion Österreich ist der Euroraum, auf den zwei Drittel aller Wertpapierforderungen, ein Drittel aller Kredit- und Einlagenforderungen sowie ein gutes Viertel der Direktinvestitionen entfallen.
  • Der Beitritt zum Euroraum beschleunigte die finanzwirtschaftliche Integration Österreichs in diese Region massiv. Der Anteil des Euroraums an den gesamten Auslandsaktiva stieg von einem Drittel im Jahr 1997 auf nahezu die Hälfte im Jahr 2004. Im gleichen Zeitraum stagnierte die USA auf dem Niveau von knapp unter 10%.
  • Innerhalb der Währungsunion ist Deutschland der wichtigste Finanzpartner Österreichs: 27% der Wertpapierforderungen und 15% der Direktinvestitionen sind dort veranlagt.       

 

 



Hitliste der Finanzpartnerländer
Stand in Mrd EUR
 
Vermögen 
 1. Deutschland87
 2. GB33
 3. USA24
 4. Niederlande22
 5. Italien20
 
Verpflichtungen1) 
 1. Deutschland88
 2. Schweiz39
 3. Luxemburg26
 4. USA18
 5. Niederlande17
 
 

Deutschland ist mit Abstand Österreichs wichtigster Finanzpartner

 

  • Mit einem Volumen von etwas unter 90 Mrd EUR ist Deutschland für die Veranlagung und Finanzierung wichtiger als die drei nachfolgenden Länder zusammen. 
  • Bemerkenswert erscheint die nahezu ausgeglichene Nettovermögensposition gegenüber Deutschland.
  • Investmentfonds und Banken katapultieren Luxemburg auf einen Spitzenplatz unter den Investoren in Österreich.
  • Auch die Niederlande sind sowohl für Veranlagungen als auch für Finanzierungen überdurchschnittlich bedeutsam.       

 



Regionale Veranlagungspräferenzen 2004


Stand in Mrd EUR 2004Direkt­investitionenPortfolio­investitionenSonstige Investitionen
 
Euroraum14,1126,650,5
davon Deutschland8,052,126,7
 
Extra-Euroraum38,167,197,4
davon USA2,117,05,2
davon neue EU-Mitgliedsstaaten14,58,226,1

 

Österreich hält in den neuen EU-Mitgliedstaaten mehr Unternehmens­beteiligungen als im Euroraum

 

Geht es der Wall Street gut, geht es auch Österreich gut: Rund 6,5 Mrd EUR haben die Österreicher an der Wall Street investiert

 

  • Stark divergierende Veranlagungspräferenzen sind in unterschiedlichen Regionen feststellbar.
  • Die USA sind ausschließlich für Wertpapierinvestitionen relevant, wobei Anteilscheine einen besonders hohen Stellenwert einnehmen. Von den insgesamt 17 Mrd EUR an veranlagten Wertpapieren sind knapp 40% Aktien und Investmentzertifikaten zuzurechnen (zum Vergleich: Euroraum: 18%, neue EU-Mitgliedsländer: 10%).
  • Die zehn neuen EU-Mitgliedsländer punkten vor allem bei Unternehmensbeteiligungen: Mit 14,5 Mrd EUR übertrifft der Beteiligungsstand sogar jenen im Euroraum (14,1 Mrd EUR).       

 



Ausblick auf das 1. Halbjahr 2005


Stand in Mrd EURVermögenVerpflichtungenNetto
20041. HJ 200520041. HJ 200520041. HJ 2005
 
Unternehmensbeteiligungen52,254,148,750,03,54,1
Wertpapiere193,7232,7256,1295,0−62,4−62,3
Kredite und Einlagen147,9176,2131,7162,516,213,7
Währungsreserven8,99,50,00,08,89,5
 
Summe402,7472,5436,5507,5−33,9−35,0

 

Ausländische Veranlagungen in Österreich durchbrechen erstmals die 500-Mrd-Euro-Schallmauer

 

  • Nach vorläufigen Berechnungen zeigen sich die internationalen Finanzbeziehungen Österreichs im 1.Halbjahr 2005 weiter dynamisch. Die Verpflichtungen durchbrechen erstmals die 500-Mrd-Euro-Grenze. Nach derzeitiger Einschätzung werden Ende 2005 auch die Aktiva diese Schwelle überschreiten.
  • Österreichs Nettoverpflichtungen erhöhen sich geringfügig.
  • Bewertungseffekte sind im 1. Halbjahr 2005 weiterhin wichtig: Österreich verzeichnet im Ausland Kursgewinne aus Wertpapierveranlagungen von knapp 4 Mrd EUR, das Ausland gewinnt in Österreich fast 9 Mrd EUR.
  • Effekte aus der Wechselkursentwicklung (nomineller Anstieg wichtiger Währungen gegenüber dem Euro) erhöhen im 1. Halbjahr sowohl Österreichs Forderungen als auch die Verpflichtungen. 2004 verminderten diese Effekte beide Seiten.       

 



Nettoverpflichtungen des Euroraums


 2001200220032004
 
Nettovermögensposition in % des BIP−6−10−11−12
Internationalsierungsquote in % des BIP231219228239
 
Stand an Aktiva in Mrd EUR7.7587.4297.9348.633
Stand an Passiva in Mrd EUR8.1478.1338.7449.579
Nettoverpflichtungsposition in Mrd EUR−389−704−810−946

 

Euroraum ist gegenüber dem Rest der Welt Nettoschuldner

 

  • Auch für den Euroraum wird eine IVP auf Basis von Daten der Mitgliedsländer berechnet. 
  • Der Euroraum war 2004 gegenüber dem Rest der Welt Nettoschuldner im Umfang von knapp tausend Milliarden Euro oder rund 12% des BIP.
  • Der Euroraum weist mit einer Internationalisierungsquote von etwa 240% des BIP im Jahr 2004 einen wesentlich geringeren Offenheitsgrad auf als Österreich (354%). Die Nettoverpflichtungen des Euroraums gemessen am BIP entsprechen jedoch nahezu jenen Österreichs mit 14%.       

 



Strukturvergleich zwischen Oesterreich und dem Euroraum 2004


Stand in MrdAktivaPassiva
EUR 2004Unternehmens­beteiligungenWertpapiereKredite und EinlagenUnternehmens­beteiligungenWertpapiereKredite und Einlagen
 
Österreich5219414849256132
Euroraum2.2522.9342.8942.1943.8933.133

 

Strategische Unternehmensbeteiligungen spielen im Euroraum eine tragende Rolle

 

  • Die im Euroraum angesiedelten Großkonzerne bewegen deutlich mehr Beteilungskapital im Ausland als das klein- und mittelbetrieblich geprägte Österreich.
  • Beim klassischen Bankengeschäft zeigt sich eine sehr ähnliche Struktur, während das Verhältnis von Unternehmensbeteiligungen und Wertpapierbeständen divergiert.       

 

 

 



Herausgeber:

Oesterreichische Nationalbank

Sekretariat des Direktoriums/Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: (+43-1) 404 20-6666

1) Die Internationalisierungsquote wird als Summe der grenzüberschreitenden Aktiva und Passiva in Prozent des BIP ausgedrückt.

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