Presseaussendung
Internationale Vermögensposition Österreichs im Jahr 1997
Wien, 10. 2. 1999
Die Dynamik der Ausweitung der grenzüberschreitenden Finanzanlagen der österreichischen Volkswirtschaft, die in den letzten 10 Jahren anhielt, steigerte sich 1997 sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite.
Inländer hielten zum Stichtag 31. Dezember 1997 Forderungen gegenüber dem Ausland im Wert von 2.121 Mrd ATS. Dies entspricht rund 84% des BIP zu Marktpreisen. Der entsprechende Gegenwert in Euro beträgt 154,1 Mrd. Zum gleichen Zeitpunkt hatten Inländer Verpflichtungen gegenüber Ausländern im Wert von 2.508 Mrd ATS (182,2 Mrd EUR). Damit liegen die Passiva in etwa in der Größenordnung des BIP. Da die Auslandsverpflichtungen zum Stichtag 31. Dezember 1997 die Forderungen gegenüber dem Ausland überwogen, hatte Österreich eine passive Nettovermögensposition mit einem Wert von -387 Mrd ATS (-28,1 Mrd EUR). Diese Position wurde vor allem durch die negative Entwicklung der Leistungsbilanzsalden in den Neunzigerjahren bestimmt.
Für die Struktur der Finanzanlagen Österreichs im Ausland waren die grenzüberschreitenden Einlagen und Kredite sowie die Wertpapieranlagen von Banken mit einem Wert von insgesamt 1.109 Mrd ATS ausschlaggebend. Die Finanzinstitute außerhalb des Bankensektors, wie z. B. Investmentfonds oder Versicherungen, hielten Auslandsforderungen von 250 Mrd ATS, wovon der größte Anteil auf die Wertpapierportefeuilles der inländischen Investmentfonds entfiel. Von den gesamten Forderungen gegenüber dem Ausland, die die inländischen Unternehmen zum 31. Dezember 1997 in ihren Büchern hatten (rund 330 Mrd ATS), entfielen nach ersten Berechnungen 147 Mrd ATS auf Direktinvestitionen im Ausland. Die Auslandsaktiva entsprechen in etwa einem Drittel des gesamten Geldvermögens der Unternehmen. Die privaten Haushalte besaßen zum Stichtag 31. Dezember 1997 ausländische festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und Investmentzertifikate mit einem Marktwert von knapp mehr als 100 Mrd ATS. Dieser Wert repräsentierte zum Stichtag 31. Dezember 1997 einen Anteil von rund 3% am gesamten Geldvermögen privater Haushalte. Die OeNB hielt zum Stichtag 31. Dezember 1997 Währungsreserven mit einem Marktwert von 278 Mrd ATS, das sind 13% des gesamten Finanzvermögens von Inländern im Ausland.
Die Verpflichtungen Österreichs gegenüber dem Ausland bestanden zu mehr als der Hälfte aus Verpflichtungen der inländischen Banken (1.340 Mrd ATS), wobei die grenzüberschreitenden kurzfristigen Einlagen und Kredite dominierten. Daneben waren auch Verpflichtungen aus dem Verkauf von Geldmarktpapieren und festverzinslichen langfristigen Wertpapieren zu verzeichnen. Für die öffentlichen Stellen wurden Auslandsverpflichtungen von mehr als 500 Mrd ATS registriert, wovon der größte Teil auf die Verschuldung in Form von langfristigen festverzinslichen Wertpapieren zurückgeht. Mehr als 40% der zum Stichtag 31. Dezember 1997 insgesamt im Umlauf befindlichen langfristigen Wertpapiere begeben von öffentlichen Stellen befanden sich in Portefeuilles von Ausländern. Inländische Unternehmen hatten zum selben Stichtag Verpflichtungen gegenüber Ausländern im Ausmaß von rund 510 Mrd ATS. Zurückzuführen ist dieser Verpflichtungsstand gegenüber dem Ausland vor allem auf ausländische Direktinvestitionen (nach ersten Berechnungen 210 Mrd ATS) und den im Auslandsbesitz befindlichen langfristigen festverzinslichen Wertpapieremissionen.
Die Internationale Vermögensposition ist im Statistischen Monatsheft als Tabelle 7.1.0 für die Jahre 1992 bis 1997 veröffentlicht.
Tabelle – Internationale Vermögensposition 1997
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