Presseaussendung


Internationale Vermögensposition Österreichs im Jahr 1999

Wien, 16. 8. 2000


  • Die grenzüberschreitenden Vermögenswerte von Österreichern im Ausland beliefen sich zum 31. Dezember 1999 auf 218 Mrd EUR, gleichzeitig hatten Österreicher im Ausland Verpflichtungen in der Höhe von 256 Mrd EUR; damit stiegen die Vermögenwerte im Vergleich zum Vorjahr um jeweils rund 30%. Maßgeblicher Grund für diese Entwicklung war die Einführung des Euro.
  • Die Auslandsaktiva und -passiva gemessem am BIP erreichten damit eine hohe Internationalisierungsquote von 112% (aktivseitig) bzw. 131% (passivseitig).
  • Das Auslandsvermögen der Banken und der institutionellen Anleger wuchs im Jahr 1999 rund drei Mal so schnell wie das gesamte Vermögen dieser volkswirtschaftlichen Sektoren. 
Die Internationale Vermögensposition beinhaltet Vermögenswerte, die Österreicher im Ausland halten und jene Vermögenswerte von Ausländern, die in Österreich gehalten werden. Sie bildet daher den Auslandssektor der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung ab. 

Österreichs Auslandsvermögen aus Finanzanlagen belief sich zu Jahresende (Stichtag 31. Dezember 1999) auf 218,1 Mrd EUR (3.000 Mrd ATS), damit stiegen die Direktinvestitionen, Investitionen in Wertpapiere, Kredite und Einlagen im Ausland um 31% gegenüber dem Vergleichszeitpunkt des Vorjahres. 

Von den gesamten Aktiva in den Bankenbilanzen entfielen zum Stichtag bereits 21% auf Auslandsaktiva (1998 lag der Anteil noch bei 18%). Der Vermögensbestand der Investmentfondsgesellschaften, Versicherungen und Pensionskassen beinhaltete zum 31. Dezember 1999 35% an ausländischen Vermögenswerten; ein Jahr zuvor betrug der Anteil 25%. Damit wuchs das Auslandsvermögen rund drei Mal so schnell wie das gesamte Vermögen der Banken und der institutionellen Anleger. 

OeNB, Banken und institutionelle Anleger hielten zum Stichtag rund 90% des gesamten Auslandsvermögens Österreichs. 

Die Unternehmen bauten ihre Beteiligungen im Ausland weiter aus. Die privaten Haushalte investierten rund 70% der Geldvermögensbildung im Jahr 1999 in inländische Investmentzertifikate und Versicherungsanlagen und trugen damit – indirekt – wesentlich zu dem höheren Auslandsvermögen Österreichs bei. 

Von dem gesamten Auslandsvermögen entfielen zum 31. Dezember 1999 bereits 40% auf Investitionen im Euroraum. Der Anteil erhöhte sich in den letzten Jahren kontinuierlich und ist beim Wertpapierbesitz besonders ausgeprägt. 

Diesem gestiegenen Auslandsvermögen standen Auslandsverpflichtungen zum Stichtag 31. Dezember 1999 mit einem Wert von 256 Mrd EUR bzw. 3.520 Mrd ATS (27 % Steigerung gegenüber dem Berichtsstichtag des Vorjahres) gegenüber. Damit entsprachen die Auslandsverpflichtungen nach ersten Berechnungen ungefähr dem Geldvermögen der privaten Haushalte zum 31. Dezember 1999. 

Der Anteil der Auslandspassiva an der Bankenbilanzsumme wuchs von 23% im Jahr 1998 auf 27%, die Auslandsverschuldung der Republik Österreich betrug 64,1 Mrd EUR. Sowohl von den Wertpapieremissionen der Banken als auch der Republik Österreich sind damit zum Stichtag 31. Dezember 1999 erstmals mehr als die Hälfte in ausländischem Besitz. Die Ausdehnung der grenzüberschreitenden Vermögenswerte als auch der Auslandsverpflichtungen wurde durch Einführung des Euro massiv beeinflusst und ist Ausdruck einer im internationalen Vergleich hohen Internationalisierungsquote; diese betrug auf der Aktivseite 112% des BIP und auf der Passivseite 131% des BIP. 

Der hohe Stellenwert des Euro zeigt sich auch in der Aufgliederung der grenzüberschreitenden Vermögenswerte nach Währungen. In dieser Aufstellung für den 31. Dezember 1999 erreichte der Euro einen Anteil von rund 60% an dem Auslandsvermögen Österreichs und 55% an den grenzüberschreitenden Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland. Zweitwichtigste Währung ist der US Dollar, auf alle anderen Währungen zusammen entfallen nicht mehr als 20%. 

Eine ausführlichere Beschreibung der Entwicklung der Internationalen Vermögensposition im Jahr 1999 wird in "Berichte und Studien 3/2000" publiziert und ist hier verfügbar. Die aktualisierte Tabelle zur Internationalen Vermögensposition Österreichs ist hier und im "Statistischen Monatsheft 6/2001" (Tabelle 7.1.0) abzurufen


Herausgeber:

Oesterreichische Nationalbank

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