Österreichs Finanzverflechtung mit dem Ausland erreichte Ende 2005 einen neuen Höhepunkt: Grenzüberschreitende Aktiva und Passiva stiegen gegenüber dem Vorjahr um je rund 20% und erreichten zusammen erstmals mehr als eine Billion Euro. Wesentliche Ursache hierfür war das enorme Auslandsengagement österreichischer Wertpapierinvestoren, die das günstige Umfeld an den internationalen Kapitalmärkten zu nutzen wussten. Umgekehrt sorgte der – hauptsächlich durch ausländische Investoren getriebene ‑ Höhenflug des ATX für deutlich gestiegene Finanzverpflichtungen.
Österreichs Finanzvermögen im Ausland erreichte Ende 2005 mit 487,0 Mrd EUR einen neuen Höchststand (2004: 402,8 Mrd EUR). Abzüglich der Finanzverpflichtungen in Höhe von 525,4 Mrd EUR (nach 436,0 Mrd EUR) zeigt sich die Internationale Vermögensposition (IVP) Österreichs mit ‑38,4 Mrd EUR etwas passiver als zuletzt. Die Internationalisierungsquote, die das Volumen der aktiven und passiven Finanzbestände in Beziehung zum BIP setzt, erreichte 413% (2004: 356%).
Der Anstieg des österreichischen Wertpapiervermögens im Ausland von knapp 47 Mrd EUR auf rund 240 Mrd EUR resultierte einerseits aus Nettokäufen von mehr als 34 Mrd EUR und andererseits aus Wechselkurs‑ und Aktienpreiseffekten von etwa 12 Mrd EUR. Die Entwicklung des Euro, der im Jahr 2005 gegenüber den meisten wichtigen Währungen an Wert verlor, begünstigte Besitzer von Fremdwährungsanlagen. Die ATX-Hausse des Jahres 2005 erhöhte umgekehrt den Verpflichtungsbestand Österreichs aus Wertpapieren deutlich: Ausländische Investoren, deren Engagement die Performance des ATX (+51%) maßgeblich beeinflusste, lukrierten aus Kursgewinnen österreichischer Anteilscheine rund 10 Mrd EUR, während die Zukäufe netto nur knapp 5 Mrd EUR ausmachten.
Zur Entwicklung der IVP lieferten grenzüberschreitende Wertpapierinvestitionen insgesamt einen positiven Beitrag von netto +5 Mrd EUR, dieser wurde jedoch durch die deutliche Passivierung im Bereich der Sonstigen Investitionen (insbesondere das Kredit- und Einlagengeschäft) überkompensiert (-12 Mrd EUR). Während österreichische Wirtschaftsakteure in diesem Segment 2004 per Saldo noch ein Plus von 15,6 Mrd EUR aufwiesen, verringerte sich dieser Überschuss 2005 auf 3,8 Mrd EUR. Vor allem im passiven Einlagengeschäft, das einen ‑ für die Kreditrefinanzierung benötigten ‑ relativ hohen Anteil an Fremdwährungsverpflichtungen aufweist, waren ungünstige Wechselkurseffekte von mehr als 10 Mrd EUR zu verzeichnen.
Österreichs Vermögen aus aktiven Direktinvestitionen belief sich Ende 2005 auf etwa 60 Mrd EUR, die Verpflichtungen erreichten rund 56 Mrd EUR. In beiden Werten ist ‑ gemäß internationaler Konvention ‑ neben Eigenkapital aus Unternehmensbeteiligungen und Krediten zwischen verbundenen Unternehmen auch Vermögen aus Grundstücksbesitz enthalten (jeweils etwa 3 Mrd EUR).