Presseaussendung


Internationale Vermögensposition Österreichs im Jahr 2005

Mag. Dr. Peter Zöllner, Direktor
Oesterreichische Nationalbank, 28. 11. 2006

Es gilt das gesprochene Wort.



Makroökonomische Rahmenbedingungen1) 
(Periodendurchschnitte)
  
Wirtschaftswachstum 2004 2005 20062) 
 Euroraum:1,901,402,60
 USA:3,903,203,40
 Japan:2,302,602,70
 EU 10:5,104,405,50
 
Verbraucherpreise2004200520062)
 Euroraum:2,102,202,20
 USA:2,703,303,40
 Japan:0,00−0,300,30
 
Renditen langfristiger staatlicher Rentenpapiere200420051. HJ 2006
 Euroraum:4,103,403,80
 USA:4,304,304,80
 Japan:1,501,401,70
 
Kurzfristige Zinsen200420051. HJ 2006
 Euroraum:2,102,202,60
 USA:1,603,605,00
 Japan:0,100,100,20
 
Wechselkurse per Ultimo200420051. HJ 2006
 EUR/USD1,361,181,27
 EUR/YEN139,65138,9145,75
 EUR/GBP0,710,690,69
 EUR/CHF1,541,561,57
 
Aktienindizes200420051. HJ 2006
 ATX57512
 DJ Eurostoxx 507212
 DAX7275
 DJI 303−14
 
    

Wesentliche Finanzmarkt-Trends aus österreichischer Perspektive

 

  • Österreichs grenzüberschreitender Kapitalbestand durchbricht 2005 erstmals die Billionen-Marke: Das Finanzvermögen Österreichs im Ausland stieg 2005 um 84 Mrd EUR auf 487 Mrd EUR, die Auslandsverpflichtungen lagen mit 525 Mrd EUR um knapp 90 Mrd EUR über dem Vergleichswert 2004. Seit Anfang der Neunzigerjahre hat sich die Finanzverflechtung mehr als verdreifacht.
  • Die Wiener Börse fährt weiter auf der Überholspur – Osteuropakompetenz wird zum wichtigsten Asset für die bedeutendsten ATX-gelisteten Unternehmen. Die Ausweitung der Finanzverpflichtungen wird wesentlich durch das Engagement ausländischer Investoren an der Wiener Börse mitbestimmt. Österreich entwickelt sich damit zu einem regionalen Finanzzentrum für die aufstrebenden Volkswirtschaften Zentral- und Osteuropas.
  • Österreichs Direktinvestoren brechen zu neuen Ufern auf. Östliche Donauanrainerländer und die Balkanregion rücken zunehmend in den Blickpunkt der Anleger. Rumänien dringt bereits in die Top-Ten der wichtigsten Zielländer vor.
  • Schätzungen für das erste Halbjahr 2006 zeigen eine weitere Intensivierung der Auslandsverflechtung. Die Nettoverpflichtungsposition Österreichs lässt– vor allem bedingt durch Transaktionen – eine merkbar rückläufige Entwicklung erwarten.            



Auslandsvermögen und -verpflichtungen Österreichs


  1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 
 
Auslandsvermögen in Mrd EUR83,986,996,9107,8110117,6129,8152,6
Auslandsverpflichtungen in Mrd EUR89,295,8105,6117,9124139,1151,9182,6
Internationalisierungsquote in % des BIP127125130141139146155181
 
  19981999200020012002200320042005
 
Auslandsvermögen in Mrd EUR152,4166,5225281304351,2402,8487
Auslandsverpflichtungen in Mrd EUR182,6201,9261,8321,3357,7380,7436525,4
Internationalisierungsquote in % des BIP193246290310309322356413
         

Österreichs internationale Finanzbestände sprengen erstmals die Billionen-Schallmauer

 

  • Österreichs Finanzmarktintegration zeigt sich 2005 ungebrochen dynamisch: Der international gebräuchliche Indikator für die Intensität der Auslandsverflechtung ‑ die Internationalisierungsquote1) – erreichte mit 413% einen neuen Rekord. 
  • Seit Anfang der Neunzigerjahre hat sich die Finanzverflechtung mehr als verdreifacht.
  • Vermögen und Verpflichtungen im Ausland durchbrachen in Summe erstmals die Billionen-Schallmauer. Das Auslandsvermögen belief sich zum 31.12.2005 auf 487,0 Mrd EUR, die Verpflichtungen auf 525,4 Mrd EUR. Daraus resultieren Nettoverpflichtungen von ‑38,4 Mrd EUR, d. h. ein leichter Anstieg gegenüber 2004 (‑33,2 Mrd EUR).
  • Trotzdem blieben Österreichs Nettoverpflichtungen in den vergangenen Jahren zumeist unter 20% des BIP (2005: 16%).             



Internationalisierungsquoten im Vergleich


in % des BIP1999200020012002200320042005
 
Österreich246290310308324356413
Finnland353388343304341363385
Schweden328323363327348385422
Deutschland232267280275287299311
Spanien188219226229239249259
Italien186198194182191198231
Euroraum192214227215224237281
        

Kapitalmarktliberalisierung und Europäische Integration entfesseln Österreichs Finanzmarkt 

 

  • Die Finanzmarktliberalisierung Anfang der Neunzigerjahre sowie die Integration Österreichs in den Europäischen Binnenmarkt bzw. die Währungsunion waren die entscheidenden Triebkräfte der angesprochenen Dynamik.
  • Österreich nutzt das Diversifizierungs- und Finanzierungspotenzial des Auslands.   
    • Als kleine, aber hoch entwickelte Volkswirtschaft ist Österreich auf die Breite und Tiefe internationaler Finanzmärkte angewiesen. 
    • Es werden daher ‑ gemessen an seiner Wirtschaftsleistung ‑ höhere Finanzvolumina mit dem Ausland abgewickelt als in großen Ländern wie z. B. Deutschland.
    • Auch der Euroraum weist eine deutlich geringere Finanzverflechtung auf (281%).



Beitrag österreichischer Anteilspapiere zur Entwicklung der Bruttoverpflichtungen


in Mrd EUR200120022003200420051. HJ 06
 
Aktienkäufe−5,91,91,43,70,94,7
Fondskäufe11,10,81,940,9
Preiseffekte Aktien−1−0,42,36,49,80
Preiseffekte Fonds−1,4−10,40,41,5−0,3
       

Wiener Börse als Finanzpipeline nach Osteuropa

 

  • Ähnlich einem „Finanztrichter“ bündelt die Wiener Börse das breit gestreute Kapitalangebot des Auslands und kanalisiert es in ertragreiche Osteuropa-Projekte. Sie nimmt damit im internationalen Finanzmarktgeschehen eine hoch-spezielle Rolle ein. Ausländische Marktteilnehmer stehen bereits für mehr als die Hälfte der an der Wiener Börse getätigten Umsätze. 
  • Die rasch steigende Anzahl der Handelsmitgliedschaften (derzeit rund 30) ausländischer Investmenthäuser bestätigt den internationalen Bedeutungsgewinn der Wiener Börse.
  • 2005 war die bewertungsbedingte Erhöhung der österreichischen Finanzverpflichtungen um insgesamt 25,6 Mrd EUR fast zu 40% aus dem Erfolgslauf der Wiener Börse zu erklären, obwohl Aktien nur 6% der Gesamtverpflichtungen ausmachten. Ausländische Investoren verbuchten Kursgewinne von 9,8 Mrd EUR. Das bereits sehr gute Jahr 2004 konnte damit nochmals um mehr als die Hälfte übertroffen werden.



Internationalisierung bei Anteilspapieren


 in % des BIP1993199419951996199719981999200020012002200320042005
 
Finnland1)6131220266218918312074767592
Niederlande1)474953709211415815513298102111146
Österreich4557131522322420253143
Schweden1)192531405363998083546879111
Schweiz1)948795104157188228261231173193202258
 
              

Wiener Börse auf der Überholspur

  • Innerhalb der vergangenen 3 Jahre schaffte die Wiener Börse den Aufstieg in die Liga der dynamischsten Aktienmärkte. Dies spiegelt auch die Internationalisierungsquote bei Anteilscheinen wieder: Österreich holt – von geringem Niveau aus ‑  zu anderen Ländern auf. 
  • Den schweren Rückschlag an den internationalen Börsen zwischen 2000 und 2002 vollzog der ATX infolge der bislang geringen Bedeutung von Aktien nur eingeschränkt nach. Dieses Sicherheitsnetz dürfte aber – als Kehrseite des jüngsten Erfolgs ‑ zunehmend löchrig werden. Der globale Aktienmarkteinbruch Mitte 2006 traf den ATX bereits deutlich härter als vorangegangene Korrekturen.
  • Im Jahr 2005 hat Beteiligungskapital aus Wertpapierveranlagungen zu jenem aus Direktinvestitionen aufgeschlossen. Bislang wurde das in Österreich gehaltene Eigenkapital eindeutig von Direktinvestitionen dominiert.



Auslandsvermögen und -verpflichtungen aus Direktinvestitionen


in Mrd EUR19901991199219931994199519961997
 
Vermögen3,74,75,47,07,78,710,412,9
Verpflichtungen8,58,99,910,711,814,515,617,9
Saldo−4,8−4,3−4,5−3,6−4,1−5,8−5,2−5,1
 
in Mrd EUR199819992000200120022003200420051)
 
Vermögen14,919,026,732,440,544,352,160,1
Verpflichtungen20,123,432,738,941,542,648,356,1
Saldo−5,2−4,3−6,0−6,6−1,01,73,84,0
         

Landkarte österreichischer Direktinvestoren zeigt in Osteuropa kaum noch weiße Flecken 

 

  • Das „Unternehmen Osteuropa“ wird um neue Ländereien erweitert: Nach der erfolgreichen Bearbeitung der zehn neuen EU-Mitgliedsländer blicken heimische Direktinvestoren nun auf die östlichen Donauanrainerländer, die Balkanregion oder Russland.
  • Die Erfolgsgeschichte österreichischer Unternehmen in Osteuropa kann fortgesetzt werden, wenn diese – wie bisher in den zehn neuen EU-Mitgliedstaaten – ihren „First-Mover-Advantage“ auch in den derzeit noch kaum erschlossenen Regionen nutzen können.
  • Österreich konnte 2005 seine Position als aktiver Direktinvestor weiter ausbauen: Das Nettovermögen aus diesem Instrument ist seit 2003, als erstmals in der Geschichte ein Aktivum erreicht wurde, mittlerweile auf 4 Mrd EUR angewachsen.
  • Reinvestierte Erträge sind bereits jetzt sehr bedeutend. Das Entwicklungspotenzial ist angesichts des relativ geringen Durchschnittsalters der Investitionen aber weiterhin groß.



Österreichs Gläubiger- und Schuldnerregionen bei Direktinvestitionen


VermögenVerpflichtungen
2005in Mrd EURin %2005 in Mrd EURin %
 
Euroraum14,624Euroraum38,368
EU-10 neu18,831EU-10 neu0,41
Neue Zielgebiete9,215Neue Zielgebiete0,92
USA2,64USA4,48
 
TOP-5
 
1. Deutschland9,3151. Deutschland19,334
2. Tschechien4,682. Niederlande5,911
3. Ungarn473. USA4,48
4. Niederlande3,864. Schweiz47
5. Schweiz3,765. UK47
      

Direktinvestitionen: Rang 2 und 3 der Hitliste gehen an Osteuropa

 

  • Österreichs Nettovermögen aus Direktinvestitionen stammt vor allem aus den zehn neuen EU-Mitgliedsländern sowie den neuen Zielgebieten2) in Osteuropa.
  • Nach Deutschland folgen bereits Tschechien und Ungarn in Österreichs regionalem Vermögensranking.
  • Rumänien ist mit einem Beteiligungsstand von über 2 Mrd EUR bereits in die Hitliste der zehn wichtigsten Zielländer vorgestoßen.
  • Die regionale Beteiligungsstruktur des Auslands an heimischen Unternehmen zeigt sich kaum verändert: Deutschland dominiert mit mehr als einem Drittel der Gesamtverpflichtungen.


Osteuropa bringt Österreichs Finanzwirtschaft Chancen, aber auch Risken

 

Osteuropa ist für die Dynamik der österreichischen Finanzwirtschaft von zentraler Bedeutung. Das Engagement in solchen Wachstumsmärkten birgt jedoch auch Risken: 

 

  • Marktrisiko:Wesentliche, für westliche Marktwirtschaften selbstverständliche Rahmenbedingungen zeigen in osteuropäischen Ländern teilweise noch Entwicklungsbedarf. Dazu zählen etwa der freie Marktzugang, gleichberechtigter Informationsfluss an Finanz- und Gütermärkten oder Transparenz auf rechtlicher und institutioneller Ebene. 
  • Währungsrisiko:Die Währungen osteuropäischer Volkswirtschaften verhalten sich zum Euro wesentlich volatiler als jene der übrigen europäischen Länder außerhalb des Euroraums. Vertrauen spielt in Wachstumsmärkten eine wichtige Rolle, Krisen können besonders rasch zu Kapitalabflüssen und daraus folgend zu Abwertungsdruck auf die betroffene Währung führen. So verzeichneten der ungarische Forint oder der polnische Zloty immer wieder starke Kursschwankungen.
  • Klumpenrisiko:Österreich ist stark auf den osteuropäischen Raum konzentriert. Krisen in dieser Region wären in Österreich daher besonders deutlich spürbar. Die Entwicklung des ATX zeigte innerhalb der vergangenen Jahre eine gewisse Korrelation mit osteuropäischen Aktienmärkten, wie jenen Polens, Russlands, Tschechiens oder Ungarns. Die Wiener Börse gilt unter internationalen Anlegern gewissermaßen als Äquivalent zu osteuropäischen Märkten und zeichnet daher auch ein ähnliches Rendite-/Risikoprofil.



Österreichs Auslandsvermögen und -verpflichtungen nach Partnerländern


TOP-10
VermögenVerpflichtungen1)
in Mrd EUR
 
Deutschland103Deutschland134,4
UK35,5Schweiz47,9
USA29,2UK36,2
Niederlande26,1Luxemburg38,7
Italien24,1Frankreich37,8
Frankreich22,2USA32,7
Luxemburg15,4Niederlande26,3
Ungarn15,1Belgien15,9
Polen14,3Japan14,7
Schweiz13,9Irland12,3
 
    

Insgesamt bestimmen Wertpapiere Österreichs Vermögensbilanz 

 

  • Die Liste der Top-Ten-Länder, in denen Österreich investiert ist, wird von Industriestaaten mit hoch entwickelten Wertpapiermärkten dominiert. Auf den Euroraum entfallen rund zwei Drittel des gesamten Wertpapiervermögens.
  • Neben Deutschland als unangefochten wichtigstem Finanzpartner spielen vor allem Finanzzentren außerhalb der Währungsunion wie jenes der USA, der Schweiz oder Großbritanniens eine wichtige Rolle. 
  • Bei Aktienkäufern ist etwa die Wall Street besonders beliebt: Rund 13% der von Österreich gehaltenen ausländischen Aktien und Investmentzertifikate sind den USA zuzurechnen. 
  • Selbst in dieser Rangliste blitzt die steigende Bedeutung Osteuropas für Österreichs Finanzwirtschaft auf.



Österreichs Auslandsvermögen und -verpflichtungen nach Sektoren


in Mrd EUR20002005
 
Öffentlicher Sektor−73,6−125,9
Banken−43,3−10,9
Unternehmen−10,9−25,1
OeNB20,55,8
Private Haushalte1313,4
Sonstige Finanzinstitute54104,2
   

Das Ausland als wichtige Finanzquelle für den österreichischen Staat

 

  • Der öffentliche Sektor nutzt das Ausland zunehmend als Financier: Zwischen 2000 und 2005 sind die Nettoverpflichtungen von 74 Mrd EUR auf 126 Mrd EUR angestiegen.
  • Deutlich erhöht hat sich das Nettovermögen der Sonstigen Finanzinstitute gegenüber dem Ausland. Investmentfonds, Pensionskassen und Versicherungsinstitute nutzten vor allem den Euroraum als Veranlagungsregion.
  • Österreichs Banken erfüllen in ihrer Funktion als Finanzdrehscheibe zwischen inländischen Sektoren und dem Ausland eine Schlüsselrolle. Sie weisen die höchsten Bruttobestände auf, die sich annähernd gleich auf Vermögen und Verpflichtungen verteilen. Per Saldo ergibt sich daraus eine geringe Nettoverpflichtungsposition.



Nettoverpflichtungen des Euroraums


 VermögenVerpflich­tungenNetto­verpflichtung
in Mrd EURin Mrd EURin Mrd EURin % des BIP
 
19995.9196.329−411−6,4
20006.9157.420−506−7,5
20017.7578.148−391−5,6
20027.4288.138−710−9,8
20037.9718.752−781−10,5
20048.7769.600−825−10,6
200510.81411.625−811−10,1
     

Euroraum ist gegenüber dem Rest der Welt Nettoschuldner

 

  • Der Euroraum war 2005 gegenüber dem Rest der Welt Nettoschuldner im Umfang von ‑811 Mrd EUR (2004: -825 Mrd EUR) oder rund 10% des BIP. Die Wechselkursentwicklung des Euro begünstigte 2005 die Verbesserung der Nettoposition des Euroraums.
  • Der Euroraum weist mit einer Internationalisierungsquote von etwa 280% des BIP im Jahr 2005 einen wesentlich geringeren Offenheitsgrad auf als Österreich (413%). 
  • Österreichs Nettoverpflichtungen gemessen am BIP liegen mit 16% nicht wesentlich über jenen des Euroraums.


Ausblick auf das erste Halbjahr 2006

 

  • Österreichs Verflechtung mit den internationalen Finanzmärkten dürfte weiter zunehmen: Die Internationalisierungsquote als maßgeblicher Indikator lag Mitte 2006 auf Basis von Schätzungen bei fast dem Viereinhalbfachen des BIP.
  • Die Nettoverpflichtungsposition Österreichs lässt eine rückläufige Tendenz erkennen und lag per Ende Juni 2006 nach ersten Berechnungen bei rund 30 Mrd EUR. Insgesamt gesehen dürfte diese Entwicklung überwiegend auf Transaktionen und nicht auf Bewertungseffekte zurückgehen, da Österreich im 1. Halbjahr 2006 Nettoforderungen im Ausmaß von 5 Mrd EUR aufbaute.
  • In den Teilsegmenten zeichneten sich folgende Entwicklungen ab:

    • Die Nettogläubigerposition aus Direktinvestitionen blieb nahezu unverändert.
    • Im grenzüberschreitenden Kredit- und Einlagengeschäft zeigte sich eine Erhöhung der Nettogläubigerposition – vor allem aus dem Zwischenbankverkehr.
    • Insgesamt ergab sich eine leichte Verringerung der Nettoverpflichtungsposition aus internationalen Wertpapiergeschäften, wobei in den einzelnen Bereichen unterschiedliche Tendenzen zu beobachten waren: Österreichische Anteilspapiere wurden vom Ausland stärker nachgefragt als ausländische Titel von österreichischen Investoren, die Preiseffekte sind vernachlässigbar. Bei Rentenwerten investierte Österreich mehr in Auslandsemissionen als das Ausland in österreichische Papiere, darüber hinaus reduzierten Bewertungseffekte (Wertpapier- und Wechselkurse) die Nettoschuldnerposition.             


  Anhang: Erläuterungen zur Internationalen Vermögensposition

 

  • Die Internationale Vermögensposition (IVP) zeigt das marktbewertete Vermögen und die Verpflichtungen Österreichs im Ausland und erklärt, ob sich die Bestände aufgrund von Käufen und Verkäufen (Transaktionen) oder als Folge von Bewertungseffekten verändert haben. Die Transaktionen entsprechen der Kapitalbilanz der Zahlungsbilanz.
  • Sie setzt sich zusammen aus strategischen Unternehmensbeteiligungen (Direktinvestitionen), Wertpapiervermögen (Portfolioinvestitionen), Krediten und Einlagen (Sonstige Investitionen) sowie Währungsreserven.
  • Die IVP ist der außenwirtschaftliche Teil der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung, zu der heuer bereits eine Pressekonferenz stattfand.            


Bedeutung von Transaktionen und Bewertungsänderungen in der IVP

  • Die Nettoveränderung zwischen dem Anfangs- und dem Endbestand einer Periode setzt sich aus Transaktionen und Bewertungsänderungen zusammen.
  • Transaktionen sind z. B. Zu- und Verkäufe von Wertpapieren oder strategischen Unternehmensbeteiligungen, die Gewährung von Krediten oder der Aufbau von Einlagen.
  • Bewertungsänderungen sind Wertpapierkurs- oder Währungskurseffekte sowie bilanztechnische Maßnahmen wie Abschreibungen.       



Verleger, Herausgeber und Hersteller:

Oesterreichische Nationalbank

Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit

Mag. Günther Thonabauer 

Tel.: (+43-1) 404 20-6666

1) Die Internationalisierungsquote wird als Summe des grenzüberschreitenden Auslandsvermögens und der -verpflichtungen in Prozent des BIP ausgedrückt.

2) Albanien, Bosnien, Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Russland, Serbien-Montenegro, Türkei, Ukraine, Weißrussland

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