- Erstauswertung der österreichischen Leistungsbilanz im Jahr 2002 zeigt ausgeglichenes Ergebnis
- österreichische Exporterfolge und geringere Einkommensabflüsse bewirkten deutliche Verbesserung
- Kapitalexporte durch lebhafte Direktinvestitionstätigkeit und Wertpapierkäufe von Österreichern im Ausland
Bei der vorliegenden Cash-Bilanz handelt es sich um eine aktuelle, aber nur grob gegliederte Statistik, die im Wesentlichen Zahlungsströme als Datengrundlage hat. Ein detailliertes Ergebnis für das Jahr 2002, das auf dem umfassenderen Berechnungsmodell der Transaktionen beruht, wird im April d.J. zur Verfügung stehen und im Rahmen der Zahlungsbilanz-Pressekonferenz am 28. April 2003 vorgestellt werden. Es muß darauf hingewiesen werden, dass – wie schon in den Vorjahren – mit gewissen Abweichungen vom Cash-Ergebnis zu rechnen ist.
In den einzelnen Teilbilanzen zeigt sich eine Verringerung des negativen Saldos der Warenzahlungen um 3,84 Mrd. Euro auf – 2,40 Mrd. Euro und ein Anstieg des Überschusses der Dienstleistungen um 0,89 Mrd. Euro auf 5,59 Mrd. Euro. Der Reiseverkehr als wichtigste Detailposition der Dienstleistungsbilanz ergab für den Berichtszeitraum einen Überschuss von 2,05 Mrd. Euro und lag damit um rund eine halbe Mrd. Euro über dem Vergleichswert 2001. Die Reiseverkehrseinnahmen wuchsen im Jahresabstand um 6 % auf 12,12 Mrd. Euro, die Reiseverkehrsausgaben der Österreicher im Ausland dagegen nur um 2 % auf 10,06 Mrd. Euro.
Die vorläufige Einkommensbilanz schloss mit einem um 0,48 Mrd. Euro geringeren Negativsaldo von – 0,80 Mrd. Euro (Jänner bis Dezember 2001: -1,28 Mrd. Euro). Wie schon im gesamten Jahresverlauf 2002 beobachtet, ist der Rückgang des Defizits im Wesentlichen auf deutlich höhere Zuflüsse bei den Einkommen aus Sonstigen Investitionen zurückzuführen, die die höheren Abflüsse der Einkommen aus Portfolioinvestitionen sowie der Einkommen aus Direktinvestitionen mehr als kompensierten.
Die Laufenden Transfers ergaben mit -1,58 Mrd. Euro höhere Nettoabflüsse als in der entsprechenden Periode 2001 (-1,31 Mrd. Euro). Das Defizit der Vermögensübertragungen war mit -0,58 Mrd. Euro etwas höher als im Vergleichszeitraum.
In der Kapitalbilanz zeigten sich Nettoabflüsse aus Portfolioinvestitionen und Direktinvestitionen und – wenngleich in deutlich geringerem Umfang – aus Finanzderivaten sowie Nettozuflüsse aus Sonstigen Investitionen.
Die während des gesamten Jahres 2002 lebhafte Direktinvestitionstätigkeit von österreichischen Investoren im Ausland führte zu einem Nettokapitalexport in Höhe von 5,18 Mrd. Euro. Die österreichischen Bruttoinvestitionen im Ausland von 6,69 Mrd. Euro übertrafen den Vergleichswert 2001; ihnen standen Desinvestitionen von nur 1,51 Mrd. Euro gegenüber. Die Bruttoinvestitionen der ausländischen Direktinvestoren in Österreich waren mit 2,43 Mrd. Euro nur wenig höher als die Desinvestitionen (2,32 Mrd. Euro).
Die Teilbilanz Portfolioinvestitionen wies im Beobachtungszeitraum 2002 einen Nettokapitalabfluss von 6,16 Mrd. Euro auf (Jänner bis Dezember 2001: Nettokapitalzufluss von 3,84 Mrd. Euro). Der Erwerb von ausländischen Wertpapieren durch österreichische Anleger belief sich auf netto 25,47 Mrd. Euro (Jänner bis Dezember 2001: 18,20 Mrd. Euro), wobei der deutlich höhere Forderungsaufbau seitens österreichischer Anleger nur die langfristigen festverzinslichen Wertpapiere sowie die Geldmarktpapiere betraf. Die Nettokäufe des Auslands betrugen 19,31 Mrd. Euro gegenüber 22,03 Mrd. Euro im Jahr davor; verantwortlich dafür war im Wesentlichen der geringere Absatz von festverzinslichen Wertpapieren.
Die Kapitalströme der Sonstigen Investitionen schlossen in der Berichtsperiode mit einem Nettokapitalimport von 6,47 Mrd. Euro, die offiziellen Währungsreserven zeigten eine transaktionsbedingte Abnahme in Höhe von 1,81 Mrd. Euro.
Tabelle – Zahlungsbilanz Dezember 2002