Presseaussendung


Die österreichische Zahlungsbilanz im Zeitraum Jänner bis Juni 2003

(auf Basis von Zahlungsströmen; "Cash-Basis")

Wien, 18. 8. 2003


  • Leistungsbilanzüberschuss mehr als doppelt so hoch wie im Vergleichszeitraum 2002 (1,8 Mrd. Euro gegenüber 0,8 Mrd. Euro)
  • Waren- und Dienstleistungsaustausch mit dem Ausland unter den Vorjahresvergleichswerten
  • Käufe von ausländischen Wertpapieren halbiert – Wertpapierkäufe des Auslands weiter gestiegen      

Die österreichische Leistungsbilanz auf Basis von Zahlungsströmen weist für den Zeitraum Jänner bis Juni 2003 einen Überschuss von 1,78 Mrd. Euro (Jänner – Juni 2002: 0,80 Mrd. Euro) aus. 

Die Bilanz der Waren- und Dienstleistungszahlungen verzeichnete im Berichtszeitraum mit 2,19 Mrd. Euro einen geringeren Überschuss als im Vergleichszeitraum (2,47 Mrd. Euro). Sowohl eingangs- wie ausgangsseitig lagen die Werte unter denjenigen der ersten sechs Monate 2002, was die schwache gesamtwirtschaftliche Nachfrage des In- und Auslands widerspiegelt. 

Reiseverkehrseinnahmen und -ausgaben waren jeweils um 6% niedriger als im Vergleichszeitraum und ergaben mit 2,34 Mrd. Euro einen geringfügig niedrigeren Überschuss als in der Vergleichsperiode (Jänner bis Juni 2002: 2,47 Mrd. Euro). 

Die Einkommensbilanz drehte im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2002 von einem Defizit von 0,32 Mrd. Euro in einen Überschuss von 0,24 Mrd. Euro. Dieser positive Saldo ergibt sich aus geringeren Defiziten der Teilbilanzen Einkommen aus Direktinvestitionen und aus Portfolioinvestitionen (Rückgang insgesamt um rund 1 Mrd. Euro) und andererseits aus einem niedrigeren Überschuss aus "Einkommen aus Sonstigem" (Rückgang um 0,44 Mrd. Euro). Wegen der hier erfolgten Erfassung von Zahlungsströmen, die sich z. B. aufgrund von Zinsterminen nicht regelmäßig über das Jahr verteilen, kann daraus nicht auf einen eindeutigen Trend für die Entwicklung im Gesamtjahr geschlossen werden. 

Der Negativsaldo der Laufenden Transfers, der im Vergleichszeitraum 2002 noch -1,35 Mrd. Euro betragen hatte, reduzierte sich auf -0,64 Mrd. Euro. Die Bilanz der Vermögensübertragungen stagnierte im Beobachtungszeitraum auf dem Niveau der vergleichbaren Periode 2002. 

Die Kapitalbilanz wies im Berichtszeitraum Nettokapitalzuflüsse im Bereich Portfolioinvestitionen sowie Nettokapitalabflüsse in den Teilbilanzen Direktinvestitionen und Sonstige Investitionen auf. 

Die Portfolioinvestitionen in ausländische Wertpapiere haben sich in den ersten sechs Monaten d.J. auf 9,67 Mrd. Euro halbiert, dagegen sind die Wertpapierkäufe des Auslands weiter gestiegen (Jänner bis Juni 2003: 17,21 Mrd. Euro gegenüber 16,66 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum 2002). Per saldo ergab sich ein Kapitalzufluss von 7,54 Mrd. Euro. 

Österreichische Direktinvestoren veranlagten mit netto 1,85 Mrd. Euro weniger im Ausland als im Vergleichszeitraum 2002 (2,26 Mrd. Euro). Aus ausländischen Direktinvestitionen in Österreich wurde im Berichtszeitraum ein Zufluss von 0,91 Mrd. Euro verzeichnet, wogegen in den ersten sechs Monaten 2002 die Desinvestitionen größer als die Neuveranlagungen waren. 

Die Sonstigen Investitionen, die hauptsächlich durch das Kredit- und Einlagengeschäft des Bankensystems bestimmt werden, ergaben im Berichtszeitraum einen Nettokapitalexport von 10,41 Mrd. Euro (Jänner bis Juni 2002: Kapitalimport von 1,22 Mrd. Euro). 

Die offiziellen Währungsreserven verzeichneten eine transaktionsbedingte Abnahme in Höhe von 0,88 Mrd. Euro.

Tabelle – Zahlungsbilanz Juni 2003

 



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Oesterreichische Nationalbank

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