Presseaussendung


Die österreichische Zahlungsbilanz im ersten Halbjahr 2003

Wien, 14. 10. 2003


  • Leistungsbilanzüberschuss liegt bei einer Milliarde Euro
  • Investitionen in ausländische Wertpapiere nahezu halbiert, Nachfrage des Auslandes nach österreichischen Wertpapieren leicht gestiegen
  • Deutliche Ausweitung des grenzüberschreitenden Einlagengeschäfts    
Die Leistungsbilanz Österreichs auf Transaktionsbasis verzeichnete im ersten Halbjahr 2003 mit 1,0 Mrd. Euro einen um 0,4 Mrd. Euro geringeren Überschuss als im Vergleichszeitraum. Dabei zeigten die Güter- und die Dienstleistungsbilanz geringere Überschüsse und die Einkommensbilanz ein leicht höheres Defizit. 

Das Ergebnis der Güterbilanz erklärt sich aus einem leichten Anstieg der Importe, während die Exporte etwas unterhalb des Vergleichswertes 2002 lagen. 

Der Überschuss der Reiseverkehrsbilanz als bedeutendste Komponente der Dienstleistungen betrug im ersten Halbjahr 2003 unverändert 2,4 Mrd. Euro. Sowohl die Einnahmen aus dem Reiseverkehr der ausländischen Gäste (-0,9%) als auch die Ausgaben der Österreicher im Ausland (-1,9%) verzeichneten leichte Rückgänge. 

Die Einkommensbilanz wies in den ersten sechs Monaten 2003 ein Defizit in Höhe von -1,3 Mrd. Euro auf (erstes Halbjahr 2002: -1,1 Mrd. Euro). Dieses Ergebnis ist überwiegend mit geringeren Einkommenszuflüssen aus dem kurzfristigen Kapitalverkehr zu erklären, die sich im ersten Halbjahr um 0,4 Mrd. Euro reduzierten. Das Defizit im Bereich Einkommen aus Direktinvestitionen lag mit netto -0,8 Mrd. Euro etwas höher als im ersten Halbjahr 2002 (-0,7 Mrd. Euro), während sich der negative Saldo der Nettoeinkommen aus Portfolioinvestitionen mit -1,4 Mrd. Euro um 0,3 Mrd. Euro verringerte. 

Leicht reduziert hat sich auch das Defizit der Bilanz der laufenden Transfers, die im ersten Halbjahr 2003 mit -0,7 Mrd. Euro schloss. 

Wenig verändert zeigte sich das geringe Defizit der Bilanz der Vermögensübertragungen in Höhe von -0,1 Mrd Euro. 

Die Kapitalbilanz war im ersten Halbjahr 2003 gegenüber der Vergleichsperiode durch Kapitalexporte in den Bereichen Direktinvestitionen und Sonstige Investitionen sowie durch Kapitalimporte aus Portfolioinvestitionen gekennzeichnet. 

Österreichische Direktinvestoren veranlagten im ersten Halbjahr 2003 mit netto 2,5 Mrd. Euro um 0,7 Mrd. Euro weniger im Ausland als im Vergleichszeitraum des Jahres 2002. Eine deutliche Steigerung war hingegen bei ausländischen Direktinvestitionen in Österreich festzustellen: Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2002 (0,3 Mrd. Euro) verzeichnete das Investitionsvolumen im Berichtszeitraum einen Zuwachs auf netto 2,1 Mrd. Euro. Per saldo wies der Bereich Direktinvestitionen einen Nettokapitalabfluss von 0,4 Mrd. Euro auf. Weitere Details sind der Presseaussendung "Direktinvestitionen im ersten Halbjahr 2003" der OeNB vom 07.10.2003 zu entnehmen. 

Einen deutlichen Rückgang lassen österreichische Portfolioinvestitionen im Ausland beobachten: Der Erwerb von ausländischen Wertpapieren durch inländische Anleger halbierte sich nahezu auf 9,6 Mrd. Euro. Dabei betrug die Veranlagung in ausländische Anteilspapiere nur 0,7 Mrd. Euro (nach 2,3 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum). Ausländische Rentenwerte wurden von inländischen Investoren im Ausmaß von 8,4 Mrd. Euro erworben (erstes Halbjahr 2002: 12,7 Mrd. Euro). Stark rückläufig war der Erwerb ausländischer Geldmarktpapiere durch inländische Investoren in Höhe von 0,5 Mrd. Euro (gegenüber 3,4 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum). Leicht gewachsen ist der Absatz österreichischer Wertpapiere an ausländische Anleger (auf 17,8 Mrd. Euro): Das Investitionsvolumen im Bereich langfristiger festverzinslicher Wertpapiere betrug im Berichtszeitraum netto 15,4 Mrd. Euro, jenes im Bereich der Anteilspapiere 1,0 Mrd. Euro. Der Absatz inländischer Geldmarktpapiere wurde mit 1,4 Mrd. Euro merkbar gesteigert (1. Halbjahr 2002: 0,7 Mrd. Euro). 

In der Teilbilanz Sonstige Investitionen, die insbesondere Kredite sowie Sicht- und Termineinlagen umfasst, waren im Berichtszeitraum per saldo Kapitalabflüsse in Höhe von 10,8 Mrd. Euro (1. Halbjahr 2002: 0,9 Mrd. Euro) festzustellen. Maßgeblich für diese Entwicklung war vor allem der Kapitalverkehr des Bankensektors, der durch einen relativ starken Einlagenaufbau geprägt war. Auf der anderen Seite weiteten ausländische Investoren ihre kurzfristigen Veranlagungen in Österreich aus. 

Die offiziellen Währungsreserven nahmen im Berichtszeitraum transaktionsbedingt um 0,9 Mrd. Euro ab. 

Tabelle - 1. Halbjahr 2003

 


Herausgeber:

Oesterreichische Nationalbank

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