Presseaussendung


Die österreichische Zahlungsbilanz im Zeitraum Jänner bis August 2003

(auf Basis von Zahlungsströmen; "Cash-Basis")

Wien, 16. 10. 2003


  • Leistungsbilanz zeigt geringfügiges Defizit
  • Waren- und Dienstleistungsexporte leicht unter dem Vorjahresvergleichswert, -importe leicht darüber
  • Abgeschwächte Zu- und Abflüsse aus Portfolioinvestitionen    
Die österreichische Leistungsbilanz auf Basis von Zahlungsströmen zeigt für den Zeitraum Jänner bis August 2003 ein geringfügiges Defizit (-0,22 Mrd.Euro; Vergleichszeitraum 2002: -0,40 Mrd. Euro). Hier ist anzumerken, dass die monatliche Zahlungsbilanz auf Cash-Basis eine erste Schnellinformation darstellt – anders als die quartalsweise veröffentlichte Transaktionenbilanz, die einem höheren Qualitätsstandard folgt. Im Jahresverlauf bis Juni 2003 hatten beide Statistiken einen Leistungsbilanzüberschuss gezeigt, wie auch aus dem kürzlich veröffentlichten Halbjahresergebnis hervorgeht; die beiden letzten Monatsauswertungen (auf Cash-Basis) signalisieren defizitäre Tendenzen, die aber – vergleicht man die Entwicklung im Jahresverlauf 2002 – noch nicht als Trendwende interpretiert werden können. 

Die Bilanz der Waren- und Dienstleistungszahlungen schloss mit 1,34 Mrd. Euro mit einem etwas geringeren Überschuss als im Vergleichszeitraum (1,83 Mrd. Euro); dabei lagen die Exporte leicht unter dem Vergleichswert und die Importe leicht darüber. 

Der Saldo der Reiseverkehrsbilanz war mit 1,32 Mrd. Euro unverändert. Die Reiseverkehrseinnahmen lagen um 3%, die Reiseverkehrsausgaben um 4% unter dem Ergebnis der ersten acht Monate 2002. 

Das Defizit der Einkommensbilanz reduzierte sich von -0,71 auf -0,43 Mrd. Euro. Dieses Ergebnis resultierte aus geringeren Defiziten in den Bereichen Einkommen aus Direktinvestitionen und aus Portfolioinvestitionen sowie einem geringeren Überschuss der "Einkommen aus Sonstigem". Erwerbseinkommen stagnierten auf dem Niveau der Vergleichsperiode. 

Die Laufenden Transfers schlossen mit einem gegenüber der Vergleichsperiode um 0,39 Mrd. Euro niedrigeren Defizit. Wenig verändert zeigte sich die Bilanz der Vermögensübertragungen

Die Kapitalbilanz wies im Berichtszeitraum Nettokapitalzuflüsse im Bereich Portfolioinvestitionen sowie Nettokapitalabflüsse in den Teilbilanzen Direktinvestitionen und Sonstige Investitionen auf. 

Die Portfolioinvestitionen österreichischer Anleger in ausländische Wertpapiere waren in den ersten acht Monaten d.J. mit 12,65 Mrd. Euro deutlich niedriger als im Vergleichszeitraum (22,26 Mrd. Euro). Die Wertpapierkäufe des Auslands zeigten sich mit 13,92 Mrd. Euro im Berichtszeitraum als deutlich abgeflacht. Diese Tendenz war vorwiegend in den beiden letzten Monaten zu beobachten; das Halbjahresergebnis hatte noch eine leichte Zunahme signalisiert. 

In der Teilbilanz Direktinvestitionen standen niedrigere Direktinvestitionen im Ausland (2,40 Mrd. Euro zu 3,12 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum 2002) einer Ausweitung der Direktinvestitionen des Auslands in Österreich gegenüber (1,41 Mrd. Euro nach Nettokapitalabzügen von 0,16 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum). 

Die Sonstigen Investitionen schlossen mit einem Kapitalexport von 4,04 Mrd. Euro (Jänner bis August 2002: Kapitalimport von 4,44 Mrd. Euro). 

Die offiziellen Währungsreserven verzeichneten eine transaktionsbedingte Abnahme in Höhe von 1,04 Mrd. Euro.

Tabelle – Zahlungsbilanz August 2003

 


Herausgeber:

Oesterreichische Nationalbank

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